Programm

Programm vom 20.10.2021 bis 28.10.2021

Mittwoch, 20.10.21:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholung des Programms von Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

18 Uhr „Platz da - Wir sind die Neuen“; Das Vier-Augen-Prinzip.

19 Uhr „Memories“, Hits aus Ost und West.

20 Uhr „Jazzcafe“.

21 Uhr „Tanzparkett“; Heute: Totgesagte leben länger – Paul Abraham.

22 Uhr „Nachtspielzeit“; Leben, Liebe, Indiepop.

0 Uhr „Nachtprogramm“, Talking-Heads-Nacht; u.a. mit den LPs „Remain In Light“, “Little Creatures”, „More Songs About Buildings And Food”.

 

Donnerstag, 21.10.21:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“; Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholung des Programms vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“; in türkischer Sprache.

17 Uhr „ILF Eritrea“ (in Tigrinia).

18 Uhr „Kulturthemenwechsel“.

19 Uhr „Musik-Lounge“; Rock, Pop, Oldies.

20 Uhr „Irie Ites“; Reggae und Dub.

22 Uhr „Borderline“; Musik für Grenzgänger.

23 Uhr „Anorak City“; Indie-Pop, Britpop und Artverwandtes.

0 Uhr „Nachtprogramm“; Zum 20. Geburtstag: Lange „Handmade“-Nacht.

 

Freitag, 22.10.21:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“,  Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

18 Uhr „Themenwechsel“.
 
20 Uhr „Borderline extra“, Musik für Grenzgänger; Heute: Faust, Teil 3.

21 Uhr „Fast vorwärts“.

22 Uhr „Kabarett live.

1 Uhr „Nachtprogramm“, Grateful-Dead-Nacht, Frühjahr 1973.

 

Samstag, 23.10.21:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „FRQNZ On Air“.

18 Uhr “Country Classics”.

21 Uhr „Aoxomoxoa”; Das Rock-Kaleidoskop.

0 Uhr „Nachtprogramm“; A Young Person’s Guide To Female Pop Music, Teil 1.

 

Sonntag, 24.10.21:

8 Uhr  Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Kinderradio“.

17 Uhr „Tanzparkett extra“; Wenn ich mir was wünschen dürfte
Zum 125. Geburtstag von Friedrich Hollaender (2. Folge und Schluß).

19 Uhr „Lonesome Traveler“.

20 Uhr “Devil’s Kitchen”, Hard Rock, Metal, Rock’n’Roll.

22 Uhr “Welcome To Hell”, Das Metalradio.

0 Uhr „Nachtprogramm“; A Young Person’s Guide To Female Pop Music, Teil 2.

 

Montag, 25.10.21:

8 Uhr  Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

17 Uhr „Somaaliyay Toos“, (in somalischer Sprache).

18 Uhr „Tom‘s Rock And Pop Specials", Songs und Songgeschichten.

20 Uhr „Fangschalltung“, Neue Musik und Improvisierte Musik.

22 Uhr „Ear Catcher“, Neue Platten und DVDs.

23 Uhr „Einheizradio”, Musik und Satirisches.

1 Uhr „Nachtprogramm“; Make Rave, Not Hate.

 

Dienstag, 26.10.21:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

18 Uhr „Campusradio“.

19 Uhr „Deutsch – Mein neues Hobby“.

20 Uhr „Liederleute“, Magazin für Musik und Politik.

22 Uhr „Only Vinyl“, Plattenspiele.

0 Uhr „Nachtprogramm“, Lange Chris-Roberts-Nacht, u.a. mit den LPs „Eine Freude vertreibt 100 Sorgen“, „Love Me“, „Die Maschen der Mädchen“. 

 

Mittwoch, 27.10.21:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

18 Uhr “The Essence"; Unique Hip Hop & more.

19 Uhr „Handmade classics”.

20 Uhr „Handmade“.

21 Uhr „Magic Moments“.

22 Uhr “Scorothek”.

0 Uhr „Nachtprogramm“, Lange Nacht über die Rock-Oper “Tommy” von The Who.

 

Donnerstag, 28.10.21:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

17 Uhr „ILF Eritrea“ (in Tigrinia).

18 Uhr „Kulturthemenwechsel“.

19 Uhr „Musik-Lounge“, Pop, Rock, Oldies.

20 Uhr „Musica Latina“, Lateinamerikanische Musik (in spanischer Sprache).

21 Uhr „Viaje Radial“; Rundreise durch Lateinamerika (in spanischer Sprache).

22 Uhr „Borderline“, Musik für Grenzgänger.

23 Uhr „Anorak City“, Britpop und Artverwandtes.

0 Uhr „ Nachtprogramm“, Lange Franz-Josef-Degenhardt-Nacht; u.a. mit den LPs „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“, „Im Jahr der Schweine“, „Kommt an den Tisch unter Pflaumenbäumen“ (bis 8 Uhr).

