Programminfos vom 28.05.2020 bis 04.06.2020

Gedenken an Walter Lübcke

Vor einem Jahr, am 2.Juni 2019, wurde der Kasseler Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke auf seiner Terrasse zu mitternächtlicher Stunde von einem mutmaßlichen Rechtsterroristen erschossen. Die juristische Aufarbeitung der Tat ist in vollem Gange, das Strafverfahren soll demnächst eröffnet werden. Eigentlich waren zum Jahrestag mehrere Gedenkveranstaltungen geplant, die nun allerdings nicht durchgeführt werden können. Das Freie Radio sendet daher nochmals Auszüge aus der Großkundgebung, die letztes Jahr wenige Wochen nach dem Mord stattfand. An die 10.000 Menschen versammelten sich damals vor dem Regierungspräsidium und gaben unter dem Motto „Zusammen sind wir stark“ ihrer Ablehnung rechtsextremer Gewalt Ausdruck. Unter anderem sprachen die Hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann und Staatstheater-Intendant Thomas Bockelmann.

  • Sendetermin: „Themenwechsel“, Freitag, 29. Mai 2020, 18 Uhr

 

Der Frühling auf Schellack

„Sagt mal, wollt Ihr dieses Jahr gar nicht ... ?“
Eigentlich wollten wir nicht.
Andererseits gäbe es - an allem ist nur der Frühling schuld - ohne diese Sendung unsern Sonntagnachmittagssendeplatz „Tanzparkett extra“ gar nicht.
Deshalb bringen wir nun doch wie (fast) jedes Jahr im Frühling wieder unsere Tanzparkett-Frühlingssendung, damit Eddy Walis und Raimund Geßner die „Rosen, die uns der Mai bringt“ nun auf den letzten Drücker doch noch pünktlich abliefern können. Daß die Jahresrechnung für die Wartezeit zur Überprüfung der dreisten Behauptung „Es wird in hundert Jahren wieder so ein Frühling sein“ nun nicht mehr stimmt ... sei’s drum! Es ist ja schließlich eine Wiederholung.
Thomas Sosna läßt als Ihr Begleiter die musikalischen Frühlingssträuße erblühen.
Auf ausdrücklichen Hörerwunsch also:

  • Sendetermin: „Tanzparkett extra“, Pfingstsonntag, 31. Mai 2020, 17 Uhr
  • Wiederholung: Pfingstmontag, 1. Juni 2020, 9 Uhr

 

Steve Earle  -  "The Ghosts of West Virginia"

Ein seit Jahren streitbarer Singer/Songwriter, Steve Earle aus Virginia, hatte schon immer ein Faible auch für Theaterbühnen. Das Theaterautorenteam Jessica Blank und Erik Jensen machte Earle mit ihrem Stück über das "Upper Big Branch Mine Disaster" von 2010 bekannt, das in der Erde West Virginias 27 Minenarbeiter schlagartig ihre Leben unter Tage kostete. Steve Earle, der "leftist populist" aus den Appalachen, war genau der richtige Typ, die passende Coal Country Music dafür zu entwerfen. Herausgekommen ist ein weiteres die Hintergründe vielseitig ausleuchtendes Americana-Album, das auch die schäbige Rückseite des Goldenen Amerikanischen Dollars zeigt. America great again?! Please don´t you forget about your own struggling People, Mister.
Spannende Mischung aus Bluegrass, Country und Rock: Steve Earle mit seiner langjährigen Tourband The Dukes. Herbe Texte, herbe Mucke. Nicht allzu häufig im US Countryradio zu hören. Bei uns schon - eine brandaktuelle Scheibe.

  • Sendetermin: „Lonesome Traveler“, Sonntag, 31. Mai 2020, 19 Uhr

 

Rassismus erkennen und benennen

„Woher kommst du?“  - Beginnt mit einer solchen Frage bereits Rassismus? In der heutigen Ausgabe der Sendung „Zwischenzeit“ sprechen Expertinnen aus Kassel und Frankfurt darüber, was Rassismus ist, wie er sich im Alltag zeigt und was er auslöst. Zu Gast sind: Saba-Nur Cheema, die Leiterin des pädagogischen Teams der Bildungsstätte Anne Frank; Selvet Elevliv als Vertreterin von BENGI e.V. , einer migrantischen Selbstorganisationen aus Kassel; und Ruth Hunstock, die Initiatorin der Initiative „Afrodeutsche und schwarze Menschen in Nordhessen“. Moderiert wird die Sendung von Maria Seip, der Leiterin der Kasseler Zweigstelle der Bildungsstätte Anne Frank.

