Plattenspiele mit Matze – Only Vinyl

Mathias Welp: "Warum ich noch immer auflege – und dabei auflebe!"

Mit 66 Jahren fängt das Leben bekanntlich erst an. Für die meisten Radiomoderatoren hört es aber spätestens dann schon auf. Pech gehabt? Nein. Einfach nochmal anfangen! Alles von vorn? Wie bitte? Im Ernst?
Zwei EMT-Plattenteller, rechts und links, zwei alte Bandmaschinen, zwei Jingleplayer.
Los geht’s! So wie früher, in den analogen 70ern?
Ja, ganz genau so!

Ich rieche förmlich noch die Studioluft bei SR1 Europawelle Saar, da sendete ich abends. Bei Südfunk Stuttgart (früher SDR3) machte ich Frühsendungen - immer meinen Vinyl-koffer dabei. Das ist fast 45 Jahre her. Die Zeiten sind nicht besser geworden und das Radio leider auch nicht.
Für Axel Springer war ich zwei Sommer lang in Italien: Radio Adria hieß der Urlaubssender ohne Ledercouch im Vestibül, ohne Kasino, Fuhrpark, Pförtner.
Dafür hinterließen die Strandgäste ihren Sand im Mischpult. Eine harte Schule. Aber es hat Spaß gemacht, vielleicht soviel wie 40 Jahre Verlags- und Fernseharbeit zusammen, die noch folgen sollten.
Damals, Anfang der 80er, schrieb ich im Playboy eine kecke Glosse: „Macht endlich Dampf im Radio!“
Motto:  Schafft die  Intendanten ab, ich mach´s alleine.

So verkrustet schien dem jungen Heißsporn damals das ausschließlich öffentlich-rechtliche Programm. Die Privatisierung des Hörfunks stand bevor. Endlich: Pionierzeit. Der damalige Hörfunkdirektor des NDR, Prof. Wolfgang Jäger ging auf die Palme. Wie recht er hatte.

Denn Dreißig Jahre später wissen wir es besser. Die  ARD-Sender waren kein Beamtenfunk, sondern nur recht durchdachtes Einschaltradio, das nur ein paar Lockerungsübungen brauchte.
Dann kam es zur Erbsünde der Durchhörbarkeit. Den ganzen Tag dieselbe Musikfarbe – letztlich ein Diktat der Werbung,  die sicherer auf  Kundschaft zielen will.

Was haben nun viele Hundert Privatstationen und Web-Radios gebracht? Volle Werbeblöcke, gute Umsätze. Und obercoole Phrasenstrippen, die in gestelztem Jungjargon schon morgens auf den Nerv gehen („Noch dreimal schlafen bis zum Wochenende“, „Gestern war Mädelsabend“, „Likest Du diese App?“) - und diese Brillanz auch noch in Stereo, also paarweise. Leider wird die Sorge oft mitübertragen, nicht allzu witzig zu sein. Hörer könnten immerhin abspringen.
Aber Geschmackssache. Millionen lassen sich geduldig amüsieren, keine Frage: „Ich wünsche Ihnen viel Spaß“ bis „ich hoffe, es hat Ihnen Spaß gemacht“ – da ist der Spaß dann jedenfalls für mich vorbei.

Dafür braucht es die Privaten nicht. Das konnte die ARD sogar schon in den 50ern, als meine Hörerlebnisse noch ungetrübt begannen.

Das Ärgerlichste aber  liegt  noch  ganz  woanders:  In  der mangelnden Vielfalt. „Die 80er, 90er und das Beste von heute“ tönt es strategisch von allen Wellen oder „Ihre Lieblingshits – genau meins“.
Solches Geclaime verrät Mainstream, also den Einheitsbrei, wie aufregend!
Warum nicht zwischendurch mal „deins“? Es schreit nach Regelverletzern, nach Radioleuten, die gegen den Strom schwimmen. Nach Sendungen mit Kanten und Ecken, die nach etwas riechen und schmecken. Mit Comedy auf allen Frequenzen  ist es kaum getan.

Auch viele Sprecher variieren in ihrer überschlagenden Fröhlichkeit kaum noch. Wohl weil die Sender inflationiert sind. Aus einigen Dutzend Mikrofon-Persönlichkeiten wurden abertausende meist anbiedernde Radiostimmen, die ihr „Produkt Sender“ zu verkaufen haben.  
Prominente Matadore, die es so gesehen früher leichter hatten, sind abgetreten: Fred Metzler, Hans Karl Schmidt (Atze), Elmar Gunsch, Sexauer und Heck. Achim Graul ist im Ruhestand. Hoffentlich hören wir von Thomas Gottschalk, Carlo von Tiedemann oder Werner Reinke noch lange was. Stimmen, denen man folgt, auch wenn die sich kaum um was bemühen.

