Programm

Programm vom 27.11.2020 bis 03.12.2020

Freitag, 27.11.20:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“; Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“; in türkischer Sprache.

18 Uhr „Themenwechsel“, Heute: Vortrag „Terror von rechts gegen die Weimarer Republik - Der Kapp-Putsch und andere rechtsextreme Terrorakte“ von Prof. Jens Flemming, Aufzeichnung aus der VHS vom 24.9.20.

20 Uhr „Borderline extra“; Musik für Grenzgänger, Thema: Cabaret Voltaire, Teil 2.
 
22 Uhr „Geschenktips für Musikfreunde, Teil 2“, Neue Wiederveröffentlichungen u.a. von Replacements, Dire Straits, Tocotronic, Charlie Daniels, Animals, Everly Brothers, Pale Saints, Procol Harum, Solomon Burke.

1 Uhr „Nachtprogramm“; Grateful-Dead-Nacht, Cornell University, Ithaka/New York 1977.

 

Samstag, 28.11.20:

8 Uhr  Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr “Musikalische Früherziehung”.

18 Uhr „Long Distance Call“; Das Blues-Magazin; u.a. mit Hound Dog Taylor, Aretha Franklin, Canned Heat, Otis Redding, Loudon Wainwright III.

19 Uhr „JEFcast“; Sendung der Jungen Europäischen Föderalisten.

21 Uhr „Die Lange Rille“, u.a. mit Jerry Jeff Walker, Edgar Knecht, Branford Marsalis, Figgy Duff, Carolina Stefani.

 

Sonntag, 29.11.20:

8 Uhr Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Zwischenzeit extra“.

17 Uhr “Tanzparkett spezial”, Heute: Jazz/Tanzmusik aus Schweden, Folge 2/2017.

19 Uhr „Lonesome Traveler“, Dark Vatter & sinne Combo: "Uff´n Schobben" - und endlich widder bessere Zieden!.

20 Uhr “Devil’s Kitchen”; Hard Rock, Metal, Rock’n’Roll.

22 Uhr “Welcome To Hell”; Das Metalradio.

0 Uhr „Nachtprogramm“; Jimi-Hendrix-Wochenende; Die Konzertmitschnitte; u.a. mit Aufnahmen vom Atlanta Pop Festival 1970 und vom Woodstock-Festival 1969 (bis 8 Uhr).

 

Montag, 30.11.20:

8 Uhr: Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

17 Uhr „Musiktaxi“.

18 Uhr „Magic Moments spezial“, Shout, Sister, Shout; From Spirituals To Swing - Sister Rosetta Tharpe.

19 Uhr “Bigger Than HipHop“; Eine Stunde auf Sendung.

20 Uhr „Fangschalltung“; Neue Musik und Improvisierte Musik.

22 Uhr “Ear Catcher“; Neue Filme und CDs.

23 Uhr „Forum experimentell“.

1 Uhr „Nachtprogramm“; Frei-hoch-zwei-Nacht - wavelike-Retrospektive.

 

Dienstag, 1.12.20:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr: Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“; in türkischer Sprache.

18 Uhr „Zwischenzeit“; Gedanken, Gespräche, Geständnisse.

19 Uhr „Frei hoch zwei“, Netwaves für den Lockdown.

20 Uhr „Liederleute“.

21 Uhr „Kreuzweise“, Das Schweizer Musikmagazin.

22 Uhr „Only Vinyl“; Plattenspiele.

0 Uhr „Nachtprogramm“, US-Punk der 80er Jahre, u.a. mit Dead Kennedys, Replacements, Hüsker Dü, Minutemen, Black Flag.

 

Mittwoch, 2.12.20:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholung des Programms von Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

18 Uhr „Platz da - Wir sind die Neuen“; Das Vier-Augen-Prinzip.

19 Uhr „Memories“, Hits aus Ost und West.

20 Uhr „Jazzcafe“.

21 Uhr „Tanzparkett“, Heute: Ein Kasseler Junge macht Karriere
Das Tanzorchester Bernard Etté, Folge 5.

22 Uhr „Nachtspielzeit“; Leben, Liebe, Indiepop.

0 Uhr „Nachtprogramm“, Bay-City-Rollers-Nacht.

 

Donnerstag, 3.12.20

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“; Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholung des Programms vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“; in türkischer Sprache.

