Programm

Programm vom 12.05.2022 bis 19.05.2022

Donnerstag, 12.5.22:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

17 Uhr „ILF Eritrea“ (in Tigrinia).

18 Uhr „Kulturthemenwechsel“.

19 Uhr „Musik-Lounge“, Pop, Rock, Oldies.

20 Uhr „Musica Latina“, Lateinamerikanische Musik (in spanischer Sprache).

21 Uhr „Viaje Radial“; Rundreise durch Lateinamerika (in spanischer Sprache)..

22 Uhr „Borderline“, Musik für Grenzgänger.

23 Uhr „Anorak City“, Britpop und Artverwandtes.

0 Uhr „ Nachtprogramm“, Lange Franz-Josef-Degenhardt-Nacht; u.a. mit den LPs „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“, „Im Jahr der Schweine“, „Kommt an den Tisch unter Pflaumenbäumen“ (bis 8 Uhr).

 

Freitag, 13.5.22:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“; Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“; in türkischer Sprache.

18 Uhr „Themenwechsel; u.a. Vorschau auf die Staatstheater-Spielzeit 2022/23; Geburtstagsgrüße an David Byrne.  

20 Uhr „Borderline extra“; Musik für Grenzgänger, Heute: Brigitte Fontaine.

22 Uhr „Kabarett live”; Zum 80.Geburtstag von Gerhard Polt.

1 Uhr „Nachtprogramm“; Grateful-Dead-Nacht, Frühjahr 1973.

 

Samstag, 14.5.22:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“; Klassische indische Musik.

8 Uhr  Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr “Musikalische Früherziehung”.

18 Uhr „Country Classics.

19 Uhr „Bigger Than HipHop“, Eine Stunde auf Sendung.

21 Uhr „Die Lange Rille“.

 

Sonntag, 15.5.22:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“; Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Kinderradio“.

17 Uhr “Tanzparkett spezial”; Heute: Antwortschlager.

19 Uhr „Lonesome Traveler“.

20 Uhr “Devil’s Kitchen”; Hard Rock, Metal, Rock’n’Roll.

22 Uhr “Welcome To Hell”; Das Metalradio.

0 Uhr „Nachtprogramm“; A Young Person’s Guide To Female Pop Music, Teil 2.

 

Montag, 16.5.22:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“; Klassische indische Musik.

8 Uhr: Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

17 Uhr „Musiktaxi“.

20 Uhr „Fangschalltung“; Neue Musik und Improvisierte Musik.

22 Uhr “Ear Catcher“; Neue Filme und CDs.

23 Uhr „Forum experimentell“.

1 Uhr „Nachtprogramm“; Make Love, Not Hate.

 

Dienstag, 17.5.22:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr: Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“; in türkischer Sprache.

18 Uhr „Kinoglas“.

19 Uhr „Frei hoch zwei“; Heute: Starfrosch-Frühling.

20 Uhr „Liederleute“.

22 Uhr „Only Vinyl“; Plattenspiele.

0 Uhr „Nachtprogramm“, Chris-Roberts-Nacht; u.a. mit den LPs „Eine Freude vertreibt 100 Sorgen“, „Love Me“, „Die Maschen der Mädchen“.

 

Mittwoch, 18.5.22:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholung des Programms von Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

18 Uhr „Platz da - Wir sind die Neuen“; Das Vier-Augen-Prinzip.

19 Uhr „Memories“, Hits aus Ost und West.

20 Uhr „Jazzcafe“. Charlers Mingus. Zum 100. (Teil 2)

21 Uhr „Tanzparkett“; Vom Hot zum Swing - Ein kleiner Ausschnitt aus der Jazzentwicklung (Folge 6/ 9).

22 Uhr „Resonanz“; Neues aus Musik und Kultur.

0 Uhr „Nachtprogramm“, Lange Nacht über die Rock-Oper “Tommy” von The Who.

 

Donnerstag, 19.5.22:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“; Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholung des Programms vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“; in türkischer Sprache.