Hier geht es nicht um Spartenradio, das funktioniert. Die ARD-Sender haben ihr breites Angebot von Info und Kultur, Klassik, Schlager und Pop-Rock hervorragend aufgefächert.

Gemeint sind große AC-Wellen für die breiten Massen, seien sie öffentlich-rechtlich oder rein kommerziell. Was macht den Unterschied?
Bei den Privaten sind es ein paar Gewinnspiele mehr, weil sie allein von Werbung leben müssen, das ist verständlich.
Playlists, die -wenn überhaupt- gerade mal an ein paar Hundert Titel stoßen, rotieren die Charts der Neuerscheinungen oder Oldies rauf und runter. Bei Jugendwellen glaubt man sogar, der Vorrat passte auf eine CD. Fehlanzeige für den, der auch mal die Pogues, Steely Dan oder Boz Scaggs erwartet. Schon solche bekannten Namen hat kaum ein Studiorechner auf dem Schirm, geschweige denn King Crimson, Alexis Korner oder Anne Clark.
„Nicht gängig genug“, sagt die Musikredaktion? Hallo! Was nicht läuft, kann auch nicht gefallen! Felix Jaehn und Rita Ora, die Bee Gees und Elton John sollen ja – aber bitte im Mix mit Ausreißern, die leider fehlen und somit Sendungen zum Mitsingen riskieren. Wie sagte mir doch mal der legendäre HR-Unterhaltungschef Hanns Verres: „Wir sollten nicht nur spielen, was die Hörer hören wollen, sondern auch das, was sie hören sollten!“ Das hat nichts mit Bevormundung zu tun, aber mit Angebot.

So. Was will er nun eigentlich anders machen, der „oberschlaue alte Vinyl-Matz“ mit seinen Plattenspielen? Gewiss hat er einen anspruchsvollen Mix aus Pop und Rock, Punk, Folk und Country auf den Tellern, manchmal klingt es sogar jazzig. Die Moderation vrecht knackig,  wenn´s geht,  mit uralten

Jingles  und   Overtalks  über  den    Intros.   Eben  old-school AFN- und BFBS/BFN-Style. Und bitte: Überraschungen im Programmablauf. Ich weiß selbst nie, wie der endet. Schnelle Sendungen gerne, solange noch Stimme und Birne mitmachen.  

Nicht jedermanns Ding, ich bitte um Nachsicht. Aber genau hier liegt die Chance von kleinen Lokal- und Regionalsendern, teils mit offenem Bürgerzugang: Ausbruch auf der ganzen Linie. Keine Werbung, kein Formatzwang oder Quotendruck. Media-Analysen lassen ehrenamtliche Radiomacher kalt. Die sind nicht werberelevant. Die Hörertelefone klingeln trotzdem.
Die „Plattenspiele mit Matze – Only Vinyl“ kochen gerade 500 mal, zugegeben auch nur mit Wasser. Gerne mit kleinen Stolpersteinen, die dann hoffentlich zu spontanen Geschichtchen werden, persönlichen Erinnerungen rund um die Vinylplatte. Ich liebe sogar Patzer, sie sollten nur nicht abgegriffen sein. Radio hat mein Leben infiziert. Genesung bleibt recht  unwahrscheinlich.

Plattenspiele mit Matze – Only Vinyl
zu hören auf folgenden Sendern:

Sonntags: 9.00 – 11.00 Uhr
Emsvechtewelle (Emsland, Grafschaft Bentheim)
UKW: 95,6 MHz, 95,2 MHz, 99,3 MHz
Livestream: www.emsvechtewelle.de

Samstags: 16.00 – 18.00 Uhr
OS-radio 104,8 (Stadt und Landkreis Osnabrück)
UKW: 104,8 MHz
Kabel: 97,65 MHz
Livestream: www.osradio.de

Mittwochs: 19.00 – 21.00 Uhr
Sonntags: 12.00 -14.00 Uhr
Rundfunk Meißner RFM (Werra-Meißner-Kreis)
UKW: 99,7 MHz, 96,5 MHz
DAB+
Livestream: www.rundfunk-meissner.org

Dienstags: 22.00 – 24.00 Uhr
Mittwochs: 14.00 – 16.00 Uhr
Freies Radio Kassel FRK (Stadt und Landkreis Kassel)
UKW: 105,8 MHz
Livestream: www.freies-radio-kassel.de

 