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Programminfos vom 15.10.2021 bis 21.10.2021

Goodbye Angela – Kabarett aus 16 Jahren Merkel-Kanzlerschaft

Man kann es sich noch nicht so recht vorstellen, aber die Ära Merkel geht ja nun wohl endgültig zu Ende (wenn nicht noch etwas dazwischenkommt). Nicht nur die Politik wird dann auf die ewige Kanzlerin verzichten müssen, sondern auch das Kabarett. Über Jahrzehnte war „diese Frau“ (Zitat Edmund Stoiber) ein fester Bestandteil unzähliger Kabarettprogramme – auch solcher, die bei uns im FRK im Rahmen von „Kabarett live“ ausgestrahlt wurden. Klar, daß wir sie würdig verabschieden – mit einer kleinen Reihe. Wir blicken zurück auf 16 Jahre Merkel-Kanzlerschaft und wollen uns erinnern, wie die führenden Polit-Kabarettisten der Nation über die Jahre mit der Regierungschefin umgegangen sind.
Heute bringen wir eine Aufzeichnung aus dem Jahr 2011. Damals war Georg Schramm in Vellmar zu Gast. Er galt – und gilt bis heute – als einer der bissigsten und scharfzüngigsten politischen Kabarettisten. Mit seinem Bühnenpersonal wie dem renitenten, einarmigen Rabatz-Rentner Dombrowski, dem Oberstleutnant Sanftleben und dem Alt-Sozialdemokraten August hat Georg Schramm Kabarettgeschichte geschrieben – kaum jemand hat auf deutschen Bühnen einen derartigen Furor entwickelt, niemand hat die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse dermaßen gnadenlos und treffend seziert wie der studierte Psychologe Georg Schramm. Leider hat er bereits vor einiger Zeit seine Kabarett-Tätigkeit weitgehend eingestellt – neue Programme und Tourneen gibt’s keine mehr; bestenfalls zu besonderen Anlässen tritt Schramm noch auf. Glücklicherweise haben wir aber die Aufzeichnungen. Im Mai 2011 war er in Vellmar beim „Sommer im Park“ zu Gast. Klar, daß die Kanzlerin, die damals mit der FDP zusammen regierte, in seinem Programm eine prominente Rolle einnimmt …

  • Sendetermin: „Kabarett live“, Freitag, 15. Oktober 2021, 22 Uhr

 

40 Jahre „Almost Blue“

Groß war die Aufregung im Herbst 1981: Ein neues Elvis-Costello-Album war angekündigt – und zwar eine Country-LP! Ausgerechnet einer der angesagtesten, von Presse und Publikum am höchsten geschätzten Vertreter der neueren Musikszene sollte sich mit der erzkonservativen, reaktionären Country Music befassen wollen? Kaum zu glauben – und als das Album dann erschien, fielen die Reaktionen entsprechend aus: Abscheu und Entsetzen, panischer Schrecken erfaßte die Fachwelt.
Versetzen wir uns für einen Moment in die damalige Zeit zurück: Die Musikszene befand sich im Umbruch, die „alten Helden“ aus den 60ern und 70ern hatten weitgehend ausgedient, neue Stile wie Punk und New Wave gaben den Ton an. Elvis Costello, der „Buddy Holly des Punk“, gehörte zu den Vorreitern der neuen Welle. Seine Alben, die seit 1977 erschienen waren, wurden von der Kritik gefeiert und von den Fans geliebt. Sein gelegentlich rüdes, unangepaßtes Verhalten trug entscheidend zu seiner Reputation als „Rebell“ bei. Vor allem aber war von Anfang an klar, daß man es hier mit einem extrem talentierten Songschreiber und Sänger zu tun hatte, dessen Phantasie und Kreativität keine Grenzen kannten. Und ausgerechnet dieser Hoffnungsträger des modernen Pop veröffentlichte nun eine komplette LP mit traditionellen Country-Songs aus den 50er und 60er Jahren, die er noch dazu im Country-Mekka Nashville aufnahm. Zum Verständnis: Country galt damals unter jungen Leuten als absolut „uncool“; wer sich als Fan von Johnny Cash oder Hank Williams outete, wurde ausgelacht. Erst im Lauf der Zeit erkannten auch die Rockfans und die Punk-Jünger, daß Country eben mehr ist als tränenziehende Schnulzen und jodelnde Cowboys – und heute gelten die Altvorderen der Country-Szene allgemein als musikalische Götter. Elvis Costellos Album „Almost Blue“ hat damals nicht unwesentlich zu dieser Entwicklung beigetragen.
Zum 40. Geburtstag zeichnen wir in drei Folgen der „Country Classics“ die Entstehungsgeschichte der Platte nach. Wir hören, wie sich Elvis Costellos Verhältnis zur Country Music im Lauf der Zeit entwickelt hat und präsentieren neben den Songs vom Album natürlich auch die Originale – u.a. von George Jones, Hank Williams und Charlie Rich.