17 Uhr „ILF Eritrea“ (in Tigrinia).

18 Uhr „Kulturthemenwechsel“.

19 Uhr „Musik-Lounge“; Rock, Pop, Oldies.

20 Uhr „Irie Ites“; Reggae und Dub.

22 Uhr „Borderline“; Musik für Grenzgänger.

23 Uhr „Anorak City“; Indie-Pop, Britpop und Artverwandtes.

0 Uhr „Nachtprogramm“; A Young Person’s Guide To Popular Music.

Programminfos

Programminfos vom 27.11.2020 bis 03.11.2020

100 Jahre Kapp-Putsch

Die Weimarer Republik war nur etwas über ein Jahr alt, als im März 1920 rechtsradikale Freikorps auf Berlin marschierten und die demokratische Regierung für abgesetzt erklärten.
Wer waren die Putschisten? Welche rechtsextremen Terrorakte gab es damals außerdem? Welchen Einfluß hatten diese Ereignisse auf den Nationalsozialismus? Prof. Jens Flemming gab im Rahmen seines VHS-Vortrags Antworten auf diese und weitere Fragen.

  • Sendetermin: „Themenwechsel“, Freitag, 27. November 2020, 18 Uhr

 

Geschenktips für Musikfreunde, Teil 2

„Weiß überhaupt jemand, was er seinen Lieben auf den Gabentisch legen soll? Niemand weiß das, gell?“ Dieses Zitat von Frau Direktor Bartels aus Loriots legendärem Sketch gilt vermutlich bis in alle Ewigkeit. Kaum zu glauben, aber traurig: Weihnachten steht schon wieder vor der Tür, und die bange Frage nach den Präsenten für die Verwandt- und Bekanntschaft stellt sich drängend, wie in jedem Jahr um diese Zeit. Aber nicht verzagen: Das FRK betätigt sich als Retter in der Not. Wir empfehlen zwar nicht, wie Frau Direktor Bartels, den „Familien-Originalbenutzer“, dafür aber umfassende CD-Pakete, über die sich insbesondere Musikfans freuen dürften.
Wie bereits in früheren Jahren, so stellen wir auch diesmal wieder eine Reihe repräsentativer CD-Boxen vor, die in den vergangenen 12 Monaten erschienen sind. In der zweiten von insgesamt sechs Sendungen sind dabei u.a. Replacements, Dire Straits, Tocotronic, Charlie Daniels, Animals, Everly Brothers, Pale Saints, Procol Harum und Solomon Burke.

  • Sendetermine: „FRK spezial – Geschenktips für Musikfreunde 2020, Teil 2“, Freitag, 27. November 2020, 22 Uhr

 

Haven´t Got The Blues (Yet)

Die positive Titelaussage stammt nicht vom Moderator Wolf Silaff, sondern vom ´longtime companion´ in Sachen Songwriting mit dem sprichwörtlichen Augenzwinkern, mit geradezu intellektuellem Wortwitz und genialer Erzählerkompetenz - von Loudon Wainwright III. Der schräge Vogel geistert bereits seit den 1970er Jahren durch die Szene, hat eine lange Reihe mehr oder minder erfolgreicher Alben (allesamt in vorzüglicher Qualität) vorgelegt, und ist "live" der absolute Alleinunterhalter. Bei seinen neueren Albumproduktionen hat er gelegentlich befreundete MusikerkollegInnen mit ins Studio locken können. So für das 2014 entstandene Studioalbum obigen Titels u.a. Chaim Tannenbaum (Mandoline, Harmonika), das Allroundtalent David Mansfield (Gitarre, Mandoline, Drums & Perkussion, Roksichord, Mandocello, National Slide, Violine, Banjo, Harmonium, Sitar, Ukulele u.a.m.), Tony Trischka am Banjo sowie den schottischen Folkie Michael Marra. Tochter Martha Wainwright (aus der Ehe mit Kate McGarriggle) ist auch dabei.
In dieser Folge sind zudem aufregende schwarze KollegInnen wie Aretha Franklin, Otis Redding und Hound Dog Taylor mit dabei - Black Lives Matter! Zu hören sind außerdem ein junger Donovan Leitch aus Glasgow/SCO und die Blues- & Boogie-Barden von den frühen Canned Heat.

  • Sendetermin: „Long Distance Call“, Samstag, 28. November 2020, 18 Uhr

 

"Heard you more than (just) one time ..."

