Programm

Programm vom 09.07.2020 bis 16.07.2020

Donnerstag, 9.7.20:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

17 Uhr „ILF Eritrea“ (in Tigrinia).

18 Uhr „Kulturthemenwechsel“.

20 Uhr „Musica Latina“, Lateinamerikanische Musik (in spanischer Sprache).

21 Uhr „Viaje Radial“, Rundreise durch Lateinamerika (in spanischer Sprache).

22 Uhr „Borderline“, Musik für Grenzgänger.

23 Uhr „Anorak City“, Britpop und Artverwandtes.

0 Uhr „ Nachtprogramm“, A Young Person’s Guide To Popular Music.

 

Freitag, 10.7.20:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“; Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“; in türkischer Sprache.

17 Uhr „Tatort IFS“.

18 Uhr „Themenwechsel“; Heute: Man lebt so oder so - Eine Sommerlesereihe des Evangelischen Forums Kassel; Jürgen Wink liest die beiden Kurzgeschichten „Schuhe“ und „Schiffe“ von O. Henry aus dem Erzählband „Meistererzählungen“;
Außerdem: Interview des Podcasts „Kulturnapf“ mit Mitgliedern des Vereins „Schwarts e.V.“ zur Kasseler Gothic-Szene.

20 Uhr „Borderline extra“; Musik für Grenzgänger, Thema: Dream Syndicate.

22 Uhr „Magic Moments spezial“, Spätschicht; Themen u.a.: Vorstellung des neuen Reinhard-Mey-Albums „Das Haus an der Ampel“; Marianne Rosenbergs aktuelles Album „Im Namen der Liebe“; Neues von Frida Gold; Geburtstage.

1 Uhr „Nachtprogramm“; Grateful-Dead-Nacht, Cornell University, Ithaka/New York 1977.

 

Samstag, 11.7.20:

8 Uhr  Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr “Musikalische Früherziehung”.

18 Uhr „Long Distance Call“; Das Blues-Magazin.

19 Uhr “Hank und die Shakers live“; Zum Tod von Ennio Morricone.

21 Uhr „Anorak City spezial“, Lange Nacht mit Musik von 1984.

anschl.: „Nachtprogramm“; A Young Person’s Guide To The Beatles, Part 1 – 1956-1966 (bis 8 Uhr).

 

Sonntag, 12.7.20:

8 Uhr Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Zwischenzeit extra“.

17 Uhr “Tanzparkett spezial”; Heute: Die Savoy Orpheans, Folge 1.

19 Uhr „Lonesome Traveler“.

20 Uhr “Devil’s Kitchen”; Hard Rock, Metal, Rock’n’Roll.

22 Uhr “Welcome To Hell”; Das Metalradio.

0 Uhr „Nachtprogramm“; A Young Person’s Guide To The Beatles, Part 2 – 1966-1970 (bis 8 Uhr).

 

Montag, 13.7.20:

8 Uhr: Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

17 Uhr „Musiktaxi“.

19 Uhr „Monkeymusikmovement“; Eine Stunde Rapmusik.

20 Uhr „Fangschalltung“; Neue Musik und Improvisierte Musik.

22 Uhr “Ear Catcher“; Neue Filme und CDs.

23 Uhr „Forum experimentell“.

1 Uhr „Nachtprogramm“; Frei-hoch-zwei-Nacht - wavelike-Retrospektive.

 

Dienstag, 14.7.20:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr: Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“; in türkischer Sprache.

18 Uhr „Zwischenzeit“; Gedanken, Gespräche, Geständnisse.

19 Uhr „Frei hoch zwei“.

20 Uhr „Liederleute“; Magazin für Musik und Politik.

21 Uhr „attac-Radio“, Themen: „Ein europäisches Lieferkettengesetz und die Rolle der Deutschen Ratspräsidentschaft“; Diskussion mit Didier Reynders (EU-Justizkommissar), Maria Flachsbarth (Parlamentarische Staatssekretärin, Bundesministerium für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), Sven Giegold und Anna Cavazzini,
(Grüne Fraktion im Europaparlament) und weiteren Expert/innen von NGOs und Wirtschaft (Aufnahme vom 11.6.2020).