  • Sendetermin: „Country Classics“, Samstag, 16. Oktober 2021, 18 Uhr

 

Sondersendung über die Band „Frontm3n“

Vor einigen Jahren war der Name „Frontm3n“ noch komplett unbekannt. Doch Anfang 2016 trat diese Band - bestehend aus Pete Lincoln (bekannt von The Sweet und Sailor), Peter Howarth (bekannt von The Hollies) und Mick Wilson (bekannt von 10cc) - erstmalig auf, und die Redaktion Handmade vom FRK hatte die Ehre, dabei zu sein. Seither verfolgen wir den Werdegang der drei Herren. Live bieten sie unfassbar tolle Akustikversionen der Hits ihrer o.g. Herkunftsbands und auch Solo-Material. Dazu haben sich inzwischen auch viele Eigenkompositionen der Band gesellt. Getroffen haben sich die drei Sänger in den 90er Jahren, als sie alle zusammen in der Band von Sir Cliff Richard arbeiteten. Seither sind sie befreundet, und die Idee für „Frontm3n“ entstand vor einigen Jahren. Nach ersten kleinen Konzerten folgten größere Hallen, längere Tourneen, eine erste Live-DVD und unter anderem ein Auftritt in Berlin am Brandenburger Tor zum Jahreswechsel 2017/2018, der auch im TV übertragen wurde. Die Fangemeinde wächst stetig, und somit war auch das erste eigene Album nicht weit. Im November 2018 erschien ihr Album "All For One", auf dem neben einigen bekannten Hits der o.g. Bands, aus denen die „Frontm3n“ stammen, auch eigene Eigenkompositionen enthalten waren. Anfang 2020 wurde ihr Doppel-Live-Album „Up Close – Live 2020“ aufgenommen, das auch als DVD und Blu-Ray erhältlich ist. Und nun, im Oktober 2021, erscheint das brandneue Album „Enjoy The Ride“, auf dem erstmalig 12 komplett eigene Kompositionen enthalten sind.
In der „Langen Rille“ gibt es einen Querschnitt durch die Klangvielfalt dieser Band mit jeder Menge eigener Titel und auch Live-Impressionen aus den letzten Jahren. Darüber hinaus gibt es in der Sendung auch ein Interview mit Pete Lincoln, der einige zusätzliche Informationen zur Band und dem neuen Album „Enjoy The Ride“ gibt.

  • Sendetermin: „Die Lange Rille“, Samstag, 16. Oktober 2021, 21 Uhr,
  • Wiederholung: Sonntag, 17. Oktober 2021, 13 Uhr

 

Wenn ich mir was wünschen dürfte

Zum 125. Geburtstag von Friedrich Hollaender (2 Folgen)