  • Sendetermin: „Zwischenzeit“, Dienstag, 2. Mai 2020, 18 Uhr

 

US-Smallband-Swing der 30er Jahre, Folge 2/ 2020

Das ist einmal mehr Thema im „Tanzparkett“.
Eine Stunde Musik aus der Zeit, in der die damals aktuelle Spielart des Jazz rund um die Welt auf fruchtbaren Boden fiel - nie wieder fand eine neue Stilrichtung des Jazz eine derartige Verbreitung und Beliebtheit beim allgemeinen Publikum.
Richtig in Fahrt kam der Swing ab 1934/ 35, aber die Richtung, in die die musikalische Entwicklung gehen sollte, wurde erkennbar schon etwas eher eingeschlagen. Anfang der 40er Jahre, nicht zuletzt durch den US-Musikerstreik und den Eintritt der USA in den II. Weltkrieg, veränderte sich der Publikumsgeschmack: Bald standen die Sänger im Vordergund des Interesses, nicht länger die Orchester.
Wir bringen in dieser Folge Platten aus der Zeit von 1933 bis 1941, also vom Beginn bis zur „Abenddämmerung“ der klassischen Swingära.
Zu hören sind in dieser Sendung das Quintett von Edgar Hayes (1937), Wingy Manone (1938), The Gotham Stompers mit der Sängerin Ivie Anderson (1937), Benny Goodman, der hier Billie Holiday auf ihrer ersten Platte begleitet (1933), Joe Marsala (1941), Red Norvo mit zwei unterschiedlichen Besetzungen in seinem „Swing Octet“ (1935), Riley-Farley and their Orchestra (1936) sowie Red McKenzie, der hier von den Six Spirits of Rhythm begleitet wird (1934). Durchs Programm führt Peter Michael.

  • Sendetermin: „Tanzparkett“, Mittwoch, 3. Juni 2020, 21 Uhr
  • Wiederholung: Donnerstag, 4. Juni 2020, 13 Uhr

 

Programminfos vom 24.05.2020 bis 28.05.2020

Deutsche Studenten 1918-1968

Gemeinhin wird das Bild revoltierender Studenten mit den internationalen – und linksorientierten – Studentenunruhen gegen Ende der 60er Jahre assoziiert. Doch in der deutschen Hochschulgeschichte gab es mehrere und sehr unterschiedliche studentische Bewegungen. Wenig bekannt ist z.B. die bedeutende nationalsozialistische Studentenschaft, die schon 1931 die Mehrheit an den deutschen Universitäten hatte. Der VHS-Vortrag von Dr. Peter Chroust schildert, wie sich die politische Ausrichtung der deutschen Studentenschaft zwischen 1918 und 1968 immer wieder verändert hat.

  • Sendetermin: „Themenwechsel“, Freitag, 22. Mai 2020, 18 Uhr

 

Hirn für alle

Oft hört man Sätze wie „Hätte ich nur mehr Geld!“ oder „Wäre ich nur schöner!“, aber kaum jemand wünscht sich „Ich wäre gern schlauer!“
Mein Haus! Mein Auto! Mein Boot! Das sind die Prioritäten unserer Zeit, aber wo bleibt der Traum vom Eigenhirn? Doch warum auch? Für viele Menschen ist das eigene Gehirn längst so überflüssig geworden wie das Grundgesetz für die CSU. Unser Denken haben wir outgesourct und lassen es von Fake News, von Populisten oder tausend Apps auf dem Smartphone erledigen.
Nicht nur unsere Autos, auch unsere Hirne scheinen über eine Abschaltautomatik zu verfügen. Und gibt es nicht genug ermutigende Beispiele aus Wirtschaft und Politik, die zeigen, daß überdurchschnittliche Intelligenz auf dem Weg an die Spitze eher hinderlich sein kann? Oder wie sonst läßt sich erklären, daß Insassen einer geschlossenen Abteilung im Vergleich zum amerikanischen Präsidenten erschreckend normal wirken?
Und auch im Land von Kant und Hegel fällt den meisten Menschen beim Begriff Aufklärung höchstens noch Dr. Sommer von der BRAVO ein. Dabei wäre es höchste Zeit, eine neue Ära der Vernunft einzuläuten.
„Hirn für alle“ ist ein Rundumschlag durch Politik und Gesellschaft – ein Abend für jeden, der gern selber denkt oder es einfach mal wieder ausprobieren möchte. Aber Vorsicht: Denken ist wie Sex! Wenn man mal damit anfängt, möchte man es immer wieder tun. (Der Vorteil ist: Man kann es jederzeit und überall tun und muß davor niemanden zum Essen einladen.)
Thomas Schreckenberger ist vielfach ausgezeichneter Kleinkunstpreisträger (u.a. Tuttlinger Krähe, Kleinkunstpreis Baden-Württemberg, Fränkischer Kabarettpreis, uvm.) und gern gesehener Gast in Rundfunk und Fernsehen.
Der Deutschlandfunk sagt über ihn: „Ein großartiger Kabarettist, der es wie wenige schafft, Themen aus der aktuellen Politik witzig und pointiert zu verpacken!“