22 Uhr „Only Vinyl“; Plattenspiele, Heute: Das große Jubiläum – Die 500. Sendung.

0 Uhr „Nachtprogramm“, US-Punk der 80er Jahre, u.a. mit Dead Kennedys, Replacements, Hüsker Dü, Minutemen, Black Flag.

 

Mittwoch, 15.7.20:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholung des Programms von Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

18 Uhr „Platz da - Wir sind die Neuen“; Das Vier-Augen-Prinzip.

19 Uhr „Memories“, Hits aus Ost und West.

20 Uhr „Jazzcafe“; Sommer-Spezial,  Teil 1 - "From Funk, R&B and Soul-Music to Jazz".

21 Uhr „Tanzparkett“, Heute: Die Savoy Orpheans, Folge 2.

0 Uhr „Nachtprogramm“, Bay-City-Rollers-Nacht.

 

Donnerstag, 16.7.20:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“; Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholung des Programms vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“; in türkischer Sprache.

17 Uhr „ILF Eritrea“ (in Tigrinia).

18 Uhr „Kulturthemenwechsel“.

20 Uhr „Irie Ites“; Reggae und Dub.

22 Uhr „Borderline“; Musik für Grenzgänger.

23 Uhr „Anorak City“; Indie-Pop, Britpop und Artverwandtes.

0 Uhr „Nachtprogramm“; A Young Person’s Guide To Popular Music.

Programminfos

Programminfos vom 10.07.2020 bis 16.07.2020

Man lebt so oder so - Eine Sommerlesereihe des Evangelischen Forums Kassel

Jürgen Wink liest die beiden Kurzgeschichten „Schuhe“ und „Schiffe“ von O. Henry aus dem Erzählband „Meistererzählungen“.
Der unter dem Pseudonym O. Henry bekannt gewordene amerikanische Schriftsteller hieß eigentlich William Sydney Porter (1862 - 1910). Er hatte eine Stelle als Journalist der New York World inne und gehörte zu den bestbezahlten Schriftstellern der USA. O. Henry beherrschte die Gattung der Short Story perfekt und gilt als Wegbereiter der modernen Kurzprosa.
1918 stiftete die American Society of Art & Sciences den bis heute verliehenen O. Henry Memorial Award für die jährlich beste Kurzgeschichte.
Ton und Technik: Torben Bunzenthal, Freies Radio Kassel
Redaktion: Friederun Gutmann und Susanne Jakubczyk
Übersetzt von: Christine Hoeppner
Lesung mit freundlicher Genehmigung des Aufbau Verlags, Berlin.
Außerdem in der Sendung: Interview des Podcasts „Kulturnapf“ mit Mitgliedern des Vereins „Schwarts e.V.“ zur Kasseler Gothic-Szene.

  • Sendetermin: „Themenwechsel“, Freitag, 10. Juli 2020, 18 Uhr

 

