FRK-Programm vom 13.06.2018 bis 21.06.2018

Mittwoch, 13.6.18:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

18 Uhr „Hörbuch aktuell“.

19 Uhr „Handmade classics”.

20 Uhr „Handmade“.

21 Uhr „Magic Moments“.

22 Uhr „Resonanz“, Heute: 10 Jahre Kammeroper Kassel; Studiogast: Sylvia Cordes.

0 Uhr „Nachtprogramm“, Eric Clapton live in den 60er und 70er Jahren.

 

Donnerstag, 14.6.18:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

17 Uhr „ILF Eritrea“ (in Tigrinia).

18 Uhr „Kulturthemenwechsel“.

19 Uhr „Bahnhof Damaskus“ (in arabischer Sprache).

20 Uhr „Musica Latina“, Lateinamerikanische Musik (in spanischer und deutscher Sprache).

21 Uhr „Viaje Radial“, Rundreise durch Lateinamerika (in spanischer Sprache).

22 Uhr „Borderline“, Musik für Grenzgänger.

23 Uhr „Anorak City“, Britpop und Artverwandtes.

0 Uhr „Nachtprogramm“; Monkees-Nacht; u.a. mit den LPs .“The Birds, The Bees And The Monkees“, „Headquarters“, “Good Times”.

 

Freitag, 15.6.18:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

17 Uhr „Heimatlieder“, Sendung des Instituts für Sprachen..

18 Uhr „Themenwechsel“, Heute: u.a. Vortrag „Marx – Der Unvollendete“ von Jürgen Neffe (Aufzeichnung aus der Uni Kassel vom 22.5.18).

20 Uhr „Borderline extra“, Musik für Grenzgänger, Heute: Die Plattenlabels Hausmusik, Kollaps, Payola).

22 Uhr „Kabarett live“, Heute: Konrad Beikircher (Aufzeichnung vom "Sommer im Park" aus Vellmar).

1 Uhr „Nachtprogramm“, Grateful-Dead-Nacht, Cornell University, Ithaka, 1977.

 

Samstag, 16.6.18:

8 Uhr  Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr “Musikalische Früherziehung”.

18 Uhr „Long Distance Call“, Das Blues-Magazin; Heute: "I got the devil in my closet,
and the wolf is at my door" – Musik von John Campbell, Bill Carter und Eric Burdon. 

19 Uhr “Nightshift”.

20 Uhr “Lili“, Libertäre Informationen lokaler Initiativen.

21 Uhr „Die Lange Rille“, Heute: Er hat sie alle überlebt - Willie Nelson zum 85, Teil 5;  Willie und der Western Swing.

0 Uhr „Nachtprogramm“, Grand-Funk-Railroad-Nacht; u.a. mit den LPs „Survival“, „Closer To Home“, “Phoenix“.

 

Sonntag, 17.6.18:

8 Uhr Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Kinderradio“.

17 Uhr „Tanzparkett spezial; Heute: Jan Savitt and his Top Hatters - eine US-Swingband der 30er und 40er Jahre.

18 Uhr „Kassel entrüsten!“, Teil 3: „Gender, Krieg und Frieden(sbewegung) – Welche Rolle spielen Geschlechterrollen in unserer Friedensarbeit?“ von Elise Kopper.

19 Uhr „Lonesome Traveler“, Heute: Georgia On My Mind - Erinnerung an Ray Charles, Teil 2.

20 Uhr “Devil’s Kitchen”, Hard Rock, Metal, Rock’n’Roll.

22 Uhr “Welcome To Hell”, Das Metalradio.

0 Uhr „Nachtprogramm“; Replacements-Nacht; u.a. mit den LPs „Pleased To Meet Me“, „Tim“, „Let It Be“.

 

Montag, 18.6.18:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr: Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache..