Jazz. Folk. Chanson. Klassik - und das alles in einer Sendung? Geht das? Ja, geht. Das gibt es im Freien Radio Kassel am Samstagabend, in der dreistündigen Sendung "Die Lange Rille". So denn an diesem Wochenende, ab 21 Uhr: Zeitlos gute und schöne Sounds in der oben erwähnten Bandbreite.
Der im Oktober verstorbene Singer/Songwriter aus Austin/Texas, Jerry Jeff Walker, hat sich vor Jahren einen Traum erfüllt. Herausgekommen ist eine Liebhaber-Jazz-Scheibe des legendären Folk- und Countryrockers. Der Mann hat wesentlich mehr als `nur´ den Ohrwurm-Hit "Mr. Bojangles" und eine Reihe feinster Singer/Songwriter- Alben mit Countrytouch hinterlassen, beispielsweise ein "Jerry Jeff Jazz"-Album (2003, Tried & True Music) - ein ruhiges, feines Teil.
Danach hören wir einige Künstler mit echtem Regionalbezug: Carolina Stefani und Edgar Knecht, beide aus Kassel. Carolina Stefani präsentiert ihre Songs mehrsprachig mit südeuropäischem Background, mit traumhaft schöner Stimme. Zu hören ist Carolinas Debütalbum "Rose. Mauve. Bleu." (Sundance Records). Edgar Knechts Musik kommt eher akademisch daher und steckt zugleich voller kreativer Lieder-Ideen. Er präsentiert jazzige Versionen von traditionell Bekanntem aus dem großen deutschen Liederbuch; Volkslieder im schönsten Gegenwartsgewand ("Good Morning, Lilofee", ozella music 2009).   
Figgy Duff, eine legendäre Folktruppe von der Ostküste Kanadas, benannt nach einem traditionellen beliebten Pudding, brachte seit den Spät-70ern Folksounds in altem und neuem Gewand in die Studios und auf die Bühnen der damals angesagten Festivals. Es ging den vielsaitigen Klassemusikern um die Bewahrung alten Liedgutes und die Förderung des einheimischen Singer/Songwriter-Nachwuchses in den eher vergessenen Ostküstenregionen des riesigen Landes. Zudem kümmerten sie sich um die Befreiung der "Newfies", die vom Image her den Ostfriesen hierzulande vergleichbar sind: Küste, Torf, Moder, Fischdunst undso. So viel Vergleichbares, so viel Wahres - und so viel Mythos: Seeleute, Küstenmackers, Schiffbau, Bootsbau, Fischfang; gefährliches Küstenleben, harte Bedingungen. Bei Neufundfland/Labrador muß man womöglich auch noch mit vorbeisegelnden Eisbergen und Walen im Naturzustand rechnen. Wo mal Zwischenlandungen für Transkontinentalflüge angesagt waren, und wo weiter draußen einst die "Titanic" sank, da haben sich musikalische Traditionen lange gehalten. Die hatten die früheren Einwanderer mitgebracht. Irisches, Schottisches, Skandinavisches, Deutsches. Ougenweide, Steeleye Span, Lindisfarne, Malicorne und wie sie alle hießen, lassen  aus den 70/80ern grüßen.
Aus Chicago kommt Branford Marsalis, ein jüngeres Mitglied der riesigen Marsalis Familie. Die Kids haben zu ihrer Zeit in der Kirche den schwarzen Gospel gelernt - und zuhause bei den älteren Geschwistern die Musik des Teufels, Blues und Jazz. Der legendäre amerikanische Saxofonist, Komponist und Bandleader Branford Marsalis gilt völlig zu Recht als einer der wichtigsten Instrumentalisten des zeitgenössischen Jazz. Sein unverkennbares Saxophonspiel wurde bereits drei Mal mit einem Grammy ausgezeichnet, zahlreiche seiner Kompositionen wurden für Awards nominiert. Sein Branford-Marsalis-Quartet gilt ihm dabei seit drei Jahrzehnten als zuverlässige Quelle für neue kreative Energie. In dieser Folge hören wir einen seiner Klassiker - das Album "I Heard You Twice For The First Time" von 1992. 

  • Sendetermin: “Die Lange Rille”, Samstag, 28. November 2020, 21 Uhr

 

Dark Vatter & sinne Combo: "Uff´n Schobben" - und endlich widder bessere Zieden!