Hank und die Shakers spielen Ennio Morricone

Der Anlaß dieser Wiederholung unserer Sendung „Wir stellen vor“ vom Januar 2019 ist ein trauriger, nämlich das Ableben des Maestros am 6. Juli in Rom im Alter von 91 Jahren.
Zur Zeit der Entstehung und Präsentation dieses Albums befand er sich 90jährig auf Abschiedstournee rund um die Welt.
Die Kasseler Formation Hank und die Shakers widmete dem Altmeister ihre erste Vinyl-LP. Was, nach einem Pressetext der Kapelle, als „Spinnerei“ begann, wuchs sich zu einem musikalisch interessanten und gelungenen Versuch aus.
Dabei galt es, die zumeist riesigen Orchesterarrangements Morricones (der allerdings, wenn es für die im Film zu erzeugende Atmosphäre gefragt war, ebenso selbstverständlich auch für kleine Ensembles komponierte; Beispiele sind auf der Platte und in der Sendung enthalten) auf eine Besetzung in Combostärke „einzudampfen“. Dieses Wagnis meisterte Frontmann Hank Ockmonic, den wir in der Studiositzung und im Sendesaal als Multiinstrumentalisten und Sänger hören können, vornehmlich aber an Gitarre und Klarinette.
Wohl keinem zweiten Filmkomponisten gelang es wie Ennio Morricone, eine derartige Übereinstimmung von Bild und Musik auf gleichem künstlerischem Niveau zu erreichen. Gerade deshalb steht die Musik auch ohne Filmbild für sich als vollwertiges Ganzes.
Den Geist dieser Kompositionen eingefangen und auf Salonstärke verdichtet zu haben, ist das Verdienst der Kasseler Musiker rund um Hank Ockmonic.
Hank und die Shakers muß man in Kassel eigentlich nicht vorstellen - seit mehr als einem Jahrzehnt ist diese Formation in verschiedenen Besetzungen nun schon auf den Kasseler Bühnen zu erleben.
Die musikalische Bandbreite der Mitglieder reicht dabei vom Punkrock über den Comboswing bis hin zum klassischen Gesang. Beste Voraussetzungen also, immer wieder für eine Überraschung gut zu sein ….
Seit etlichen Jahren steht die Band auch immer wieder im Plattenstudio vor dem Mikrophon - es werden auch „richtige“ Schallplatten bespielt, nicht nur schnöde CDs. Ganz so, wie es der von Hank Ockmonic und seiner Truppe gepflegten Musik entspricht.
Souverän hat Frontmann, Sänger, Gitarrist, Klarinettist und in diesem Falle nicht Komponist, sondern Arrangeur (und „nebenbei“ auch Schöpfer der Hüllengraphik) Hank Ockmonic die ganz verschiedenen Stimmungen und Klangbilder, die Morricones Filmmusik zu erzeugen vermag, auf eine Besetzung aus neun Musikern und dreizehn Instrumenten übertragen.
Die Albumbesetzung bestand aus Hank Ockmonic (Gesang, Klarinette, Framus Sorella, Fender Telecaster, Mandoline, Höfner-Elektrobaß, Klavier, Hammond B100, Perkussion), Anna Palupski (Sopran), Natasha Pandazieva (Mezzosopran), Yana Krasutzkaya (Violine), Liliya Gilmanova (Tasten), Michael Fubel (Kontrabaß), Steffen Knoop (Schlagzeug), Kathy Freiboth (Tuba), Timo Färber (Schlagzeug).
Was im Projektstadium zunächst sogar von der Band selbst als bloße „Spinnerei“ angesehen wurde, hatte schließlich das angesprochene Album zum Ergebnis. Am 26. Januar 2019 stellten Hank und die Shakers die neue Platte mit einem Konzert im großen Saal des Freien Radios Kassel der Öffentlichkeit vor. Einen Querschnitt durch dieses Konzert nebst kurzer Vorstellung der Band sowie weitere Titel von der LP können Sie in unserer Sendung hören.
Die Platte ist in den einschlägigen Kasseler Geschäften zu haben - oder direkt von den Shakers zu beziehen.

  • Sendetermin: „Wir stellen vor“, Samstag, 11. Juli 2020, 19 Uhr
  • Wiederholung: Sonntag, 12. Juli 2020, 11 Uhr

 