Söhne berühmter Väter haben es nicht immer leicht im Leben. Zu oft wird das Talent an dem des Vaters gemessen - oder es heißt gleich, bloß der Name mache die Musik.
Das hätte Friedrich Hollaender auch passieren können - immerhin war sein Vater der prominente Komponist, Pianist, Musikprofessor und Dirigent Victor Hollaender („Die Kirschen in Nachbars Garten“).
Doch Klein Fritze, am 18. Oktober 1896 in London geboren, wo sein Vater gerade an der Royal Opera Comique engagiert war, besaß selbst Talent genug. Schon mit viereinhalb Jahren überraschte er den Vater mit einer ersten Eigenkomposition (die Anekdote dazu hören Sie in Hollaenders eigenen Worten in der Sendung). Es folgten Privatunterricht sowie Studium am Sternschen Konservatorium - bei keinem Geringeren als Engelbert Humperdinck, der dort Victor Hollaenders Kollege war.
Über Fronttheaterauftritte im Westen gelangte er vom ernsten Fach endgültig zur Unterhaltungsmusik, dem Genre seines Vaters. Nach dem Kriege gründete er zusammen mit etlichen Größen der Szene (u.a.Tucholsky) ein Kabarett. Hier lernte er seine erste Frau kennen, die Diseuse Blandine Ebinger, mit der er als Klavierbegleiter auftrat und Platten aufnahm. In Charlottenburg hatte er mit dem „Tingel-Tangel“ eine eigene Bühne. In den Fußstapfen seines Vaters wandelnd, schrieb Friedrich Hollaender Revuen, die den Geist der 20er Jahre treffend spiegelten.
Schon für den Stummfilm, aber erst recht, als der Tonfilm aufkam, wurde Hollaender ein gefragter Filmkomponist - naheliegend, nachdem er schon in seiner Studienzeit im Kino als Pianist gearbeitet hatte und ihm nachgerühmt wurde, daß er ohne vorheriges Einstudieren das Wesen eines Films musikalisch passend erfassen könne.
Den Gipfelpunkt seines Ruhms dürfte er mit den Kompositionen zu Sternbergs „Blauem Engel“ erreicht haben, für den er Marlene Dietrich, mit der er auch Chansons aufnahm, die Hauptschlager auf den Leib schrieb. Dazu kommen wir am Ende der ersten und am Anfang der zweiten Ausgabe, die am 24.Oktober ausgestrahlt wird.
Er schrieb viele Filmschlager, trat auch selbst in Filmen auf und war Pianist bei einer der heißesten deutschen Kapellen jener Tage, den Weintraubs Syncopators, die er zumindest für die Schallplatte nominell auch leitete („Friedrich Hollaender und seine Jazzsymphoniker“).
Ende 1932, Anfang 1933 führte er bei dem Film „Ich und die Kaiserin“ sogar Regie. Es sollte sein letzter deutscher Film werden. Kurz nach der Machtergreifung der NSDAP ging er als Jude, nachdem er offen bedroht worden war, ins Exil. Nach einem Jahr Paris folgte 1934 der Sprung nach Hollywood. Im Gegensatz zu vielen andern Emigranten vermochte er sich dort trotz einer schwierigen Anlaufphase zu etablieren.
Endgültig kehrte Hollaender erst 1955 nach Deutschland zurück und arbeitete in München als Kabarett- und Revuekomponist. Auch für den Film war er weiterhin tätig, so schrieb er die Musik zu dem Fimlustspiel „Das Wirtshaus im Spessart“ und trat als Hotelkapellmeister in Billy Wilders Ost-West-Komödie „Eins, zwei, drei“ auf - eine Filmrolle, in der ihn wohl auch mancher Jüngere gesehen haben mag, ohne zu wissen, wessen Bild da über die Leinwand flimmerte.

1960 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen, daneben erhielt er mehrere Filmpreise.
Hollaender starb am 18. Januar 1976 in München, wo er auf dem Ostfriedhof auch beerdigt wurde.

Durch die zwei Ausgaben führt Thomas Sosna.

  • Sendetermin: Folge 1: „Tanzparkett extra“, Sonntag, 17. Oktober 2021, 17 Uhr
  • Wiederholung: Montag, 18. Oktober, 9 Uhr
  • Folge 2: „Tanzparkett extra“, Sonntag, 24. Oktober 2021, 17 Uhr
  • Wiederholung: Montag, 25. Oktober, 9 Uhr

 