Wahrlich keine Unbekannten auf den Bühnen Nordhessens sind Dark Vatter un sinne Combo. Hier paaren sich die Südstaaten mit Nordhessen, hier wird der Rock´n´Roll endlich auch in unseren Breiten heimisch. In der klassischen Besetzung mit Schlagzeug, Kontrabaß, akustischer und elektrischer Gitarre feiert die Band den ehrlichen, kantigen Sound des frühen Country und Rockabilly. Vatters Straßenpoesie zeichnet dazu ein sehr klares Bild des Lebens in der Region. So ergibt sich eine radikal regionale Musik ohne jede Volkstümelei und ein völlig neuer erdiger Musikstil : der Gaageschnuddenrockenroll.  
Und genau in diesem spannenden Genre melden sich der Vatter & seine Mitspieler ganz aktuell in schwierigen Veranstaltungszeiten mit einer neuen CD-Produktion wieder. Dark Vatter denkt positiv und meint "es kommen widder bessere Zieden!". Mäh sin schon alle sähr gespannt jetze ...  Dann gehn wir doch mal kurz in diesem Radiostündchen rüber zum Vatter mit sinner Combo - "Uff´n Schobben", gell. So heißt ihr drittes Album, und es erscheint pünktlich zum zehnjährigen Bandbestehen - Glückwunsch! Des Vatters Bandmitglieder sind´s Nina Soleil (ebenfalls Gesang, und Waschbrett), der Kusseng Olli (Bass), Kusseng T. (Schlagzeug) und der Kusseng Judy an der zweiten Gitarre. Na, das kann ja heiter werden ...

  • Sendetermin: „Lonesome Traveler“, Sonntag, 29. November 2020, 19 Uhr

 

Shout, Sister, Shout

From Spirituals to Swing – Sister Rosetta Tharpe

Die Swing- und Gospelsängerin Rosetta Tharpe darf man einen Geheimtipp nennen. Und doch haben fast alle Lindy Hop Tanzende schon einmal zu ihrer Hymne die Hüften geschwungen:  Shout, Sister, Shout  (begleitet von der Big Band Lucky Millinders). Von der beeindruckenden Lebensgeschichte dieser Gitarrenevangelistin des 20. Jahrhunderts (*1915, †1973) war ich vor vielen Jahren und nach der Lektüre von Gayle F. Walds Biographie (USA 2006, leider gibt es keine deutsche Übersetzung) so begeistert, das ich die Geschichte On Air erzählte. Meine Radiosendung hat stolze 14 Jahre (!) auf dem Buckel. Eric Burdon übernahm damals die Begrüßung. Bob Dylan (in seiner Theme Time Radio Hour) und Louis Jordan erklären, warum sie von Sister Rosetta so begeistert sind.  Auch im Kino-Highlight  "Die fabelhafte Welt der Amélie" war sie zu hören und zu sehen. In der durch Lockdown-Maßnahmen erzwungen tanzfreien Zeit kann es nicht schaden, sich mit einem so spannenden, wie tragischen Musikerleben zu beschäftigen und daraus auch Inspiration für das geliebte Hobby zu ziehen. The Untold Story of Sister Rosetta Tharpe, so die headline meiner alten Radiosendung, hat über die Jahre ein paar neue Facetten dazu bekommen.
2018 hat der Südwestdeutsche Rundfunk (SWR) mit einer verstaubten Wiederentdeckung aus dem Jazz-Archiv verblüfft. Sister Rosetta Tharpe stand nämlich 1958 auf einer deutschen Bühne – in der Stuttgarter Liederhalle. Begleitet wurde sie von einer kleinen Jazzcombo unter Leitung des Pianisten Horst Jankowski (Schwarzwaldfahrt). Die Aufnahmen gehören nicht unbedingt zu ihren musikalischen Sternstunden. Zu brav und salonhaft agieren die deutschen Jazzgrößen. Klaus Wunderlich saß an der elektronischen Orgel. Der Funke wollte einfach nicht überspringen. Nicht uninteressant waren die Reaktionen der schreibenden Zunft. Das „Jazz-Podium“ fand wohlwollende Worte, bemühte aber rassistische Klischees: "Jede Bewegung, jedes Mienenspiel unterstreicht den stark gefühlsmäßigen Gehalt der Musik, und wer wüsste nicht um die angeborene mimische Begabung, die dem Neger zu eigen ist". Und sonst? In 2008 hat der Govenor des US-Bundesstaates Pennsylvania den 11. Januar zum Rosetta Tharpe Day proklamiert (to honor the gospel music legend). In 2011 entstand ein BBC-Dokumentarfilm über Sister Rosetta. Daraus gibt es Interviewpassagen mit Rosettas Biographin Gayle F. Wald zu hören. Der Film bietet auch reichliches Anschauungsmaterial über Rosettas Rolle als einflussreiche Wegbereiterin des Rock’n’Roll. Am Mikrophon: Ralf Wenzel (aktualisierte Wiederholung der Erstausstrahlung vom Oktober 2006).
Montag, 30.11.2020, 18 Uhr,