Die Savoy Orpheans, Folge 1 - Ausstrahlung der berichtigten Fassung

Bei der Sendung des ersten Teils unserer Reihe über die Savoy Orpheans am 16. Juni wurde versehentlich eine Arbeitsfassung eingesetzt, in der statt zweier vorgesehener Titel, nämlich eines Potpourris aus der Operette „Rose-Marie“ von Rudolf Friml und des allbekannten Charlestons von James P. Johnson, zwei Titel aus der zweiten Folge liefen. Die richtige Fassung bringen wir daher am Sonntagssendeplatz als Einstimmung auf Folge 2 am Hauptsendeplatz „Tanzparkett“ am darauffolgenden Mittwoch.
Synonym für ein großes, weltläufiges Hotel steht u.a. das Londoner „Savoy“. Ein entsprechend anspruchsvolles, in jeder Hinsicht verwöhntes Publikum war und ist daher die Klientel des Hauses.
Auch musikalisch kam dies in den 20er und 30er Jahren zum Ausdruck. Neben der schon einige Zeit etablierten Savoy Havana Band, die einen der Säle bespielte und zu der wir in einer andern Sendefolge auch kommen wollen, wurden im Laufe der 20er Jahre noch andere Kapellen engagiert. Eine weitere feste Besetzung des Hauses waren die Savoy Orpheans. Dieser Formation widmen wir voraussichtlich drei Sendungen im „Tanzparkett“.
Nicht nur bei den Hotelgästen waren die Kapellen beliebt, sondern auch bei den Schallplattenkäufern, denn sie boten Aufnahmen ansprechender, moderner Tanzmusik mit Hotsolistik.
Wir beginnen im Februar 1924, als die Orpheans noch von Debroy Somers geleitet wurden. Der spätere Chef der Savoy Orpheans, Carroll Gibbons, dessen Name einigen Hörern sicher noch von den auch in Deutschland recht viel gekauften Platten der Kapelle aus den 30er Jahren geläufig sein dürfte, ist hier schon als Pianist dabei.
Die Savoy Orpheans hatten einen Exklusivvertrag bei der englischen Columbia. Sie spielten jedoch auch Platten für His Master’s Voice ein - allerdings unter dem Pseudonym „The Romaine Orchestra“, denn sonst hätten die Columbialeute den lukrativen Vertrag gekündigt. Doch schließlich unterbreitete die HMV ein noch besseres Angebot, denn ab Oktober 1924 findet sich die Band nur noch auf diesem Etikett - unter dem richtigen Orchesternamen.
Im ersten Teil kommen wir bis in die frühelektrische Aufnahmephase. Die ersten uns vorliegenden elektrischen HMV-Aufnahmen mit den Orpheans entstanden am 7. Juli 1925 im Studio des Preßwerks der HMV in Hayes, Middlesex.
Durch die Sendung begleitet Sie Thomas Sosna.

  • Sendetermin: „Tanzparkett extra“, Sonntag, 12. Juli 2020, 17 Uhr
  • Wiederholung: Montag, 13. Juli 2020, 9 Uhr

 

Ein europäisches Lieferkettengesetz und die Rolle der Deutschen Ratspräsidentschaft

Diskussion mit Didier Reynders (EU-Justizkommissar), Maria Flachsbarth  (Parlamentarische Staatssekretärin, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), Sven Giegold und Anna Cavazzini, (Grüne Fraktion im Europaparlament) und weiteren Expert/-innen von NGOs und Wirtschaft am 11.6.2020. Verbindliche Regeln entlang der Lieferketten fordern viele Akteure in der Zivilgesellschaft schon lange. EU-Justizkommissar Didier Reynders kündigte vor kurzem einen Vorschlag für ein europäisches Lieferkettengesetz in 2021 an. Eine solche gesetzliche Regelung würde sicherstellen, daß Unternehmen
Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen in ihren Lieferketten präventiv begegnen und Verstöße geahndet werden können.

Ein Lieferkettengesetz wird auch auf deutscher Ebene benötigt und diskutiert. Seit Anfang Juli 2020 hat Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft inne. Wie sieht die Initiative der EU-Kommission aus? Wie könnte
die Bundesregierung das Thema nachhaltiger Lieferketten in der Ratspräsidentschaft voranbringen?

  • Sendetermin: „attac-Radio“, Dienstag, 14. Juli 2020, 21 Uhr

 

Only Vinyl – Die 500. Sendung

Moderator Mathias Welp: Warum ich noch immer auflege – und dabei auflebe!