18 Uhr „Excentric Radio“, Weirdos Of Sound.

19 Uhr “Monkeymusicmovement”, Eine Stunde Rapmusik.

20 Uhr „Fangschalltung“, Neue Musik und Improvisierte Musik.

22 Uhr “Ear Catcher”, Neue Platten und DVDs.

23 Uhr „Forum experimentell“.

1 Uhr „Nachtprogramm“, Poco-Nacht; u.a. mit den LPs “Pickin‘ Up The Pieces“, „A Good Feeling To Know“, “Crazy Eyes”.

 

Dienstag, 19.6.18:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr: Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

18 Uhr „Postfaktisch“, Sendung von Schülern des Engelsburg-Gymnasiums.

19 Uhr „Frei hoch zwei“, Magazin für GEMA-freie Musik, Heute: 10 Jahre afmusic.

20 Uhr „Liederleute“; Magazin für Musik und Politik.

22 Uhr „Only Vinyl“, Plattenspiele.

23 Uhr „Wortspiele“, Philosophische Reflexionen.

0 Uhr „Nachtprogramm“, Harry-Nilsson-Nacht; u.a. mit den LPs „Pussy Cats“, „Harry Nilsson Sings Newman“, „A Little Touch Of Schmilsson In The Night“.

 

Mittwoch, 20.6.18:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholung des Programms von Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

18 Uhr „Hörbuch aktuell“.

19 Uhr „Memories“, Heute: Kriminalhörspielreihe „Maigret und seine größten Fälle“.

20 Uhr „Jazzcafe“, Heute: The Final Concerts (and more) – Miles Davis und John Coltrane live 1960, Teil 3.

21 Uhr „Tanzparkett“, Heute: US-Swing, Folge 6/ 2018: Smallbands auf Decca.

22 Uhr „Die Thomas-Hellmann-Show“.

0 Uhr „Nachtprogramm“, Eric Clapton live in den 60er und 70er Jahren.

 

Donnerstag, 21.6.18:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholung des Programms vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

17 Uhr „ILF Eritrea“ (in Tigrinia).

18 Uhr „Kulturthemenwechsel“.

19 Uhr „Bahnhof Damaskus“, in arabischer Sprache.

20 Uhr „Irie Ites“, Reggae und Dub.

22 Uhr „Borderline“; Musik für Grenzgänger.

23 Uhr „Anorak City“, Indie-Pop, Britpop und Artverwandtes.

0 Uhr „Nachtprogramm“, Monkees-Nacht; u.a. mit den LPs .“The Birds, The Bees And The Monkees“, „Headquarters“, “Good Times”.

Programminfos vom 13.06.2018 bis 20.06.2018

10 Jahre Kammeroper Kassel Studiogast: Sylvia Cordes

Die Kammeroper Kassel feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum! Die Sopranistin und Pädagogin Sylvia Cordes hat das kleine, aber feine Ensemble, das mittlerweile zu einer festen Kasseler Institution geworden ist, im Jahr 2008 mitbegründet. Im Hauptberuf unterrichtet sie unter
anderem Musik und Darstellendes Spiel an einem Gymnasium. Im Gespräch erzählt sie unter anderem von der Arbeit in der freien Musikszene in der
Stadt, von Höhepunkten in der Nachwuchsarbeit an der Schule und von ihre großen Vorliebe für einen möglichst bunten Mix der Musikgenres.

  • Sendedatum: „Resonanz“, Mittwoch, 13. Juni 2018, 22.00 Uhr

 