  • Sendetermin: „Kabarett live“, Freitag, 22. Mai 2020, 22 Uhr

 

Zum Tod von Harold Reid

Die Statler Brothers saßen immer ein wenig zwischen den Stühlen: Für die Hardcore-Country-Fans waren sie zu sehr „Pop“, den Pop- und Rockfans hingegen ging ihr Sound zu stark in Richtung Country. Trotzdem gehörten sie in den 70er und 80er Jahren zu den beliebtesten und erfolgreichsten Gesangsgruppen der USA. Mehrere Jahre hintereinander wurden sie von der Country Music Association zur „Vocal Group Of The Year“ gekrönt, ihre Platten verkauften sich millionenfach. Zu verdanken hatten sie ihre Karriere vor allem Johnny Cash – er nahm sie Mitte der 60er in seine Show auf; auch bei seinen legendären Knast-Konzerten im Folsom Prison und in San Quentin waren die Statlers dabei. Später machten sie sich selbstständig und verbuchten reihenweise Hits in den Country-Charts – ihr mehrstimmiger Satzgesang, der sowohl vom Gospel als auch vom Close-Harmony-Stil der Western-Gesangsgruppe beeinflußt war, begeisterte nicht nur das Country-Publikum. Ihr Hang zu Nostalgie und zu einer gewissen Idealisierung der Vergangenheit kam gerade in den für die USA schwierigen 70er Jahren sehr gut an.
Besonders populär war Harold Reid, der nicht nur die markante Baß-Stimme zum Gruppensound beisteuerte, sondern mit seiner humorvollen Art viele Fans begeisterte. Im April 2020 ist Harold Reid im Alter von 80 Jahren gestorben – wir erinnern an ihn und an die Statler Brothers, die bereits vor fast 20 Jahren ihre glanzvolle Karriere beendet haben.

  • Sendetermin: „Country Classics“, Samstag, 23. Mai 2020, 18 Uhr

 

Der "Mark Twain" der amerikanischen Songwriter - John Prine (+ 7. April 2020)

In Erinnerung an einen Lifetime Friend hören wir heute Klassikeralben aus den 70ern wie "Common Sense" (1975), "Bruised Orange" (1978) und "Pink Cadillac" (1979) in voller Länge; außerdem Duett-Alben aus der Neuzeit: "In Spite of Ourselves" (1999) und die mit dem seligen Folk- und Bluegrass-Urgestein Mac Wiseman aufgenommene LP "Standard Songs for Average People" von 2007.
Zitat Grammy-Preisträger John Prine : "In meinen Songs versuche ich, durch die Augen anderer Leute zu blicken. Ich möchte den Zuhörern eher ein Gefühl als eine Botschaft übermitteln".

  • Sendetermin: „Die Lange Rille“, Samstag, 23. Mai 2020, 21 Uhr

 

Britische Herrenkleinkunstaufnahmen, Folge 1

Die Tanzmusik des 20. Jahrhunderts (und im speziellen der Jazz) wird seit etwa 80 Jahren systematisch beschrieben, eingeordnet und wissenschaftlich behandelt.
Stiefmütterlich dagegen gingen Forscher und Plattensammler lange Zeit mit der sogenannten „Kleinkunst“, also Chanson-, Humoristen-, Kabarett-und Vortragsaufnahmen u. dergl., um. Sie wurde jahrzehntelang als zweitrangig abgetan, eben als „klein“ angesehen.
Forschungen, wie sie auf dem Gebiet des Jazz z.B. von Brian Rust und Horst H. Lange seit den 50er Jahren angestellt wurden, als viele Zeitzeugen noch lebten und im Musikgeschäft tätig waren, fanden erst mit Verzögerung statt.
Viele Quellen und Berichterstatter aus erster Hand waren in den 80er Jahren nicht mehr greifbar, als eine breitere Beschäftigung mit der großen Zeit der kleinen Bühne, der Kleinkunstszene der Zwischenkriegszeit, einsetzte.
Umgekehrt tauchten auch verloren geglaubte Quellen in jener Zeit oder später wieder auf, die zuverlässiger waren als verblaßte Erinnerungen damals beteiligter Musiker -Aufnahmebücher verschiedener Plattenfirmen, die in den 50er Jahren wohl ins Altpapier hätten wandern sollen und von Plattenfans geborgen wurden.
Jedenfalls hat sich vor allem in den letzten 25 Jahren die Beschäftigung mit der Kleinkunst etabliert und ist auch aus der Schellacksammlerszene, wenn man von einer solchen sprechen mag, nicht mehr wegzudenken. Auch in den Sammlungen der Tanzparkett-Redakteure findet sich nicht nur Jazz, und auch der Anspruch unserer Sendung umfaßt die Kleinkunst von Anfang an.
Nicht nur in Deutschland gab es eine bunte Kleinkunstszene, auch im europäischen Ausland blühten die Kakteen der Brettlbühne.
Das wollen wir mit dieser und der kommenden Sendung unter Beweis stellen. Wir bringen Ihnen eine Auswahl an Kleinkunstaufnahmen von der Insel. Die Vortragenden in den ersten beiden Folgen sind Herren, britische Damen-Kleinkunstplatten wollen wir bei späterer Gelegenheit als Fortsetzung senden.
Durch das Programm begleitet Sie Thomas Sosna.