17 Uhr „ILF Eritrea“ (in Tigrinia).

18 Uhr „Kulturthemenwechsel“.

19 Uhr „Musik-Lounge“; Rock, Pop, Oldies.

20 Uhr „The Essence“; HipHop And More.

22 Uhr „Borderline“; Musik für Grenzgänger.

23 Uhr „Anorak City“; Indie-Pop, Britpop und Artverwandtes.

0 Uhr „Nachtprogramm“; Lange Franz-Josef-Degenhardt-Nacht; u.a. mit den LPs „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“, „Im Jahr der Schweine“, „Kommt an den Tisch unter Pflaumenbäumen“ (bis 8 Uhr).

Infobox

Programminfos vom 13.05.2022 vis 18.05,2022

Staatstheater – Vorschau auf die nächste Spielzeit

Konsequent setzt das künstlerische Team um Intendant Florian Lutz auch in seiner zweiten Spielzeit die Öffnung des Staatstheaters Kassel in die Stadt, die Einbeziehung des Publikums und spartenübergreifendes Arbeiten fort. So ist gleich die Eröffnung im Opernhaus mit „Les contes d’Hoffmann“ von Jacques Offenbach (Premiere am 24. September 2022) eine gemeinsame Produktion von Musiktheater und Schauspiel. Regie führt Claudia Bauer, die in diesem Jahr den 3sat-Preis des diesjährigen Berliner Theatertreffens erhält und am Staatstheater Kassel ihr Debüt als Opernregisseurin gibt. Zu den weiteren profilierten Regisseuren, die in der kommenden Spielzeit erstmals in Kassel inszenieren, zählen auch Valentin Schwarz, der gerade den Bayreuther „Ring“ inszeniert, Alexander Eisenach, Heike M. Goetze und Christiane Pohle. Neue choreografische Handschriften sind dank des kuratorischen Modells von TANZ-KASSEL ohnehin garantiert: In der kommenden Spielzeit reicht die Bandbreite von Andonis Foniadakis (Griechenland) bis zu Hou Ying (China) und Ashley Lobo (Indien).
Der Spielplan in allen Sparten wird dabei gleichermaßen geprägt von Experimentellem, von Bekanntem in neuem Licht und viel Neuem. Allein im Schauspiel sind acht Uraufführungen und zwei deutschsprachige Erstaufführungen geplant, darunter gleich zur Eröffnung das Singspiel „ETWAS BESSERES ALS DEN TOD FINDEN WIR ÜBERALL“ von Martin Heckmanns (Premiere am 23. September 2022) sowie Werke u.a von Nathan Ellis, Avishai Milstein und Hengameh Yaghoobifarah.
Mit „Operation Abendsonne“ [Arbeitstitel] von Genoёl von Lilienstern (Libretto von Dirk Laucke) setzt auch das Musiktheater seine Reihe von Uraufführungen fort (Premiere am 20. Mai 2023.) Der Musiktheater-Spielplan ist zudem geprägt von einer groß dimensionierten Wiederaufnahme: Im Frühjahr 2023 kommt Richard Wagners Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Francesco Angelico und in der Inszenierung von Markus Dietz in zwei kompletten Zyklen zur Aufführung, wie sie ursprünglich zum Ende der Intendanz von Thomas Bockelmann geplant waren, Corona-bedingt jedoch nicht mehr umgesetzt werden konnten.
Darüber hinaus wird mit „Next to Normal“ in der Inszenierung von Philipp Rosendahl die Musicalproduktion nachgeholt, die 2021 ebenfalls Corona-bedingt nicht mehr auf die Bühne kommen konnte.
Mit einem Musical wartet auch das JUST+ auf, das zusammen mit Kasseler Bürgern „Emil und die Detektive“ von Erich Kästner mit der Musik von Marc Schubring als große PLUS-Produktion auf die Bühne bringt. (Premiere am 22. April 2023). Insgesamt verstärkt das JUST+ in der kommenden Saison sowohl seine neuen Ansätze in der Zusammenarbeit mit Jugendlichen und Bürger jeden Alters als auch das spartenübergreifende Arbeiten, etwa in der partizipativen Produktion „Hey, Alter“ (Premiere 11. November) zusammen mit TANZ_KASSEL und in der ebenfalls partizipativ angelegten Neuinszenierung von Mozarts „Zauberflöte“ (Premiere 25. Februar 2023) gemeinsam mit dem Musiktheater.
Die Öffnung in die Stadt wird auch von den anderen Sparten weiter verfolgt – so wird etwa das Schauspiel nach seiner Reihe „Tausend deutsche Diskotheken“ in Kasseler Clubs nun mit der Reihe „Spätschicht“ hinaus ins Kasseler Nachtleben gehen, der Tanz setzt seine Reihe „Let’s talk about …“ mit neuen Formaten im Stadtraum fort, und das Musiktheater ist mit Liederabenden erneut an besonderen Orten Kassels zu Gast.
Gemeinsam ist allen Sparten eine verstärkte Berücksichtigung weiblicher und diverser Sichtweisen, sowohl in der Auswahl der Werke als auch in den Regiehandschriften. Eine weitere Besonderheit dabei: Nahezu alle Regieassistenten, die sich in der aktuellen Spielzeit bereits mit kleineren Inszenierungen präsentiert haben, werden in der Saison 2022/23 bei großen Produktionen Regie führen.
Wir senden die Spielzeitpressekonferenz, die am vergangenen Sonntag im Opernfoyer des Staatstheaters stattfand. Außerdem gratulieren wir David Byrne, dem Sänger der Talking Heads, zum 70. Geburtstag.