US-Swing, Folge 6/ 2018: Smallbands auf Decca

In der heutigen Ausgabe unserer Swingreihe geht es um US-amerikanische Kleingruppen der 30er und beginnenden 40er Jahre, die für die US-Plattenfirma Decca aufnahmen.
Den Anfang machen drei Platten, die unter Leitung des jazzverrückten Ex-Jockeys Red McKenzie entstanden. In den 20er Jahren war er über seine Begeisterung für Jazzgesang und Kammblasen (ein Instrument beherrschte er keins) in die Jazzszene gekommen und schaffte in den 30er Jahren auch den Übergang zum neuen Swingstil. Es handelt sich bei den hier zu hörenden „Rhythm Kings“ um Pick-up-Bands, also für Studioaufnahmen jeweils „zusammentelephonierte“ Gruppen (to pick up [the receiver] = [den Hörer] abnehmen, d.h. ins Studio kam, wer an den Apparat ging und Zeit hatte, als der Produzent eine Kapelle für diese Aufnahme zusammenstellen wollte).
Ebenso regelmäßig für die Decca im Plattenstudio war der Sänger Dick Robertson. Er sah sich weniger als Schlagersänger denn als Jazzman und legte folglich stets Wert auf solistisch orientierte Begleitbands.
Wiederum mit drei Platten vertreten ist Bob Howard, dem wir vor längerer Zeit schon eigene Ausgaben gewidmet haben.
Howard war, wenn man so will, in stilistischer Hinsicht eine Antwort auf den bei der Victor beschäftigten und damals rasend populären Jazzpianisten, Sänger und Entertainer Thomas „Fats“ Waller, allerdings ohne Klavier zu spielen. Das erledigte ein Studiomusiker. Auf der zweiten Platte wird Howard vom kompletten Riley-Farley-Orchester aus dem „Onyx Club“ in Manhattan begleitet. Auch die dritte wartet mit prominentem Personal auf, allerdings in zwei unterschiedlichen Besetzungen auf Vorder- und Rückseite.
Nicht zu verwechseln mit der ebenfalls für Decca aufnehmenden gleichnamigen holländischen Bigband sind die Ramblers, die wir zum Abschluß der Sendung präsentieren. Nukleus der Band ist der Hammondorganist Bob Hamilton. Elektrische Orgeln waren zu jener Zeit brandneu, und etliche Jazzer versuchten sich an ihnen. In der Besetzung sind mit Teddy Bunn (g, voc) und O’Neill Spencer (dr, voc) zwei Solisten, die sonst mit dem wohl prominentesten Hammondorgelspieler jener Tage zusammenarbeiteten, nämlich Milt Herth, der ebenfalls bei der Decca unter Vertrag war. Der Pianist ist hier nicht James P. Johnson, sondern Billy Kyle. Die Ramblers nahmen in einer Sitzung am 28.4.39 in New York lediglich vier Titel auf, die wir Ihnen komplett vorstellen.
Durchs Programm begleitet Sie Peter K. Michael

  • Sendetermin: „Tanzparkett“, Mittwoch, 14. Juni 2018, 21 - 22 Uhr
  • Wiederholung: Donnerstag, 15. Juni 2018, 13 Uhr

 

200 Jahre Karl Marx

Der Marxismus ist tot? Keineswegs. Denn mit der Erschütterung vieler politischer Gewißheiten scheinen Karl Marx und seine ldeen neue Bedeutung zu erlangen. Als der Philosoph und Gesellschaftstheoretiker 1883 starb, hinterließ er ein gewaltiges
Werk - und eine revolutionär neue Perspektive auf die gesellschaftlichen Verhältnisse. Anders als viele Marx-Experten unterscheidet Jürgen Neffe in seinem aktuellen Buch nicht zwischen einer frühen und elner reifen Schaffensphase. Er
sieht Marx als Gesamtkunstwerk: ,,Welcher Philosoph hat je so tief in die Ökonomie geblickt, welcher Ökonom so philosophisch gedacht und so literarisch geschrieben wie er?"
Weiter schreibt er: ,,Sind seine Vorhersagen der Globalisierung und ihrer Folgen nicht in einer Weise eingetroffen, daß man sich beim Lesen der Texte mehr als 170 Jahre später die Augen reiben möchte? Hat er nicht die totale Kommerzialisierung angekündigt, wie wir sie gar nicht mehr anders kennen?" Neffe zeigt anhand der Originaltexte aber auch, wie Marx' Theorie zum Teil bewußt politisch instrumentalisiert und zurechtgebogen wurde. Zugleich beschreibt er Marx als einen politischen Zeitgenossen, dessen erster veröffentlichter Text ein leidenschaftliches
Plädoyer fur die Pressefreiheit war – für das er schließlich ins Gefängnis mußte.
Ein teilweise durchaus überraschender und neuer Blick auf Karl Marx - und damit das richtige Buch, um ihn zu seinem 200. Geburtstag neu zu entdecken.
Jürgen Neffe stellte sein Buch im Rahmen einer Veranstaltung des Wissenschaftsforums der Sozialdemokratie in der Uni Kassel vor.