  • Sendetermin: „Tanzparkett extra“, Sonntag, 24. Mai 2020, 17 Uhr
  • Wiederholung: Montag, 25. Mai 2020, 9 Uhr

 

Still "Rough and rowdy ways"? - Bob Dylan zum 79

Corona-Maskierungen schützen auch nicht vor dem Älterwerden. His Bobness (oder DER MEISTER) Bob Dylan wird soeben 79. Happy B-day, Robert Allen Zimmerman! Ihm zu Ehren bringen wir in der heutigen Folge einen seiner frühen Album-Klassiker, "Nashville Skyline" von 1969, ein "Country-Album", das Dylan unter Mitwirkung von Johnny Cash eingespielt hat und das ein großer Erfolg wurde, nachdem sich die vielen "Dylanologen" auf den plötzlichen Schwenk des Meisters eingelassen hatten.
Mit der Produktion dieser Preziose sind Bob Dylan und Johnny Cash sich musikalisch und menschlich nahe gekommen. Ein Meilensteinalbum haben sie damals abgeliefert. Es beinhaltet zeitlos tolle Songs wie "Lay Lady Lay", "To be alone with you", "I threw it all away" und natürlich den fantastischen "Nashville Skyline Rag". Mit dabei waren großartige Mitmusiker wie Charlie Daniels, Pete Drake, Charlie McCoy u.a.
Als kleine Überraschung zu Bobs Geburtstag steuert ein weiterer exklusiver Kollege, Loudon Wainwright III, einen herrlich schrägen Talking Blues für Bob Dylan bei. Nun sind alle gespannt auf Dylans neues (39.) Studioalbum, das im Juni erscheinen soll. Titel "My rough and rowdy ways" (nach der Country-Ikone Jimmie Rodgers aus den 30er Jahren)

  • Sendetermin: „Lonesome Traveler“, Sonntag, 24. Mai 2020, 19 Uhr

Programminfos vom 13.05.2020 bis 21.05.2020

Junior Wells und Little Richard  

Wegen Little Richards Ableben präsentieren wir diesmal ein leicht geändertes Programmangebot in unserem Blues Magazin. Vorgesehen waren der ebenfalls selige, unvergessene Harpspieler Junior Wells aus Memphis, plus einiger weißer Adepten. Aktuell trauern aber viele R&R-Fans weltweit um Little Richard aus Macon/Georgia (1932 - 9. Mai 2020), die Ikone, den "King of Rock". So sind denn auch einige Hämmer vom "Georgia Peach" in dieser Folge zu hören - überwiegend Speciality-Aufnahmen, einige seiner Mitt-50er Hits.

  • Sendetermin: „Long Distance Call“, Samstag, 16. Mai 2020, 18 Uhr

 