  • Sendetermin: „Themenwechsel“, Freitag, 13. Mai 2022, 18 Uhr

 

Der Titan – Gerhard Polt zum 80.

Als „Kabarett-Titan“ wird Gerhard Polt gelegentlich bezeichnet. Wohl mir Recht: Er gehört seit Jahren zu den absoluten Mega-Stars der deutschen Kabarett-Szene. Zu seinem 80. Geburtstag letzte Woche wurde er allerorten groß gefeiert – auch das Freie Radio Kassel widmet ihm eine ausführliche Sondersendung.
Leider beschränkten sich die Gratulanten aus Presse, Funk und Fernsehen weitgehend auf die Erwähnung und Würdigung der allgemein bekannten Polt Klassiker, von „Nikolausi“ bis „Mei Ling“, von der „Anni“ bis zum „Erwin“. So grandios diese – teils über 40 Jahre alten – Kabinettstückchen auch sind: Gerhard Polt war auf der Bühne immer am besten, und er wurde in den letzten Jahren ständig besser, mit und ohne Biermösl Blosn. Daher wollen wir uns in dieser Geburtstags-Ausgabe von „Kabarett live“ dem Bühnen-Entertainer Gerhard Polt widmen. Wir bringen einige seiner allergrößten Live-Nummern, von denen er etliche bis heute im Repertoire hat: Der „CSU-Sammler“ ist ebenso dabei wie die „menschliche Sau“, die „Garage“ oder der „Konservator“; ebenso wie Stücke aus seinen aktuelleren Programmen.

  • Sendetermin: „Kabarett live“, Freitag, 13. Mai 2022, 22 Uhr

 