„Mit 66 Jahren fängt das Leben bekanntlich erst an. Für die meisten Radiomoderatoren hört es aber spätestens dann schon auf. Pech gehabt? Nein. Einfach nochmal anfangen! Alles von vorn? Wie bitte? Im Ernst?
Zwei EMT-Plattenteller, rechts und links, zwei alte Bandmaschinen, zwei Jingleplayer.
Los geht’s! So wie früher, in den analogen 70ern?
Ja, ganz genau so!
Ich rieche förmlich noch die Studioluft bei SR1 Europawelle Saar, da sendete ich abends. Bei Südfunk Stuttgart (früher SDR3) machte ich Frühsendungen - immer meinen Vinyl-koffer dabei. Das ist fast 45 Jahre her. Die Zeiten sind nicht besser geworden und das Radio leider auch nicht.
Für Axel Springer war ich zwei Sommer lang in Italien: Radio Adria hieß der Urlaubssender ohne Ledercouch im Vestibül, ohne Kasino, Fuhrpark, Pförtner.
Dafür hinterließen die Strandgäste ihren Sand im Mischpult. Eine harte Schule. Aber es hat Spaß gemacht, vielleicht soviel wie 40 Jahre Verlags- und Fernseharbeit zusammen, die noch folgen sollten.
Damals, Anfang der 80er, schrieb ich im Playboy eine kecke Glosse: „Macht endlich Dampf im Radio!“
Motto: Schafft die Intendanten ab, ich mach´s alleine.
So verkrustet schien dem jungen Heißsporn damals das ausschließlich öffentlich-rechtliche Programm. Die Privatisierung des Hörfunks stand bevor. Endlich: Pionierzeit. Der damalige Hörfunkdirektor des NDR, Prof. Wolfgang Jäger ging auf die Palme. Wie recht er hatte.
Denn dreißig Jahre später wissen wir es besser. Die  ARD-Sender waren kein Beamtenfunk, sondern nur recht durchdachtes Einschaltradio, das nur ein paar Lockerungsübungen brauchte.
Dann kam es zur Erbsünde der Durchhörbarkeit. Den ganzen Tag dieselbe Musikfarbe – letztlich ein Diktat der Werbung, die sicherer auf  Kundschaft zielen will.
Was haben nun viele Hundert Privatstationen und Web-Radios gebracht? Volle Werbeblöcke, gute Umsätze. Und obercoole Phrasenstrippen, die in gestelztem Jungjargon schon morgens auf den Nerv gehen („Noch dreimal schlafen bis zum Wochenende“, „Gestern war Mädelsabend“, „Likest Du diese App?“) - und diese Brillanz auch noch in Stereo, also paarweise. Leider wird die Sorge oft mitübertragen, nicht allzu witzig zu sein. Hörer könnten immerhin abspringen.
Aber Geschmackssache. Millionen lassen sich geduldig amüsieren, keine Frage: „Ich wünsche Ihnen viel Spaß“ bis „ich hoffe, es hat Ihnen Spaß gemacht“ – da ist der Spaß dann jedenfalls für mich vorbei.
Dafür braucht es die Privaten nicht. Das konnte die ARD sogar schon in den 50ern, als meine Hörerlebnisse noch ungetrübt begannen.
Das Ärgerlichste aber  liegt  noch  ganz  woanders:  In  der mangelnden Vielfalt. „Die 80er, 90er und das Beste von heute“ tönt es strategisch von allen Wellen oder „Ihre Lieblingshits – genau meins“.
Solches Geclaime verrät Mainstream, also den Einheitsbrei, wie aufregend!
Warum nicht zwischendurch mal „deins“? Es schreit nach Regelverletzern, nach Radioleuten, die gegen den Strom schwimmen. Nach Sendungen mit Kanten und Ecken, die nach etwas riechen und schmecken. Mit Comedy auf allen Frequenzen  ist es kaum getan.