Zum Tod von Little Richard

Little Richard war ein farbiger amerikanischer Rock´n´Roll-Sänger, Pianist und Songwriter mit Legendenstatus. Seine Songs waren bekannt für den wilden hohen Gesang und ein besonders feuriges Pianospiel – perfektioniert wurde das ganze durch Little Richards selbstdarstellerisches schrilles Auftreten. Später würde er öffentlich anmerken: „ Wenn Elvis der King ist, dann bin ich die Queen des Rock’n’Roll!“. Sein Spiel mit Geschlechterrollen und die flamboyante Performance waren stilprägend. Eine steiler hochgesprayte Frisur besaß keiner. Prince war einer seiner Nachahmer.
Er kam als Richard Wayne Penniman am 5. Dezember 1932 in Macon, Georgia/USA zur Welt. Als eines von insgesamt zwölf Kindern – sein Vater war damals Prediger, und die gesamte Familie lebte in eher ärmlichen Verhältnissen. Dadurch nahm er sehr früh so ziemlich jeden Job an, der sich ihm bot – nur dadurch konnte er sich über Wasser halten.
Schon als Kind ist Richard hyperaktiv und äußerst an Musik interessiert. Mit 14 Jahren fühlt er sich alt genug, um das einengende Elternhaus zu verlassen. Er legte sich selbst den Künstlernamen „Little Richard“ zu und türmte seine hoch toupierten Haare ordentlich mit Gel auf - die möglicherweise erste schrill gestylte eindrucksvolle Bühnengestalt im aufkommenden Rock & Roll.
Little Richard sammelt erste Erfahrungen in unterschiedlichen Gospelgruppen – der Einfluß dieser Musik prägt ihn auch sehr stark. 1951 bekommt er die Gelegenheit, an einem Gesangswettbewerb teilnehmen zu können: Little Richard gewinnt diesen. Die Belohnung dafür: ein erster Plattenvertrag! Er nimmt vier Songs im Studio auf – und jeder entpuppt sich als Flop. Little Richard macht trotzdem weiter : tagsüber arbeitet er in Küchen und spült u.a. die dreckigen Teller (Stichwort: American Dream). Abends steht er auf der Bühne in verschiedenen Clubs und macht seine Musik.
1952 sollte dann die Wende im Leben von Little Richard kommen: er lernt den ebenfalls schrillen Musiker Esquerita kennen – dieser verrät Richard einige „wilde“ Klaviertechniken, die er zukünftig sehr erfolgreich bei seinen weiteren Bühnenperformances und im Studio einsetzen würde. Zugleich war Little Richard mit Nonsenssilben-Hits wie „Tutti Frutti“ Sprachrohr für zahllose Kids, die eine eigene Art von Teenagersprache pflegten, um sich von der Elterngeneration abzusetzen. Und er bestand damit auch beim „weißen“ Publikum. Dort fand Little Richard seine allermeisten Fans. Und das war damals der Gewinn einer gesellschaftlichen  Abstimmung gegen die Diskriminierung nach Hautfarbe.  
In dieser Zeit versöhnte sich der Musiker mit seinem Vater, der damals noch große Probleme mit Richards Homosexualität hatte. Ihm gefiel es auch nicht, in welcher Szene sich sein Sohn bewegte. Trotzdem machten beide wieder einen Schritt aufeinander zu. Kurz darauf wurde Little Richards Vater in einem Lokal während einer Schießerei getötet.
In der heutigen Folge sind überwiegend die frühen Specialty-Aufnahmen aus der Mitte der 50er zu hören, seiner ganz großen Zeit; aber auch Coverversionen anderer Künstler wie den Beatles, Elvis, Canned Heat, Johnny Winter, Kinks, Swinging Blue Jeans – und von Jerry Lee Lewis, dem nach Little Richards Ableben nun einzigen „Überlebenden“ der klassischen Rock’n’Roll-Ära.

  • Sendetermin: „Die Lange Rille“, Samstag, 16. Mai 2020, 21 Uhr

 

Der Jazzposaunist Miff Mole, Teil 2

Erneut geht es im „Tanzparkett extra“ um Smallband-Jazz der 20er Jahre, wiederum um Platten mit Irving Milfred “Miff“ Mole. (Zu Anmerkungen über Miff Mole siehe den Eintrag zum „Tanzparkett extra“ von letzter Woche!)
Im zweiten Teil bringen wir in der ersten Hälfte wiederum für die OKeh-Schallplatte eingespielte Aufnahmen, die zweite Hälfte widmet sich Platten, die mit Red-Nichols-Gruppen für die Victor entstanden.
Durchs Programm führt Peter Michael.

  • Sendetermin: „Tanzparkett extra“, Sonntag, 17. Mai 2020, 17 Uhr
  • Wiederholung: Montag, 18. Mai 2020, 9 Uhr

 

Guy Clark - Erinnerung an einen großen „Storyteller“ aus dem Lone Star State

In einer Zeit von ausgelagerter Herstellung, industrieller Landwirtschaft und digitalen Wahrheiten standen der geniale Singer/Songwriter Guy Clark (1941 – 2016) und seine Musik für das Traditionelle, Nachhaltige und Authentische, für Lebensmittel aus der Region, lokal gebrautes Bier und handgenähte Kleidung. Seit Mitte der 80er war er so etwas wie ein Mastermind hinter der einst so quirligen Outlaw-Szene. Und seine Gitarren baute er meisterhaft selbst. Mit seiner sanften Raspelstimme trug er Lieder aus dem mexikanischen Grenzland zu versiertem Gitarrenspiel, Dobro, Banjo und sentimentaler Fiddle vor. Viele Songs aus seiner Feder übernahmen MusikerkollegInnen. Waylon, Willie, Emmylou Harris und Townes Van Zandt waren seine Freunde. Heute vor vier Jahren hat er uns 75jährig verlassen. Farewell, Guy.  
Zu hören sind Auszüge aus den Alben "Old Friends" (1988) und "The Dark" (2002).