  • Sendetermin: „Magic Moments spezial“, Montag, 30. November 2020, 18 Uhr

 

Netwaves für den Lockdown

Das Netlabel Netwaves hat zwar eine lange, aber bislang nur schwach ausgeprägte Geschichte mit frei²: Nach einem DJ-Set im Jahr 2010 haben wir erst dieses Jahr wieder das Label zum Netlabel Day gespielt. Heute präsentieren wir eine der aktuellen „Lockdown Editionen“ von Netwaves: [nws.bpm071] closing time. Damit wünscht frei² nicht nur eine gute Unterhaltung, sondern auch eine gute und gesunde Zeit mit Abstand zu Hause und vergesst nicht eure lokalen und favorisierten Künstler zu unterstützen!

  • Sendetermin: „Frei hoch zwei“, Dienstag, 1. Dezember 2020, 19 Uhr

 

Ein Kasseler Junge macht Karriere

Das Tanzorchester Bernard Etté, Folge 5

Weiter geht es mit Aufnahmen, die Bernard Etté für die Vox einspielte. Die erste Platte dieser Folge wurde im Dezember 1926 mit dem Refrainsänger Max Kuttner aufgenommen, danach wechseln wir ins Jahr 1927.
Für Etté begann jenes Jahr mit einem Engagement im Hotel Esplanade am Potsdamer Platz. Dieser ehemalige Ort des mondänen Berliner Nachtlebens wurde durch die bei der Neubebauung in den 90er Jahren durchgeführte Verschiebung des ehemals zu dem im Kriege zerstörten Hotel gehörenden Kaisersaals auch in jüngerer Zeit noch einmal durch die Presse bekannt.
Auch bestritt das Orchester in jenen Tagen im Voxhaus drei Radioprogramme pro Woche, so daß es geradezu omnipräsent gewesen sein muß.
Schließlich brachte das Jahr 1927 dem Orchester und vor allem seinem Leiter die Mitwirkung in dem schon zu einer vorigen Sendung erwähnten Film „Berlin. Die Sinfonie der Großstadt“ von Walter Ruttmann und damit weitere Aufmerksamkeit des Publikums.
Eine Aufnahmesitzung im Januar lieferte u.a. zwei US-Titel, von denen zumindest der erste, Zez Confreys Komposition „Dizzy Fingers“, bis heute zum Standardrepertoire vor allem von Klaviervirtuosen gehört. Heute weniger bekannt ist der Titel „Turkish Towel“, und der danach gebrachte deutsche Schlager „Süß ist die kleine Lisa“ ist heute vergessen.
Im Februar, wiederum mit Max Kuttner als Sänger, entstand eine weitere Nummer mit Türkeibezug, nämlich das von Katscher und Beda komponierte „In Konstantinopel“, das deutlich der damals grassierenden Charleston-Mode huldigt.
Auch Operettenschlager standen, ob verjazzt oder nicht, beim Publikum damals hoch im Kurs. Aus Lehars „Zarewitsch“ stammt die von Etté in Jazzbearbeitung gebrachte Einlage „Heut‘ abend komm‘ ich zu dir“. Dies zeigt einmal mehr, daß weder Publikum noch Orchester damals größere Berührungsängste vor unterschiedlichen Genres hatten - und die deutschen Tanzkapellen gar nicht so schlecht waren, wie es schon wenig später die reinen Jazzfans oft darstellten - im ungerechten Vergleich mit englischen und US-amerikanischen Formationen, die frühere und bessere Entfaltungsmöglichkeiten gehabt hatten.
„In My Gondola“ von Harry Warren, ein weiterer US-Schlager, wurde in derselben Sitzung im Mai 1927 aufgenommen wie die „nach Amerika schielende“ deutsche Komposition „Hollywood“ von Friedrich W. Rust.
Im selben Monat reiste Etté, wie schon 1924, erneut in die USA, um Musiker aus dem Mutterland des Jazz zu engagieren. In der Besetzungsliste der nachfolgenden Zeit finden sich entsprechend auch neue US-Solisten. Auch als Refrainsänger konnten nun englisch vortragende Muttersprachler vors Mikrophon treten - ein entscheidender Vorteil gegenüber den meisten deutschen Konkurrenten Ettés, die solche Leute nicht auf ihrer Lohnliste hatten. Im Juli 1927 entstand auch eine Spitzenplatte mit diesem Personal, die gleich zwei US-Titel bringt, nämlich „Sam, The Old Accordion Man“ und „Rosy Cheeks“. Das Orchester ist hier entschieden auf Augenhöhe mit amerikanischen Kapellen. Abweichend von den gängigen diskographischen Angaben halten wir hier nach Hörvergleichen eher Billy Williams für den Sänger auf beiden Titeln.
Berlin war ein Mekka für Revuen, und diese waren vor Einführung des Tonfilms wohl „die“ fesselnde Abendunterhaltung für weite Publikumskreise. Aus der Haller-Revue „Wann und wo?“ stammt der wiederum von Max Kuttner gesungene Schlager „Onkel Müller hat ‘nen Triller“.
Was in Berlin die Revuen waren, waren am Broadway und anderswo in Amerika die Musicals. Aus dem gleichnamigen Musical stammt der populäre Titel „Rio Rita“; im Anschluß hören Sie einen weiteren - nicht ganz so populären, aber dennoch auch in Deutschkland in etlichen Versionen aufgenommenen - US-Schlager: „Banana’s Slide“.
Max Kuttner sang in einer weiteren Sitzung im September 1927 erneut auf zwei bekannten Titeln: „Heut‘ war ich bei der Frieda“, einem leicht frivolen und sehr typischen 20er-Jahre-Schlager, der entsprechend fähigen Kapellen schon im Arrangement Raum für ansprechende Jazzsolistik bot (auch auf Platten anderer Orchester wird hier z.T. improvisiert) sowie „Du und ich, ich und du“.
Zum Abschluß dieser Ausgabe bringen wir aus der Operette „Eine Frau von Format“ den von Michael Krausz komponierten, sehr amerikanisch anmutenden Schlager „My Baby, My Boy“. Das Jahr 1927 werden wir erst in der nächsten Folge mit Bernard Etté verlassen.
Durch die Sendung begleiten Sie Peter Michael und Thomas Sosna.