  • Sendetermin: „Themenwechsel“, Freitag, 15. Juni 2018, 18 Uhr

 

Konrad Beikircher live

Der Beikircher gehört nicht zu den alten Männern, die nur zurück gucken.
Er ist zwar 70, aber frischer denn je. So auch sein neues Programm ,,Bin
vöLLig meiner Meinung". Was passiert denn, wenn so einer auf die Sonnenbank
geht oder beim Mäckes sich die Raubtierfütterung anschaut? Oder wenn er gar in Hottand einen Coffee-Shop aufsucht, weiI er einem Freund was mitbringen will, so was aber noch nie gemacht hat? Und wie tanzen diese jungen Leute heutzutage
überhaupt? Und was passiert, wenn seine Frau Roleber, mit der er 1984 bis 1992 den WDR unsicher gemacht hat, HEUTE mit der Frau Walterscheidt tetefoniert und einen bösen Btick auf die neue Zeit wirft? Beikircher in Bestform - versprochen. Und Rheinisch ist immer dabei, die Sprache, die auch uns Herrjott spricht, deshalb ist es im Rheinland ja so schön!"

  • Sendetermin: “Kabarett live”, Freitag, 15. Juni 2018, 22 Uhr

 

"I got the devil in my closet, and the wolf is at my door ..."

Die heutige Folge eröffnen wir mit herrlich schräg-düstere Zeilen eines weißen New Orleans-Bluesmannes: John Campbell. Der war seinerzeit den Umweg über Austin/Texas nach New York City gegangen, bis es dann endlich mit dem Elektra-Label klappte. Leider war es dann nach etlichen Versuchen ausgerechnet in der Aufwärtsphase ganz plötzlich mit dem Mann vorbei. Früher "unerwarteter" Tod. Und das war´s. Interessanter Typ. Einige seiner Songs hören wir in dieser Folge.
Ebenfalls aus Austin stammt Bill Carter, der mit seiner Frau Ruth Ellsworth als Songwriter-Team den frühen Fabulous Thunderbirds angenehm aufgefallen war - sie übernahmen als erste deren Material. Auch von ihnen ist heute etwas. In Kooperation mit Jimmie Vaughan befinden wir uns mit denen dann alsbald auf "Stomping Grounds".
Abgerundet wird dieses Stündchen purer Nostalgie von und mit dem großen R&B-Briten Eric Burdon (still alive!) und dem unvergessenen Rory Gallagher aus Irland (+ 14. Juni 1995). Rauhe Blues-Stimmröhre, herb-kratzige Fender Gitarrensounds, schöne lange Soli.

  • Sendetermin: „Long Distance Call”, Samstag, 16. Juni 2018, 18 Uhr

 