Auch viele Sprecher variieren in ihrer überschlagenden Fröhlichkeit kaum noch. Wohl weil die Sender inflationiert sind. Aus einigen Dutzend Mikrofon-Persönlichkeiten wurden abertausende meist anbiedernde Radiostimmen, die ihr „Produkt Sender“ zu verkaufen haben.  
Prominente Matadore, die es so gesehen früher leichter hatten, sind abgetreten: Fred Metzler, Hans Karl Schmidt (Atze), Elmar Gunsch, Sexauer und Heck. Achim Graul ist im Ruhestand. Hoffentlich hören wir von Thomas Gottschalk, Carlo von Tiedemann oder Werner Reinke noch lange was. Stimmen, denen man folgt, auch wenn die sich kaum um was bemühen.
Hier geht es nicht um Spartenradio, das funktioniert. Die ARD-Sender haben ihr breites Angebot von Info und Kultur, Klassik, Schlager und Pop-Rock hervorragend aufgefächert.
Gemeint sind große AC-Wellen für die breiten Massen, seien sie öffentlich-rechtlich oder rein kommerziell. Was macht den Unterschied?
Bei den Privaten sind es ein paar Gewinnspiele mehr, weil sie allein von Werbung leben müssen, das ist verständlich.
Playlists, die -wenn überhaupt- gerade mal an ein paar Hundert Titel stoßen, rotieren die Charts der Neuerscheinungen oder Oldies rauf und runter. Bei Jugendwellen glaubt man sogar, der Vorrat passte auf eine CD. Fehlanzeige für den, der auch mal die Pogues, Steely Dan oder Boz Scaggs erwartet. Schon solche bekannten Namen hat kaum ein Studiorechner auf dem Schirm, geschweige denn King Crimson, Alexis Korner oder Anne Clark.
„Nicht gängig genug“, sagt die Musikredaktion? Hallo! Was nicht läuft, kann auch nicht gefallen! Felix Jaehn und Rita Ora, die Bee Gees und Elton John sollen ja – aber bitte im Mix mit Ausreißern, die leider fehlen und somit Sendungen zum Mitsingen riskieren. Wie sagte mir doch mal der legendäre HR-Unterhaltungschef Hanns Verres: „Wir sollten nicht nur spielen, was die Hörer hören wollen, sondern auch das, was sie hören sollten!“ Das hat nichts mit Bevormundung zu tun, aber mit Angebot.
So. Was will er nun eigentlich anders machen, der „oberschlaue alte Vinyl-Matz“ mit seinen Plattenspielen? Gewiss hat er einen anspruchsvollen Mix aus Pop und Rock, Punk, Folk und Country auf den Tellern, manchmal klingt es sogar jazzig. Die Moderation vrecht knackig, wenn´s geht, mit uralten Jingles und Overtalks über den Intros. Eben old-school AFN- und BFBS/BFN-Style. Und bitte: Überraschungen im Programmablauf. Ich weiß selbst nie, wie der endet. Schnelle Sendungen gerne, solange noch Stimme und Birne mitmachen.  
Nicht jedermanns Ding, ich bitte um Nachsicht. Aber genau hier liegt die Chance von kleinen Lokal- und Regionalsendern, teils mit offenem Bürgerzugang: Ausbruch auf der ganzen Linie. Keine Werbung, kein Formatzwang oder Quotendruck. Media-Analysen lassen ehrenamtliche Radiomacher kalt. Die sind nicht werberelevant. Die Hörertelefone klingeln trotzdem.
Die „Plattenspiele mit Matze – Only Vinyl“ kochen gerade 500 mal, zugegeben auch nur mit Wasser. Gerne mit kleinen Stolpersteinen, die dann hoffentlich zu spontanen Geschichtchen werden, persönlichen Erinnerungen rund um die Vinylplatte. Ich liebe sogar Patzer, sie sollten nur nicht abgegriffen sein. Radio hat mein Leben infiziert. Genesung bleibt recht unwahrscheinlich.“