  • Sendetermin: „Lonesome Traveler“, Sonntag, 17. Mai 2020, 19 Uhr

 

Whispering Jack Smith zum 70. Todestag

Am 13.5.1950, also vor ziemlich genau siebzig Jahren, starb in seiner Geburtsstadt New York einer der großen Plattenstars der 20er Jahre, nämlich „Whispering“ Jack Smith.
Er war als Sohn deutscher Einwanderer unter dem Namen Jacob Schmidt am 30.5.1896 auf die Welt gekommen.
Der „flüsternde Bariton“ schuf einen neuen Gesangsstil, der prägend auf eine ganze Generation von „Croonern“ und noch weit über seine Zeit hinaus wirken sollte.  Seine Plattenkarriere begann 1925 bei der Victor mit den Titeln „Cecilia“ und „I Care For Her And She Cares For Me“, auf denen er sich selbst am Klavier begleitet.
Noch ein Jahr vorher wäre Smith wohl kaum als Sänger zur Schallplatte gekommen, denn bis 1925 nahm die Industrie noch nach dem akustischen Verfahren auf, bei dem die bloße Schallenergie der Darbietung als Antriebskraft für den Schneidstichel diente. Gefragt waren daher regelrecht in den Trichter „brüllende“ Sänger. Erst die Einführung von Mikrophon, Verstärker und elektrischem Schreiber ermöglichte es, eine leise, fein nuancierte Stimme wie die von Jack Smith aufzunehmen.
Diese Stimme war das Ergebnis seines Lebensweges und der Weltgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts. Wie Schmidt, wie er sich damals noch nannte, bei seiner Registrierung für den Militärdienst beim Wehrersatzamt Bronx angab, war er reisender Theatersänger. Er wurde im I. Weltkrieg zur US-Armee eingezogen und auf den Schlachtfeldern Frankreichs eingesetzt. Bei einem deutschen Gasangriff erlitt er eine Vergiftung und war fortan nicht mehr in der Lage laut zu singen.
Nach Kriegsende arbeitete er in Irving Berlins Musikverlag als „song plugger“, d.h. Pianist, der Reflektanten die Klavierauszüge der Neuerscheinungen vorspielen mußte.
Auch im Radio wirkte er als Pianist. Dort begann er auch wieder zu singen, als bei einer Übertragung der Sänger ausfiel. Durch den am Funk unabdingbaren Einsatz des Mikrophons war das im Gegensatz zur damaligen Schallplatte auch mit seiner leisen Stimme möglich. Im Zuge der Umstellung auf das elektrische Verfahren wurde die Victor auf ihn aufmerksam.
Seine Karriere sollte bald Fahrt aufnehmen und ihn rund um die Welt führen. Nicht nur in England, sondern auch in Deutschland, der Heimat seiner Eltern, war er zeitweise überaus populär. Kurt Tucholsky, der ein großer Plattennarr war, widmete Jack Smiths Aufnahmen mehrere Kritiken. Eine davon, die er als Peter Panter in der Vossischen Zeitung veröffentlichte, stellen wir Ihnen vor.
Auf den Tourneen im Ausland trat Jack Smith nicht nur vor Publikum auf, sondern ging auch dort ins Plattenstudio. Trotz seiner deutschen Herkunft scheint er vollkommen amerikanisch erzogen worden zu sein, denn seine Aussprache auf den in Berlin auf deutsch eingesungenen Platten klingt so gar nicht nach einem Muttersprachler.
Der frühe Tonfilm sah ihn in drei kleinen Nebenrollen. Seine Karriere büßte jedoch in dieser Zeit bereits an Strahlkraft ein. Nach 1931 sollte er fast ein Jahrzehnt lang kein Plattenstudio mehr betreten. So erging es auch anderen von der „Great Depression“ hart getroffenen Künstlern.
Wir schließen in dieser Sendung den Kreis seines Schaffens mit der 1940 für die Decca entstandenen Neuaufnahme seiner ersten veröffentlichten Platte, „Cecilia“.
Wie schon oben gesagt, starb Whispering Jack Smith am 13.5.1950 in New York, und zwar an einem Herzinfarkt. Beigesetzt wurde er anonym auf dem New Yorker St.-Raymond-Friedhof.
Sein Ruhm hallte in Musikerkreisen und auch beim Publikum noch lange nach - so berief sich Ende der 60er Jahre überdeutlich der englische Künstler Billy Moeller auf ihn, als er sich „Whistling Jack Smith“ nannte.
Durch diese Ausgabe begleitet Sie Thomas Sosna.

  • Sendetermin: „Tanzparkett“, Mittwoch, 20. Mai 2020, 21 Uhr
  • Wiederholung: Donnerstag, 21. Mai 2020, 13 Uhr

 

Programminfos vom 08.05.2020 bis 11.05.2020

75 Jahre Kriegsende

Eigentlich hätte es jetzt auch in Kassel zahlreiche öffentliche Veranstaltungen zum 75. Jahrestag des Kriegsendes in Europa geben sollen – leider wurden sie allesamt vom Virus verspeist. Glücklicherweise verfügt das Freie Radio über ein umfangreiches Archiv mit Vorträgen, Diskussionen und sonstigen Beiträgen aller Art, auf das nun zurückgegriffen werden kann. Zum Jahrestag am 8. Mai senden wir einen Vortrag von Dr. Ulrich Schneider aus dem Jahr 2000, in dem er sich mit der Situation in Kassel und Nordhessen zum Kriegsende befaßt.