  • Sendetermin: „Tanzparkett“, Mittwoch, 2. Dezember 2020, 21 Uhr
  • Wiederholung: Donnerstag, 3. Dezember 2020, 13 Uhr

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Das sind WIR

Da war doch noch was!?

Über uns

"Gesellschaft zur drahtlosen Belehrung und Erbauung"

 

Das Freie Radio Kassel (kurz FRK) ist ein nichtkommerzieller lokaler Hörfunksender, der im Kasseler Stadtgebiet und den angrenzenden Gemeinden zu empfangen ist.

 

Die Sendefrequenzen sind: UKW 105,8 MHz (Antenne) bzw. DAB+ über Kanal 6A (FRK) .

 

Das Sendestudio hat sich seit Gründung in der historischen, denkmalgeschützten Kulturfabrik Salzmann im Kasseler Stadtteil Bettenhausen befunden und musste Anfang 2013 in die Innenstadt umziehen (Opernstraße2 ).

Wir sind 105,8 MHz

Das Freie Radio Kassel ist weitgehend ehrenamtlich organisiert und bietet Interessierten die Möglichkeit, eigenverantwortlich Radiobeiträge zu produzieren und zu senden. Inhaltliche Schwerpunkte sind zum einen die lokale und regionale Berichterstattung, zum anderen ein Musikprogramm, das sich deutlich von dem kommerzieller oder öffentlich-rechtlicher Sender unterscheidet.

 

Das Programm wird von lokalen Vereinen, Initiativen und sonstigen Gruppen sowie von Einzelpersonen erstellt, die in der inhaltlichen und formalen Gestaltung ihrer Sendungen weitgehend autonom sind. Das Freie Radio Kassel verfügt im Gegensatz zu vielen anderen Bürgermedien über ein festes Programmschema mit periodisch wiederkehrenden Sendungen. Das FRK versteht sich als "Einschaltradio", d.h., Hörer schalten gezielt ein, um bestimmte Sendungen zu verfolgen. Zu den Aufgaben des Freien Radios gehört darüberhinaus die Vermittlung von Medienkompetenz. Dies geschieht durch vielfältige medienpädagogische Projekte, die oft in Kooperation mit Schulen, Hochschulen, Jugendzentren und anderen Bildungsträgern durchgeführt werden.

 

Die Finanzierung des Senders erfolgt größtenteils über Mittel der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und Neue Medien (LPR Hessen). Diese verwendet einen Teil des ihr zufließenden Anteils an den Rundfunkgebühren zur Förderung nichtkommerzieller Medienprojekte.