  • Sendetermin: „Only Vinyl“, Dienstag, 14. Juli 2020, 22 Uhr

 

Die Savoy Orpheans, Folge 2

Im Juli 1925 war die englische His Master‘s Voice (HMV) zum elektrischen Aufnahmeverfahren übergegangen - ein Jahr vor den meisten deutschen Plattenfirmen.
Die neue Technik bot den Orchestern neue Entfaltungsmöglichkeiten, denn nun war es nicht mehr nötig, Arrangements, Orchesteraufstellung, Instrumentierung und Spielweise auf die Unzulänglichkeiten der mechanisch-akustischen Aufnahmeapparatur abzustimmen. Zwar forderte auch die Aufnahme über das Mikrophon den Orchestern Änderungen gegenüber dem normalen Konzert- oder Tanzsaalbetrieb ab, doch weit weniger als bisher.
Ab der Aufnahmesitzung vom 19. April 1926 leitet nicht mehr Debroy Somers die Savoy Orpheans, sondern der Geiger Ramon Newton, denn Somers nahm nun mit einer eigenen Tanzkapelle für die Columbia auf. Noch im selben Jahr übernahm allerdings der Pianist der Band, Carroll Gibbons, den Dirigentenstab. Newton wurde ersetzt und gleichzeitig der Streichersatz auf drei Mann erweitert. Von ihnen dürfte Sydney Kyte am interessantesten sein, der später ebenfalls ein eigenes Orchester leiten sollte. Auch die übrige Besetzung wurde unter Gibbons‘ Leitung  recht weitgehend geändert.
Nach einer kurzen Interimszeit mit zwei anderen Leitern und weiteren Besetzungsumstellungen  übernahm Gibbons erneut das Orchester und sollte nun die Fäden bis in die 30er Jahre in der Hand behalten.
Anscheinend zur eingehenden Erprobung der neuen Apparatur fanden etliche Aufnahmesitzungen der Orpheans über einen längeren Zeitraum hinweg im Studio des Preßwerks der HMV in Hayes, Middlesex, statt. So war es leichter, Testpressungen (oder ggf. unter Zerstörung derselben auch Originalmatrizen) abzuhören und unmittelbar Änderungen an den Aufnahmebedingungen vorzunehmen und Erfahrungen im Umgang mit dem neuen Verfahren zu sammeln. Bald spielte die Band auch wieder Aufnahmen im Londoner Studio ein. Um in öffentlichen Musiksälen wie der Small Queen‘s Hall Platten aufzunehmen, ließ die HMV sich obendrein in London Postleitungen von dort zum Studio schalten. Dieses Verfahren wurde z.B. auch von ihrer Berliner Tochterfirma Electrola angewandt.
1928 endete die Tätigkeit der Orpheans für die HMV; im Januar jenes Jahres aufgenommene Tests bleiben unveröffentlicht. Nach einer Kontinentaltournee mit der alten Besetzung, wobei das Orchester im März ‘28 auch in Berlin auftrat und für die Homocord Einspielungen mit Billy Barton als Gastmusiker an Klarinette und Saxophon machte, schloß Gibbons einen Vertrag mit dem Kleinetikett Dominion.
Im Oktober 1931 kehrte Gibbons mit den Savoy Orpheans zur Columbia zurück, von der die Orpheans ziemlich genau sieben Jahre zuvor zur HMV gewechselt waren, jedoch wiederum mit anderem Personal. Dies wird Thema einer weiteren Folge sein.
Durch die Folge führt Thomas Sosna.

  • Sendetermin: „Tanzparkett“, Mittwoch, 15. Juli 2020, 21 Uhr
  • Wiederholung: Donnerstag, 16. Juli 2020, 13 Uhr

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Das sind WIR

Da war doch noch was!?

Über uns

"Gesellschaft zur drahtlosen Belehrung und Erbauung"

 

Das Freie Radio Kassel (kurz FRK) ist ein nichtkommerzieller lokaler Hörfunksender, der im Kasseler Stadtgebiet und den angrenzenden Gemeinden zu empfangen ist.

 

Die Sendefrequenzen sind: UKW 105,8 MHz (Antenne) bzw. DAB+ über Kanal 6A (FRK) .

 

Das Sendestudio hat sich seit Gründung in der historischen, denkmalgeschützten Kulturfabrik Salzmann im Kasseler Stadtteil Bettenhausen befunden und musste Anfang 2013 in die Innenstadt umziehen (Opernstraße2 ).

Wir sind 105,8 MHz

Das Freie Radio Kassel ist weitgehend ehrenamtlich organisiert und bietet Interessierten die Möglichkeit, eigenverantwortlich Radiobeiträge zu produzieren und zu senden. Inhaltliche Schwerpunkte sind zum einen die lokale und regionale Berichterstattung, zum anderen ein Musikprogramm, das sich deutlich von dem kommerzieller oder öffentlich-rechtlicher Sender unterscheidet.

 

Das Programm wird von lokalen Vereinen, Initiativen und sonstigen Gruppen sowie von Einzelpersonen erstellt, die in der inhaltlichen und formalen Gestaltung ihrer Sendungen weitgehend autonom sind. Das Freie Radio Kassel verfügt im Gegensatz zu vielen anderen Bürgermedien über ein festes Programmschema mit periodisch wiederkehrenden Sendungen. Das FRK versteht sich als "Einschaltradio", d.h., Hörer schalten gezielt ein, um bestimmte Sendungen zu verfolgen. Zu den Aufgaben des Freien Radios gehört darüberhinaus die Vermittlung von Medienkompetenz. Dies geschieht durch vielfältige medienpädagogische Projekte, die oft in Kooperation mit Schulen, Hochschulen, Jugendzentren und anderen Bildungsträgern durchgeführt werden.

 

Die Finanzierung des Senders erfolgt größtenteils über Mittel der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und Neue Medien (LPR Hessen). Diese verwendet einen Teil des ihr zufließenden Anteils an den Rundfunkgebühren zur Förderung nichtkommerzieller Medienprojekte.