  • Sendetermin: „Themenwechsel“, Freitag, 8. Mai 2020, 18 Uhr

 

Wiedervereinigung des Jahres: Tresenlesen

Auch wenn die (West)deutschen mit Wiedervereinigungen ihre traurigen Erfahrungen machen mußten, so sollte man Ereignisse dieser Art nicht pauschal verteufeln. Über eine ebenso erfreuliche wie unerwartete Reunion durften sich die Kabarettfreunde kürzlich freuen: Tresenlesen, das legendäre Duo aus dem Ruhrpott, das in den 90er Jahren die Lesebühnen-Tradition mitbegründete und zu den Pionieren der Komischen Literatur gehört, hat sich kürzlich wieder zusammengetan – nach 20 Jahren. Jochen Malmsheimer und Frank Goosen, die im Jahr 2000 ihre Zusammenarbeit beendeten und jeweils erfolgreiche Solokarrieren starteten, trafen sich am Ostersamstag auf einer Theaterbühne in Bochum und präsentierten dem umständehalber nur virtuell vorhandenen Publikum alte und neue Texte. Und es funktionierte: Die alte Magie war wieder da, die Chemie stimmte, die Interaktion klappte wie in alten Zeiten. Steht nur zu hoffen, daß dies kein einmaliges Ereignis bleibt, sondern daß die beiden Kabarett-Titanen weiterhin gemeinsam ihr Publikum begeistern – vielleicht auch mit einem neuen Bühnenprogramm, sobald es die äußeren Umstände wieder zulassen.

  • Sendetermin: „Kabarett live“, Freitag, 8. Mai 2020, 22 Uhr

 

Country-Rock mit den Everly Brothers

Sicher, die Everly Brothers waren eigentlich immer irgendwie „country“. Sie entstammten einer Südstaaten-Musikerfamilie, die schon in den 40er und 50er Jahren auf diversen Country-Radiostationen zu hören war, und auch die beiden Brüder Don und Phil durften bereits in Kindertagen ans Mikro und ihren später weltberühmten zweistimmigen Harmoniegesang zum besten geben. Auch mit Beginn ihrer großen Karriere hatten die beiden Goldkehlchen deutlich mehr Bezüge zur Country Music als zum Rock’n’Roll, dem sie aus marktstrategischen Gründen offiziell zugerechnet wurden. Ihre musikalischen Wurzeln lagen ganz eindeutig im klassischen Close-Harmony-Gesang von Country-Pionieren wie den Blue Sky Boys oder den Louvin Brothers.
Nach mehreren Jahren des Erfolgs und nach etlichen Mega-Hits wie „Bye Bye Love“ oder „All I Have To Do Is Dream“ war die ganz große Ära der Everlys ab etwa Mitte der 60er Jahre vorbei – sie wurden, wie so viele ihrer amerikanischen Kollegen, von der britischen Beat-Invasion förmlich hinweggefegt. In dieser Situation besannen sich Don und Phil Everly ihrer musikalischen Wurzeln und wandten sich wieder stärker der Country Music zu. Drei der Alben, die zwischen 1966 und 1968 erschienen sind und die eine Brücke zwischen traditionellen Country-Klängen und dem psychedelischen Rock der 60er schlagen, wurden jüngst im Rahmen einer Dreifach-CD wiederveröffentlicht. Wir stellen die Edition vor.

  • Sendetermin: „Country Classics“, Samstag, 9. Mai 2020, 18 Uhr

 