Willie  Nelson und der Western Swing

Let´s ride ´em one more round: Die "Country-Ikone" Willie Nelson, der "Ober-Outlaw" ist in diesem Frühjahr 85 geworden. Eine echte Leistung - bei sooo einem Lebenswandel Der Texaner aus Abbott ist ein wahrer Stehauf-Typ. Seine Biografie ist eine spannende Angelegenheit, sein musikalischer Output sensationell. Der erste Teil der heutigen „Langen Rille“ enthält die Titel aus seinem "Across The Borderline"-Album (1993), die nicht mehr in die vorige Folge passten. Toll, welche KünstlerkollegInnen da so alle mit vertreten sind. Die Duettliste reicht von Paul Simon, Bonnie Raitt und Sinead O´Connor bis zu Bob Dylan.
Willie hat des öfteren den Einfluß der Swingmusik (i.w.S.) auf seine eigene musikalische Entwicklung betont - von Django Reinhardt bis zum "King of Western Swing" Bob Wills. Und genau das zieht sich wie ein roter Faden durch diese Ausgabe. Der Mittelteil dieser Dreistundensendung besteht aus den „Radio Tiffany-Recordings“ (1946-47) des Bob Wills, die in der Neuzeit als "Swing Hi! Swing Lo! - The Best of the Tiffany Recordings“ erschienen sind..
Abgerundet wird das Programm diesmal von echten Outlaw-Pals aus der Austin TX-Szene: Die seit den mittleren 70er Jahren legendären Asleep At The Wheel mit dem Unikum Ray Benson sind "live" zu hören. Deren Album "Served Live ! - Asleep At The Wheel, at The Texas Opry House, in Austin, January 1979" ist ein echter Hammer, zugleich Klassiker des Genres. Das war damals die große Zeit des legendären "Armadillo Headquarters".

  • Sendetermin: “Die Lange Rille”, Samstag, 16. Juni 2018, 21 Uhr

 