Antwortschlager

Wohl solange es Musik gibt, versuchten Komponisten und Textdichter an vorhandene Erfolge anzuknüpfen - sei es an eigene, sei es an fremde. Bekanntlich schrieben z.B. schon Bach oder Mozart gern bei sich selbst ab. Heute sind „Remakes“ älterer Schlager immer wieder im Radio zu hören - in „zeitgemäßer“ Neubearbeitung - oder was die Urheber (bzw. Kopisten) sich darunter vorstellen. Auch das hat es wohl schon immer gegeben, und auch im Wechsel jener Epochen, die wir in unserer Sendung „Tanzparkett“ musikalisch ausleuchten, kam solches gar nicht so selten vor. Alte Volksweisen oder populäre Tanzstücke des 19. Jahrhunderts tauchen nach der Jahrhundertwende als Ragtimes auf Schallplatte auf, werden später „verjazzt“, um schließlich als Swingnummer in den 30er oder 40er Jahren wieder ins Programm zu kommen (und finden sich in den 50er Jahren als Rock-’n‘-Roll-Bearbeitung, in den 60ern im Repertoire des elektrifizerten Blues und eventuell noch in den 70ern als Glamrock-Opus wieder). Aber das soll nicht Thema dieser Sendung sein. Anknüpfen an Vorhandenes kann man auch mit einer Antwort auf jenes. Dieser Leitfaden zieht sich diesmal durch unser Programm. Wir werden mit einer 1912 von Lucie Bernardo und Max Kuttner besungenen Platte beginnen, die den bekannten Marsch „Untern Linden“ von Walter Kollo bringt, in jenem Jahr die Zugnummer der Revue „Filmzauber“. Als Antwort folgte zwölf Jahre später - wiederum aus Kollos Feder - „Solang‘ noch untern Linden“, textlich und melodisch ein klarer und eindeutiger Bezug, der eben an den großen Erfolg der ersten Nummer anknüpfen wollte - trotz oder gerade wegen der in der Zwischenzeit erfolgten gesellschaftlichen Umwälzungen. Die Verklärung der „guten alten“, der Kaiserzeit, begann früh ... Die Aufnahme des Antwortschlagers stammt in diesem Falle von 1940, d.h. die Komposition blieb nachhaltig populär - beide Titel sind zumindest in Berlin bis heute unvergessen. Auch Fred Raymond und Fritz Grünbaum gaben sich sozusagen selbst eine Antwort. Sehr populär (und bis heute auf der Brettlbühne zu finden, da als typisch für den Blödelschlager der goldenen 20er geltend) war sein Werk „Ich hab‘ das Fräul’n Helen baden sehn“, so daß ein Versuch zur Fortsetzung dieses Erfolgs nahelag. „Das schöne Fräul’n Helen soll nicht mehr baden“ wurde allerdings, wie oft bei direkten Antwortschlagern dieser Art, kein so großer Treffer wie sein Vorbild. Sie hören mit der „Vorgabe“ aus dem Jahre 1925 das Bohème-Orchester, eine Lindström-Studiokapelle unter Otto Dobrindt, mit dem Sänger Robert Koppel; die ein Jahr später eingespielte Antwort bestreiten die Giusto-Jazz-Symphoniker des Leipziger Isi-Konzerns mit unbekanntem Refrainsänger. Manchmal dauerte es etliche Jahre, bis auf einen Schlager eine musikalische Antwort erfolgte, und auch die Urheber des Originals steckten nicht immer dahinter. Dies zeigen wir an Dr. Robert Katschers Komposition „Es geht die Lou lila“ (Text: Beda) aus dem Jahre 1925, die wir mit dem Orchester Arpad Varosz und Max Kuttner als Sänger bringen. Ende 1931 knüpften Fred Meyer und Victor Hugo Barth wieder daran an. Da hatte sich, so verkündet es Max Mensing in Begleitung des auf dem Etikett als Eric Harden maskierten Fred-Bird-Orchesters im entsprechenden Antwortschlager, die Lou ein neues Jägerhütchen angeschafft. Wiederum gut fünf Jahre später ging Fräulein Lou, als diese Farbe wieder modern wurde, in Manfred Zaldens Komposition (Text: Hans Niepel) wiederum ganz in Lila (ich weiß, mein Kunstlehrer würde jetzt sagen: „Lila gibt es nicht, das heißt Violett!“