Totgesagte leben länger

Paul Abraham

Die Operette ist tot. Macht nichts - wer will schon Anneliese Rothenberger mit saccharinsüß schmachtenden Geigenwäldern im Hintergrund hören?
Nichts von dem, was hier oben steht, stimmt.
Wirklich tot ist die Operette nicht, sie taucht auch in den letzten siebzig Jahren doch immer wieder auf den Spielplänen der Theater auf.
Daß sie aber nicht wahrgenommen wird, wie es ihr gebührt, macht schon etwas, denn keineswegs besteht die Operettenliteratur aus schwülstigen, streicherselig untermalten Koloraturgesängen. Im Gegenteil, in ihrer großen Zeit war die Operette jung, frech, unkonventionell und immer am Puls der Zeit, nahm sie neue musikalische Einflüsse wie etwa Ragtime und später Jazz auf und transformierte sie in eine dem damaligen Publikum verständliche Form. Dabei war sie nie simpel, so wie es Unterhaltungsmusik heute oft ist, sondern oft raffiniert ausgearbeitet, ungewöhnliche musikalische Einfälle verarbeitend, für die Darbietenden musikalische Herausforderung und Spielspaß zugleich.
Nebenbei: Auch Künstler wie Anneliese Rothenberger waren musikalisch durchaus nicht so hinterrangig, wie sie in den heute üblichen satirisch-ironischen Rückblicken gern dargestellt werden. Plattenfirmen und Fernsehen gaben allerdings dem Publikum, was es wollte (bzw. das, wovon sie glaubten, daß das Publikum es wolle). Über die Güte dieser Ansprüche wird sich allerdings wenig satirisch ausgelassen ...
Am Staatstheater Kassel erlebten wir im letzten Jahrzehnt recht gute Wiederaufnahmen von Operettenstoffen, aber demnächst findet auch in Darmstadt wieder einmal eine Wiederbelebung der Operette statt, die aus Fachkreisen mit viel Vorschußlorbeeren bedacht wird ob ihrer Rückbesinnung auf das eigentliche Wesen der Operette. Das ist Anlaß für unsere Sendung. Das Staatstheater Darmstadt bringt nämlich (Premiere am 5. November) die Operette „Ball im Savoy“ auf die Bühne. Sie ist das letzte große Werk (Uraufführung: 23. Dezember 1932) eines Komponisten, dessen Schaffen in Deutschland ein Paradebeispiel für die und gleichzeitig ein Abgesang auf die große Zeit der Operette ist.
Es handelt sich, der Kenner wird es am Titel festgestellt haben, um den ungarischen Komponisten Paul Abraham (in ungarischer Schreibweise Abráhám Pál).
Nur gut fünf Wochen nach der Premiere erfolgte die Machtergreifung der Nationalsozialisten. Abraham, der Jude war, floh zunächst nach Österreich. Zu seinem Schicksal, seinem Auf- und Verglühen am deutschen Operettenhimmel unter den damaligen Zeitumständen ließe sich noch sehr viel mehr sagen - dazu noch einiges in der Sendung.
Die Aufnahme des „Balls im Savoy“ in den Darmstädter Spielplan war Anlaß für diese Sendung, in der wir Lieder aus Abrahams früheren Operetten in zeitgenössischen Plattenaufnahmen vorstellen - dirigiert vom Komponisten selbst und mit den Sängern der Originalbestzungen.
Der Eindruck, den Sie vermutlich auch hier gewinnen werden, unterscheidet sich hoffentlich deutlich von der oben angerissenen heutigen Wahrnehmung dessen, was Operette ist und sein kann.
Durch eine Stunde wiederzuentdeckender (die obenstehenden Zuschreibungen wiederholen wir hier nicht, Sie können sie dort nachlesen) Musik begleitet Sie Thomas Sosna.

  • Sendetermin: „Tanzparkett“, Mittwoch, 20. Oktober 2021, 21 Uhr
  • Wiederholung: Donnerstag, 21. Oktober 2021, 13 Uhr

 

Programminfo für den 24.10.2021

Wenn ich mir was wünschen dürfte

Zum 125. Geburtstag von Friedrich Hollaender (2. Folge und Schluß)