Jan Savitt and his Top Hatters - eine US-Swingband der 30er und 40er Jahre

In Deutschland sind die Top Hatters von Jan Savitt außerhalb von Musiker- und Plattensammlerkreisen heutzutage wohl völlig unbekannt - wie so viele andere US-Kapellen der „II. Garnitur“ auch.
Kein Wunder, denn von den vielen Platten des am 04.9.1907 in St. Petersburg (nach anderen Quellen Schumsk, heute Ukraine) als Jakob Sawetnik geborenen Violinisten, Komponisten und Arrangeurs erschien in Deutschland nicht eine einzige. Zwar konnte man sie bis Kriegsausbruch problemlos z.B. über das Schallplatten-Spezialhaus Alberti in Berlin als Importe beziehen. Aber das dürften die wenigsten Swingfans getan haben, denn bestellt wurde ohnehin meist nur das, was man kannte. Schließlich bekam man zwar nicht alle, aber sehr viele Platten der meisten großen US-Stars ohne derlei Verrenkungen auf deutschen Pressungen, und eher wurden wohl die Plattensammlungen mit Importen hier nicht verlegter Scheiben solcher Bands ergänzt.
Orchester wie die Top Hatters, für die die Plattenkonzerne auf dem europäischen Markt geringere oder keine Chancen sahen, blieben damals auf der Strecke - und sind heute immer noch zu entdecken.
Interessant ist dabei immer der klangliche Vergleich mit den europäischen Swingbands - diese konnten oder wollten sich offenbar nicht immer an der Speerspitze der Musik aus dem Mutterland des Swing orientieren, weil vermutlich weder Personal noch Publikumsinteresse das hergegeben hätten. In der Nachschau fragt man sich heute beim Abhören europäischer, auch deutscher Aufnahmen aus dieser Zeit oder den Jahren unmittelbar danach bisweilen, ob deren Arrangeure nicht vielleicht auch die weniger bekannten US-Orchester wie das von Jan Savitt zum Vorbild gehabt haben könnten. Die Berliner Musiker gingen jedenfalls „bei Alberti“ stets ein und aus ...
Als er im Säuglingsalter war, wanderten Jan Savitts Eltern mit ihm aus Rußland aus, wo sein Vater ein Regimentskapellmeister der zaristischen Armee gewesen war. Die Musikalität schien dem kleinen Jakob bzw. Jan also in die Wiege gelegt, und so studierte er nicht nur am Curtis Institute in Philadelphia, sondern auch in Europa das Geigenspiel.
Bereits mit 19 Jahren gehörte er als Violinist zum Philadelphia Orchestra unter Leopold Stokowski. Nach mehreren Jahren, in denen er auch seine Studien fortgesetzt hatte, wandte er sich jedoch der modernen Unterhaltungsmusik zu und ging zum Radio. Bei KYW, einer dem NBC-Network angeschlossenen Rundfunkstation in Philadelphia, leitete er ein Studioorchester.
Nach großen lokalen Erfolgen ging er 1936 mit diesem Klangkörper auf Tournee, um 1937 der Festanstellung am Funk den Rücken zu kehren und es auf eigene Faust als Bandleader zu versuchen - damals in Amerika wohl der Berufswunsch moderner, ehrgeiziger junger Leute!
Die Top Hatters, die Savitt gemäß den auffälligen Kopfbedeckungen der Band, hohen Zylinderhüten, benannt hatte, umfaßten 15 bis 18 Mann und eine Sängerin.
In der Flut der Neugründungen der Swing-Ära suchte jeder Bandleader ein besonderes Merkmal für seine Truppe. Bei den Top Hatters war das neben den Hüten oft die Darbietung der Nummern im damals neuartigen Shuffle-Rhythmus, den Savitt selbst mitkreiert hatte.
Regelmäßige Tourneen machten die Band bald so bekannt, daß die Plattenindustrie auf sie aufmerksam wurde. Nach einigen Platten bei der kleinen Firma Variety folgten Aufnahmen für Bluebird, das preiswerte Unteretikett des Marktführers Victor, das ein populäres Repertoire für die tanzverrückte Jugend bot, und die wiederum kleinere Marke Decca sowie das NBC-Spezialetikett Thesaurus, das 40-cm-Platten mit als Pausenfüller verwandter Instrumentalmusik an Rundfunksender vertrieb.
Nicht nur als Interpret, auch als Komponist populärer Swingnummern trat Jan Savitt nun hervor, so stammt z.B. das während des Krieges auch in Europa bekannte 720 In The Books aus seiner Feder. Erkennungsmelodie der Band war die in unserer Sendung gebrachte Nummer Quaker City Jazz.
Eine weitere Besonderheit war die feste Zusammenarbeit einer weißen Band mit einem schwarzen Sänger. In den USA stieß diese Praxis, selbst dort, wo sie nicht gesetzlich verboten war, damals noch auf breite Ablehnung - und war auf der Bühne selbst in den liberalen Teilen des Landes praktisch nirgends möglich. George „Bon Bon“ Tunnell ist auf vielen der Platten mit Jan Savitts Top Hatters als Refrainsänger zu hören.
Die steigende Popularität brachte Engagements beim Film in Hollywood. Savitt agierte auch als Darsteller auf der Leinwand.
Nun war es möglich, prominente Solisten zu verpflichten - beispielsweise waren Georgie Auld, Tex Beneke, der heute (2016) noch aktive Urbie Green, Chubby Jackson, Vernon Brown, Nick Fatool und George Siravo zeitweise Bandmitglieder. Als Bandsängerin fungierte u.a. Kitty Kallen.
Zwischen 1938 und 1940 landete Savitt mit seiner Formation insgesamt acht Hits in den Billboard-Charts, beginnend mit dem auf die populäre Radio-Westernserie The Lone Ranger anspielenden Song Ho-Yo Silver. Sein letzter Erfolg war Make Believe Island.
Nach Kriegsende waren Bigbands weniger gefragt; Savitt verkleinerte daher das Orchester auf acht Mann. Er zog nach Kalifornien und lebte in Nord-Hollywood.
Nachdem er am 02.10.1948 auf der Fahrt zu einem Auftritt im Memorial Auditorium in Sacramento eine Hirnblutung erlitten hatte, starb er am 04.10. in einem dortigen Krankenhaus im Alter von nur 41 Jahren.
Der später als Jazzkritiker bekanntgewordene Barry Ulanov, damals Presseagent der Top Hatters, schrieb im „Metronome“ in seinem Nachruf auf Jan Savitt, daß dieser, obwohl ein großartiger Jazzmusiker, leider nie völlig zu einem wirklich eigenen Profil gefunden hätte.

Durch die Sendung begleitet Sie Peter K. Michael.