Aber so lauten nun einmal die Titel ...), was von Erwin Hartung besungen wird und ein klarerer Bezug auf Katschers Schlager ist, als er 1931 vorlag. Beide Antworten verlassen den in den Aufnahmen davor bemerkbaren enggesteckten musikalischen Rahmen des Vorbilds deutlich und nehmen nur noch inhaltlich Bezug auf das Original. Auch überm Großen Teich waren Antwortschlager eine gängige Methode zur Erlangung der Publikumsgunst (und einiger Hände voll Dollarscheinen). Als Beispiel bringen wir den bis heute als Jazzstandard gespielten Schlager „Bye, Bye, Blackbird“ von 1926, der von Ray Henderson und Mort Dixon stammt. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten und kam im selben Jahr aus der Feder von Cliff Friend in Gestalt der Komposition „Hello Bluebird“. Die melodischen Parallelen sind hier unverkennbar. Sam Lanin und der Sänger Arthur Hall servieren die Vorlage, die „Nachspeise“ kommt von den Clicquot Club Eskimos unter Harry Reser - in üblicher Weise mit deren Schlagzeuger Tom Stacks als Sänger. Exotik und Pseudoexotik standen im Deutschland der wilden 20er ganz hoch im Kurs, ebenso, wie oben schon angeschnitten, der Blödel- oder Nonsensschlager. In beiden Revieren gleichzeitig versuchte sich 1926 der als Schlagermacher eher glücklose Max Urban, mit dem Original ebenso wie mit der im selben Jahr nachgelegten Antwort. Immerhin der erste
Schlager brachte es wenigstens zu einer gewissen Bekanntheit und wird gelegentlich heute noch zitiert (wenn auch aus der Nachschau meist als abschreckendes Beispiel). Die Antwort hingegen verpuffte weitgehend. Als besonders zeittypisch sind diese Platten, die, nebenbei bemerkt, technisch den 1926 erfolgten Übergang vom akustischen zum elektrischen Aufnahmeverfahren aufzeigen, heute geschätzte Sammlerstücke. Sie hören das Odeon-Tanzorchester mit Max Kuttner und den Titeln „Der Neger hat sein Kind gebissen“ (9. April 1926) und „Der Neger beißt sein Kind nicht mehr“ (29. Dezember 1926). Selbst dem damaligen, Blödelschlager durchaus goutierenden Publikum waren diese Werke offenbar „zu geistreich“ - weiterer Kommentar überflüssig ... Sehr populär hingegen war die 1927 für die Operette „Der Hampelmann“ geschriebene Robert-Stolz-Komposition „Sag‘ ,Du‘, sag‘ ,Du‘ zu mir“, wie so viele zu Evergreens gewordene Melodien aus dem Notenheft dieses Spitzenkönners, über den anderwärts (zu seinem 40. Todestag auch an dieser Stelle) schon sehr viel gesagt worden ist. Am 26. August 1927 spielte Fred Bird mit seinem Orchester für die Homocord den Titel ein, auf dem er den Sänger Max Kuttner begleitet. Die Antwort kam im Folgejahr von Austin Egen und Fritz Rotter. Alfred Strauß trägt sie uns vor. „Sag‘ nicht ,Du‘ zu mir, wenn meine Frau dabei ist“ entstand mit dem Odeon-Tanzorchester unter Carl Woitschach am 25. Februar 1928. Den Abschluß bilden zwei Platten von 1930. Der „Stein Song“, eine US-Universitätshymne, lief vor allem dort, aber auch in allen andern „Kulturstaaten“, wie es damals so schön hieß, täglich in Dutzenden Versionen auf abertausenden Plattentellern und aus jedem Radio. Vermutlich ging es den Leuten damals wie dem Schreiber dieser Zeilen, der sich an der Stätte seines Brotberufs aus dem zur „Unterhaltung“ dort auf- und auf eine „Hitwelle“ eingestellten Radio seit mehreren Jahren täglich die gleichen fünfzehn Schlager fünfmal hintereinander anhören „darf“ (bzw. dem dies zumindest so vorkommt). Jedenfalls wecken solche Situationen durchaus Wünsche, die bei Erfüllung den Ruf nach der Justiz laut werden lassen könnten ... „I’d Like To Find The Guy Who Wrote The Stein Song“ heißt denn auch die Wehklage des gepeinigten Zeitgenossen. Beide Titel werden vom Tanzorchester der BBC unter Jack Payne gebracht. Der erste wurde am 23. April 1930 eingespielt, hier singen der Bandleader Jack Payne sowie Bob Busby und Bob Manning. Der Antwortschlager entstand am 8. Oktober desselben Jahres, hier singt Payne nach einem Gespräch mit Orchestermitgliedern alleine. Damit findet diese Sendung ihr Ende - aber nach Möglichkeit irgendwann eine Fortsetzung.
Durchs Programm begleitet Sie Thomas Sosna.