Aus Klein Fritze, der schon mit viereinhalb Jahren den Vater mit einer ersten Eigenkomposition überrascht hatte (Sie werden sich an die Anekdote dazu aus der ersten Sendung erinnern), war mittlerweile einer der Stars der blühenden Berliner Revue- und Kabarettwelt geworden. In dieser Zeit kamen auch gesellschaftliche Mißstände als Thema auf die Bühne, und Hollaender war einer von etlichen Autoren, die auch diesen Teil des Zeitgeistes messerscharf erfaßt hatten. In den Kreisen, die von den herrschenden Zuständen profitierten oder profitieren wollten, schuf er sich damit keine Freunde ...
Doch zunächst dürfte er den Gipfelpunkt seines Ruhms erreicht haben - mit den Kompositionen zu Sternbergs „Blauem Engel“. Für diesen Film schrieb er Marlene Dietrich, mit der er auch Chansons aufnahm, die Hauptschlager auf den Leib. Neben Kabarettnummern und Revueeinlagen komponierte und textete er viele Filmschlager, trat auch selbst in Filmen auf und war Pianist bei einer der heißesten deutschen Kapellen jener Tage, den Weintraubs Syncopators, die er zumindest für die Schallplatte nominell auch leitete („Friedrich Hollaender und seine Jazzsymphoniker“).
Ende 1932, Anfang 1933 führte er bei dem Film „Ich und die Kaiserin“ sogar Regie. Es sollte sein letzter deutscher Film werden. Verhaßt war Hollaender bei Reaktionären und den immer stärker werdenden Nazis nicht nur seiner Arbeit wegen (offenbar stand er auf deren schwarzer Liste recht weit oben), sondern auch seiner Herkunft. Als Jude ging er kurz nach der Machtergreifung der NSDAP, nachdem er offen bedroht worden war, ins Exil. Nach einem Jahr Paris folgte 1934 der Sprung nach Hollywood. Im Gegensatz zu vielen andern Emigranten vermochte er sich dort trotz einer schwierigen Anlaufphase zu etablieren.
Endgültig kehrte Hollaender erst 1955 nach Deutschland zurück und arbeitete in München als Kabarett- und Revuekomponist. Auch für den Film war er weiterhin tätig, so schrieb er die Musik zu dem Fimlustspiel „Das Wirtshaus im Spessart“ und trat als Hotelkapellmeister in Billy Wilders Ost-West-Komödie „Eins, zwei, drei“ auf - eine Filmrolle, in der ihn wohl auch mancher Jüngere gesehen haben mag, ohne zu wissen, wessen Bild da über die Leinwand flimmerte.
1960 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen, daneben erhielt er mehrere Filmpreise.
Der am 18. Oktober 1896 in London geborene Hollaender starb am 18. Januar 1976 in München, wo er auf dem Ostfriedhof beerdigt wurde.
Auch durch die zweite Ausgabe führt Thomas Sosna.

  • Sendetermin: „Tanzparkett extra“, Sonntag, 24. Oktober 2021, 17 Uhr
  • Wiederholung: Montag, 25. Oktober 2021, 9 Uhr

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Das sind WIR

Da war doch noch was!?

Über uns

"Gesellschaft zur drahtlosen Belehrung und Erbauung"

 

Das Freie Radio Kassel (kurz FRK) ist ein nichtkommerzieller lokaler Hörfunksender, der im Kasseler Stadtgebiet und den angrenzenden Gemeinden zu empfangen ist.

 

Die Sendefrequenzen sind: UKW 105,8 MHz (Antenne) bzw. DAB+ über Kanal 6A (FRK) .

 

Das Sendestudio hat sich seit Gründung in der historischen, denkmalgeschützten Kulturfabrik Salzmann im Kasseler Stadtteil Bettenhausen befunden und musste Anfang 2013 in die Innenstadt umziehen (Opernstraße2 ).

Wir sind 105,8 MHz

Das Freie Radio Kassel ist weitgehend ehrenamtlich organisiert und bietet Interessierten die Möglichkeit, eigenverantwortlich Radiobeiträge zu produzieren und zu senden. Inhaltliche Schwerpunkte sind zum einen die lokale und regionale Berichterstattung, zum anderen ein Musikprogramm, das sich deutlich von dem kommerzieller oder öffentlich-rechtlicher Sender unterscheidet.

 

Das Programm wird von lokalen Vereinen, Initiativen und sonstigen Gruppen sowie von Einzelpersonen erstellt, die in der inhaltlichen und formalen Gestaltung ihrer Sendungen weitgehend autonom sind. Das Freie Radio Kassel verfügt im Gegensatz zu vielen anderen Bürgermedien über ein festes Programmschema mit periodisch wiederkehrenden Sendungen. Das FRK versteht sich als "Einschaltradio", d.h., Hörer schalten gezielt ein, um bestimmte Sendungen zu verfolgen. Zu den Aufgaben des Freien Radios gehört darüberhinaus die Vermittlung von Medienkompetenz. Dies geschieht durch vielfältige medienpädagogische Projekte, die oft in Kooperation mit Schulen, Hochschulen, Jugendzentren und anderen Bildungsträgern durchgeführt werden.

 

Die Finanzierung des Senders erfolgt größtenteils über Mittel der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und Neue Medien (LPR Hessen). Diese verwendet einen Teil des ihr zufließenden Anteils an den Rundfunkgebühren zur Förderung nichtkommerzieller Medienprojekte.