In spitzen Klammern Matrizennummer, dahinter Aufnahmedaten und Bestellnummer.
Plattenmarken: BB - Bluebird, De - Decca.
Aufnahmeort sämtlicher Platten ist New York.

Wir bringen:

Moonshine Over Kentucky (Sidney D. Mitchell - Lew Pollack) voc. George „Bon Bon” Tunnell [i. folg. BB] <021185-1>
Lovelight In The Starlight (Ralph Freed - Frederick Hollander) voc. Carlotta Dale <021188-1>
NY, 18.3.38 BB B-7504

‘s Good Enough For Me (Larry Clinton - Julian Kaye) voc. BB <023593-1>
So Lovely (Shannon - Bernier - Emmerich) voc. BB <023595-1>
17.6.38 BB B-7679

Quaker City Jazz (Jan Savitt - Jimmy Schultz) <028143-1>
Sugar Foot Stomp (Joe Oliver - Louis Armstrong) <028140-1>
21.10.38 BB B-10005

And The Angels Sing (Mercer - Elman) voc. BB <65320-B>
Snug As A Bug In A Rug (Loesser - Malneck) voc. BB <65321 A>
01.4.39 De 2390

Make Love With A Guitar (Maria Grever - Raymond Leveen) voc. BB <67105 A>
Imagination (Jimmy van Heusen - Johnny Burke) voc. BB <67106 A>
24.01.40 De 2990

Green Goon Jive (Savitt) <68543-A>
03.01.41 De 3671

You Can’t Brush Me Off (Irving Berlin) (Film: Louisiana Purchase) voc. Alan DeWitt <67602>
18.4.40 De 3178

It’s A Lovely Day Tomorrow (Irving Berlin) (Film: Louisiana Purchase) <67631>
29.4.40 De 3178

My Heart At Thy Sweet Voice (Sieh’, mein Herz erschließet sich) (Saint-Saëns; Samson et Dalila), arr. W. Moore <68544> 03.01.41 De 3640
The Young Prince And The Princess (Rimsky-Korsakow; Scheherazade) <68530> 01.01.41 De 3640

Rose Of The Rio Grande (Warren - Gorman - Leslie) <67150>
Blues In The Groove (Durham) voc. BB <67149>
04.02.40 De 3945

  • Sendetermin: „Tanzparkett extra“, Sonntag, 17. Juni 2018, 21 - 22 Uhr
  • Wiederholung: Montag, 18. Juni 2018, 9 Uhr

 

„Kassel entrüsten!“ - Sendereihe im Freien Radio Kassel

Krieg und Flucht bestimmen die Schlagzeilen. In einer Welt die aus den Fugen gerät und sich Konflikte rasant wandeln, klingen die Erklärungen der Friedensbewegung oft festgefahren und altbacken. Die Vortragsreihe „Kassel entrüsten!“ bringt mit ausnahmslos jungen Forscher*innen frischen Schwung in die Debatte und öffnet neue Perspektiven auf Krieg und Frieden. Die Mitschnitte der Vorträge nehmen Sie mit auf eine spannende Audio-Reise: Von der Rüstungshochburg Kassel über das abgeschottete Mittelmeer bis zu den Militäreinsätzen der UN. Ihr hört wieso die Bundeswehr Pizza-Kartons und die NATO Handys verschenkt, wie sich die deutsche Armee „grün wäscht“, was Sturmgewehre beim G20-Gipfel im Schanzenviertel machen, und warum Frieden ohne Frauen nicht funktioniert. Die Vorträge laufen an diesen Terminen immer um 18 Uhr im Freien Radio Kassel auf 105,8 MHz und im Webstream:
Heute bringen wir den Vortrag „Gender, Krieg und Frieden(sbewegung) – Welche Rolle spielen Geschlechterrollen in unserer Friedensarbeit?“ von Elise Kopper.
Gender, das sog. „soziale Geschlecht“, ist eine der zentralen Kategorien, die unsere Gesellschaft strukturieren. Auch und gerade im Kontext von Krieg und Frieden spielt es eine wichtige Rolle. Im Vortrag kommen Themen wie militarisierte Männlichkeit, sexualisierte Kriegsgewalt, Geschlechterrollen in Friedensprozessen oder Geschlecht und Sexualität in der Bundeswehr zur Sprache. Wir werden aber auch einen Blick auf die internen Strukturen der Friedensbewegung werfen: z.B. auf die Vereinbarkeit von Familie und Ehrenamt oder die Sichtbarkeit von Frauen und Männern bei friedenspolitischen Veranstaltungen.
Elise Kopper hat Politik- und Rechtswissenschaften sowie Friedensforschung studiert. Sie arbeitet in der Friedensbewegung und ist Mitglied der AG Gender & Frieden im Bund für Soziale Verteidigung.