  • Sendetermin: „Tanzparkett extra“, Sonntag, 15. Mai 2022, 17 Uhr.
  • Wiederholung: Montag, 16. Mai 2022, 9 Uhr

 

Starfrosch-Frühling

Nach einer kleinen April-Pause meldet sich frei² mit neuer Musik aus den
Hot-111 von Starfrosch zurück. Lasst euch am Dienstag überraschen, was der Frühling 2022 bringt!

  • Sendetermin: „Frei hoch zwei“, Dienstag, 17. Mai 2022, 19 Uhr

 

Vom Hot zum Swing

Ein kleiner Ausschnitt aus der Jazzentwicklung (Folge 6/ 9)

Wenn heute von Jazz die Rede ist, gelten vielen Fans nur die neuesten Spielarten, die völlig frei improvisiert, ja dekonstruiert daherkommen, ohne festen Rhythmus, gar ohne jedes erkennbare Gefüge. Damit kann ein breites Publikum freilich nur wenig anfangen. Ansonsten kommt oft der „Dixieland“ aufs Podium. Er verkörpert eine Musikform, welche die meisten Hörer heute für das Urbild des Jazz halten, die aber den ursprünglichen Jazz oft nur in seiner leicht bis stark verzerrten Wahrnehmung aus den 50er Jahren darstellt.
Dabei hat sich der Jazz von seiner Urform aus New Orleans hin zum Freejazz über Jahrzehnte entwickelt - und war über lange Zeit die weltweit vorherrschende, stilprägende Populärmusik.
Einen wesentlichen Umbruch stellt die Stilwende vom alten Jazz zum Swing dar, die Anfang bis Mitte der 30er Jahre stattfand. Heute gelangt der Swing, abgesehn von wenigen rühmlichen Ausnahmen (hier fällt uns in Deutschland auf den ersten Blick eigentlich nur die Andrej-Hermlin-Band ein), fast nur noch in seiner in den 50er Jahren gleichsam endgültig zur Fratze, ja zur Totenmaske erstarrten Form der Las-Vegas-Show-Musik in die Öffentlichkeit. Von Dingen wie dem sog. „Elektro-Swing“, der mit unterlegten Maschinenrhythmen dem Geiste des Swing völlig zuwiderläuft, brauchen wir an dieser Stelle erst gar nicht anzufangen.
Die Jazzpuristen haben mit dem Swing immer etwas gefremdelt.
War der ursprüngliche Jazz eine Angelegenheit von Kleingruppen gewesen, meist fünf oder sieben Mann stark, die um das Führungsinstrument herumimprovisierten, frei und in der Regel ohne Notierung (head arrangement - viele der „Urjazzer“ konnten keine Noten lesen), änderte sich das recht bald. Die Gruppen wurden größer, wuchsen heran zur Bigband, um Tanzsäle besser zu „füllen“ und neue Klangfarben in das Spiel der Kapellen zu bringen. Doch Größe gebietet Ordnung. Also wurden die Stücke notiert und arrangiert, und das forderte von den Musikern Noten- und Partiturkenntnisse. Der freien Improvisation waren nun relativ enge Grenzen gesetzt.
Jetzt aber konnte man Stimmen mehrfach besetzen, um das Volumen zu erhöhen, konnte Instrumentensätze bilden, die auch in der Lage waren, kompliziertere, mehrstimmige Arrangements zu spielen. Daneben stellte man weiterhin Musiker durch Soli prominent heraus, was schon im Chicago-Stil zu einer gegenüber dem New-Orleans-Stil erheblich gelösteren Spielweise geführt und die alte Kollektivimprovisation verdrängt hatte. Doch hatten sich diese „Eskapaden“ stets der Größe der Klangkörper unterzuordnen. Daraus resultiert der im Hinblick auf den erheblich „eckigeren“ alten Jazz immer wieder vorgebrachte Vorwurf der „Stromlinienform“ des Swing. Doch Rundfunkhörer, Plattenkäufer, Kinogänger und nicht zuletzt die Tänzer waren begeistert! Nie wieder fielen neueste musikalische Entwicklung und höchstes Publikumsinteresse in derartiger Breite zusammen wie in der Swingära. Das ist ein Grund für die unter Jazzfans, denen allzugroße Popularität oft suspekt ist, bis heute geteilte Meinung zum Swing. Er war ohne Frage ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des Jazz - und der Populärmusik des 20. Jahrhunderts überhaupt. Daher versuchen wir den Übergang von der alten Jazz- und Hot-Dance-Musik zum Swing in einer neunteiligen Reihe mit Musikbeispielen nachzuzeichnen.
In der sechsten Folge behandeln wir den Zeitraum von Juni 1937 bis August 1938.
Durch die Sendung begleitet Sie Peter Michael.