Sänger/Komponist Pete Lincoln

Pete Lincoln ist aktuell sowohl als Solokünstler als auch als Mitglieder der Band FRONTM3N unterwegs, und er hat bereits mit unzähligen namhaften Künstlern Studio und Bühne geteilt. Von 1996 bis 2006 war er Sänger bei Sailor, danach von 2006 bis Mai 2019 Sänger bei The Sweet. Ansonsten hat er im Laufe seiner Karriere als Gitarrist und Sänger mit prominenten Künstlern wie z.B. Sir Cliff Richard, Tina Turner, Shakin' Stevens oder Dannii Minogue zusammengearbeitet.
Aus der Zeit bei Cliff Richard entstand eine gute Freundschaft mit zwei Musiker-Kollegen, mit denen Pete vor knapp vier Jahren sein neustes Projekt namens „FRONTM3N“ an den Start gebracht hat. Die Band besteht aus ihm, Peter Howarth (bekannt von The Hollies) und Mick Wilson (bekannt von 10cc). Die drei bringen zusammen einzigartige Akustikversionen der Hits von The Sweet, den Hollies und 10cc  und noch vieles mehr auf die Bühne; dazu kommen eigene Songs mit dem ganz speziellen FRONTM3N-Charme.
Auch solo hat Pete einiges zu bieten, denn da hat er mit „Under Cover“, „Soul Searching“ und „Heartbeat“ bereits drei Soloalben herausgebracht. Solo kann man ihn bei seinen Konzerten als menschliche Jukebox erleben, der auf Zuruf mit Gitarre so gut wie alles singen kann.
In der Langen Rille bringen wir euch daher einen dreistündigen Querschnitt durch das weit gefächerte Talent von Pete mit seinen verschiedenen musikalischen Projekten von Sailor über The Sweet bis FRONTM3N sowie seine Solo-Titel und noch einige Überraschungen. Darüber hinaus kommt natürlich auch der Künstler selbst zu Wort und erklärt einiges zu FRONTM3N, lustigen Höhepunkten seiner Musikkarriere und der aktuellen Situation.

  • Sendetermin: „Die Lange Rille“, Samstag, 9. Mai 2020, 21 Uhr
  • Wiederholung: Sonntag, 10. Mai 2020, 13 Uhr.

 

Der Jazzposaunist Miff Mole, Teil 1

Wohl einer der besten Jazzposaunisten der 20er Jahre war Irving Milfred “Miff“ Mole (11.3.98 Roosevelt/ Long Island - 29.4.61 New York).
 Er begann seine Jazzkarriere bei den Original Memphis Five (OM 5), einer typischen Fünfergruppe des frühen Jazz, schon vor 1920, also im ersten Gefolge des bahnbrechenden Pionierjazz der Original Dixieland Jazz Band. Als Kind hatte er Geige und Klavier gelernt und in der Jugend als Stummfilmpianist gearbeitet. Nachdem er zwei Jahre lang als Posaunist aufgetreten war, wurde er zu einem der Gründer der OM 5. Auch beim „Vielaufnehmer“ Sam Lanin und bei der Jazzband von Abe Lyman fand sich Mole als Studiomusiker im Personal - neben der Mitarbeit in weiteren Studiogruppen. Über ein Engagement bei einer Rundfunkformation des Jazzbandleaders Roger Wolfe Kahn kam Mole zu einer neunjährigen Anstellung als Studiomusiker bei der NBC. Danach arbeitete er auf dem Gebiet der klassischen Musik, kam aber 1938 zur Tanzmusik zurück und spielte bei Paul Whiteman, um schließlich ab 1940 mit Eddie Condon zu musizieren. 1942/43 war er erneut bei der NBC unter Vertrag, danach spielte er bei Benny Goodman, arbeitete aber weiter auch mit Condon zusammen. Ab 1943 hatte er auch wieder eine eigene Kapelle, die „Nicksieland Band“, die im New Yorker „Nick‘s Greenwich Village Nightclub“ auftrat. Ab 1948 gastierte er als Mitglied der Band von Muggsy Spanier mit dieser in vielen kleinen Clubs. In den 50ern fand man ihn weiterhin in diesem Umfeld; er spielte nun mit verschiedenen Besetzungen. Ende der 50er Jahre war er aktiv in der Dixieland-Szene des „Big Apple“, als er erkrankte und nach mehreren Operationen nicht mehr auftreten konnte. Wie oben erwähnt, starb er 1961.
 Zu einem Leitstern für die nachfolgenden Generationen der Jazzwelt (und nach den Aussagen von Red Nichols wie auch Bix Beiderbecke auch für seine Zeitgenossen) wurde Mole durch die Zusammenarbeit mit dem Trompeter Red Nichols bei den „Five Pennies“ ab Mitte der 20er und den von dieser Gruppe mitgeprägten New-York-Stil. Entsprechend ist Nichols bei den ersten Aufnahmen Moles unter eigenem Namen mit von der Partie („Miff Mole’s Molers“ oder „Miff Mole and his little Molers“).
Diese für die OKeh-Schallplatte eingespielten (und in Europa auf den diversen Marken des Lindström-Konzerns herausgebrachten) Aufnahmen sind Thema unserer Sendung.
Der zeitliche Rahmen erstreckt sich dabei von 1927 bis 1930.
Durchs Programm führt Peter Michael.

  • Sendetermin: „Tanzparkett extra“, Sonntag, 10. Mai 2020, 17 Uhr
  • Wiederholung: Montag, 11. Mai 2020, 9 Uhr

Freies Radio Kassel e.V.

Opernstraße 2
34117 Kassel

Telefon: 0561 / 57 80 63

E-Mail: verein(at)freies-radio.org



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