  • Sendetermin: „Kassel entrüsten!“, Sonntag, 17. Juni 2018, 18 Uhr

 

10 Jahre afmusic

Das Netlabel afmusic feiert dieser Tage seinen zehnten Geburtstag. Zu diesem Anlass hat das Label den Quintessence 2008 - 2018 genannten Sampler veröffentlicht, der in der Sendung vorgestellt wird. Und ein Rückblick ins Sendungsarchiv offenbart Erstaunliches: 2009 ist das erste Mal Musik von afmusic in dieser Sendung gespielt worden – ganz am Anfang!

  • Sendetermin: „Frei hoch zwei“, Dienstag, 19. Juni 2018, 19 Uhr

 

Giganten unter sich – Miles und Coltrane

Mitte der 50er Jahre war John Coltrane für einige Zeit Mitglied in der Band von Miles Davis. Der wohl einflußreichste Saxophonist der Jazz-Geschichte motivierte den Großmeister des „Cool Jazz“ zu vielfältigen Experimenten; gemeinsam eröffneten sie dem Jazz völlig neue Dimensionen. John Coltranes expressiver Stil revolutionierte nicht nur das Saxophonspiel, sondern veränderte den Blick auf Jazz und Improvisierte Musik grundlegend.
Allerdings hielt die Verbindung Davis-Coltrane nicht allzu lange: Das berühmte Miles-Davis-Quintett mit Coltrane am Tenorsaxophon schuf zwar klassische Alben wie „Kind Of Blue“ und „Milestones“; zwei derart übermächtige Persönlichkeiten in einer einzigen Band waren aber auf die Dauer doch einer zuviel. So entschloß sich John Coltrane 1960, die Gruppe zu verlassen und seine eigene Band ins Leben zu rufen, mit der er in den ihm verbleibenden sieben Jahren (bis zu seinem Tod 1967) Musikgeschichte schrieb. Die letzten Konzerte, die Coltrane als Mitglied der Miles-Davis-Band absolvierte, fanden im Juni 1960 in Europa statt und wurden damals fürs Radio mitgeschnitten. Kürzlich erschien eine CD-Box mit den historischen Aufnahmen aus Paris, Stockholm und Kopenhagen. Die Konzerte machen deutlich, daß sich Davis und Coltrane zu dieser Zeit stilistisch bereits weit voneinander entfernt hatten. Während sich Miles Davis noch an den traditionellen harmonischen und rhythmischen Formen orientierte, breitete Coltrane bereits seine legendären „sheets of sound“ aus, seine expressiven Skalen und Tonfolgen, die komplett von herkömmlicher Harmonik und Tonalität abgekoppelt waren. Hier erleben wir den Übergang in eine neue musikalische Sphäre – zum Glück für die Nachwelt sind diese historischen Aufnahmen in guter Qualität erhalten.
Das „Jazzcafe“ präsentiert in einer mehrteiligen Reihe die kompletten Konzerte des Miles-Davis-Quintetts mit John Coltrane von der Europa-Tournee im Juni 1960. Heute folgt Teil 3.

 

  • Sendetermin: „Jazzcafe“, Mittwoch, 20. Juni 2018, 20 Uhr


















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