  • Sendetermin: „Tanzparkett“, Mittwoch, 18. Mai 2022, 21 Uhr
  • Wiederholung: Donnerstag, 19. Mai 2022, 13 Uhr

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Das sind WIR

Da war doch noch was!?

Über uns

"Gesellschaft zur drahtlosen Belehrung und Erbauung"

 

Das Freie Radio Kassel (kurz FRK) ist ein nichtkommerzieller lokaler Hörfunksender, der im Kasseler Stadtgebiet und den angrenzenden Gemeinden zu empfangen ist.

 

Die Sendefrequenzen sind: UKW 105,8 MHz (Antenne) bzw. DAB+ über Kanal 6A (FRK) .

 

Das Sendestudio hat sich seit Gründung in der historischen, denkmalgeschützten Kulturfabrik Salzmann im Kasseler Stadtteil Bettenhausen befunden und musste Anfang 2013 in die Innenstadt umziehen (Opernstraße2 ).

Wir sind 105,8 MHz

Das Freie Radio Kassel ist weitgehend ehrenamtlich organisiert und bietet Interessierten die Möglichkeit, eigenverantwortlich Radiobeiträge zu produzieren und zu senden. Inhaltliche Schwerpunkte sind zum einen die lokale und regionale Berichterstattung, zum anderen ein Musikprogramm, das sich deutlich von dem kommerzieller oder öffentlich-rechtlicher Sender unterscheidet.

 

Das Programm wird von lokalen Vereinen, Initiativen und sonstigen Gruppen sowie von Einzelpersonen erstellt, die in der inhaltlichen und formalen Gestaltung ihrer Sendungen weitgehend autonom sind. Das Freie Radio Kassel verfügt im Gegensatz zu vielen anderen Bürgermedien über ein festes Programmschema mit periodisch wiederkehrenden Sendungen. Das FRK versteht sich als "Einschaltradio", d.h., Hörer schalten gezielt ein, um bestimmte Sendungen zu verfolgen. Zu den Aufgaben des Freien Radios gehört darüberhinaus die Vermittlung von Medienkompetenz. Dies geschieht durch vielfältige medienpädagogische Projekte, die oft in Kooperation mit Schulen, Hochschulen, Jugendzentren und anderen Bildungsträgern durchgeführt werden.

 

Die Finanzierung des Senders erfolgt größtenteils über Mittel der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und Neue Medien (LPR Hessen). Diese verwendet einen Teil des ihr zufließenden Anteils an den Rundfunkgebühren zur Förderung nichtkommerzieller Medienprojekte.