Zwischenzeit Podcast

Rassismus erkennen und benennen von Torben Bunzenthal

„Woher kommst du?“  - Beginnt mit einer solchen Frage bereits Rassismus? In der heutigen Ausgabe der Sendung „Zwischenzeit“ sprechen Expertinnen aus Kassel und Frankfurt darüber, was Rassismus ist, wie er sich im Alltag zeigt und was er auslöst. Zu Gast sind: Saba-Nur Cheema, die Leiterin des pädagogischen Teams der Bildungsstätte Anne Frank; Selvet Elevliv als Vertreterin von BENGI e.V. , einer migrantischen Selbstorganisationen aus Kassel; und Ruth Hunstock, die Initiatorin der Initiative „Afrodeutsche und schwarze Menschen in Nordhessen“. Moderiert wird die Sendung von Maria Seip, der Leiterin der Kasseler Zweigstelle der Bildungsstätte Anne Frank.

Die Sendung ist eine Audio-Datei aus dem Kanal des Podcast-Angebotes Zwischenzeit, die du hier downloaden und online anhören kannst.

Dauer: 00:48:36

 

März 2020: Podcast: Coronavirus (COVID-19) - Pressekonferenz der Stadt Kassel zur aktuellen Lage.

Wie heute bekannt wurde, werden in Kassel alle Veranstaltungen mit größeren Menschenansammlungen bis einschließlich 30. April 2020 untersagt, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Oberbürgermeister Christian Geselle hat,  gemeinsam mit Dirk Stochla, Dezernent für Ordnung und Sicherheit, Gesundheitsdezernentin Ulrike Gote sowie Dr. Karin Müller, Leiterin des Gesundheitsamts Region Kassel, und Ulrich Krebs, Leiters des Ordnungsamts der Stadt Kassel, über die aktuelle Lage berichtet.

 

Veranstaltung im FRK: Extrem unbrauchbar – Über Gleichsetzungen von links und rechts.

Eine Veranstaltung der Bildungsstätte Anne Frank – Zentrum für politische Bildung und Beratung Hessen.

Freitag, 14.02.2020, 19.00 Uhr
Sendesaal des Freien Radios Kassel,
Opernstraße 2, 34117 Kassel
Der Eintritt ist frei.

  • Buchvorstellung und Diskussion mit Tom Uhlig (Mitherausgeber) und einer weiteren Autorin
  • Moderation: Maria Seip (Leiterin der Bildungsstätte Anne Frank in Kassel)

Rechtspopulistische Strömungen finden auf ihrem Feldzug gegen die Demokratie ein mächtiges begriffliches Mittel vor: die Extremismustheorie. Gewonnen aus einer spezifischen Lesart totalitarismuskritischer Arbeiten, etwa von Hannah Arendt, hat sich im Sprechen über die Gesellschaft ein Hufeisenmodell durchgesetzt: Eine Mitte der Gesellschaft werde von ihren Rändern bedroht. Islamismus, Rechtsextremismus und Linksextremismus arbeiten daran, die Demokratie zu zerstören. Doch besonders die Gleichsetzung von Rechtsextremismus und Linksextremismus führt oft dazu, ersteren auf Kosten von letzterem zu verharmlosen. Zudem ist die Konstruktion einer gesellschaftlichen Mitte selbst problematisch. Was gehört zu dieser Mitte, was nicht?

Gerade die aktuellen Erscheinungsformen rechter Ideologien zielen darauf ab,  anschlußfähig zum gesellschaftlichen Diskurs zu bleiben und ihn durch kalkulierte Grenzverletzungen nach rechts zu verschieben – mit einigem Erfolg, Stichworte: „Flüchtlingswelle“, „Genderismus“ oder „Political Correctness“.

Doch wenn selbst der positive Bezug auf das Grundgesetz teilweise als linksradikal diskutiert wird, untergräbt sich dieses Hufeisenmodell endgültig. Der Sammelband „Extrem unbrauchbar – Über Gleichsetzungen von links und rechts“ (Edition Bildungsstätte Anne Frank / Verbrecher Verlag) setzt sich kritisch mit der Extremismustheorie auseinander.

Die Buchvorstellung und Diskussion mit Mitherausgeber Tom Uhlig wird ab 19 Uhr live im Freien Radio Kassel gesendet, die Veranstalter*innen bitten daher um pünktliches Erscheinen.

 

"Different Sides" live im Freien Radio Kassel am 9.11.2019, 20 Uhr

Am Samstag, 9.11.2019, ist das Rock-Pop-Trio "Different Sides" im Funkhaus des Freien Radios Kassel, Opernstraße 2, live zu erleben. Das Konzert beginnt um 20 Uhr, der Eintritt ist frei. Die Band besteht aus drei Musikern: Agata Marczok (Sängerin und Tasteninstrumentalistin), Fabian Marczok (Akustische Gitarre und Gesang) und Andreas Plotnikov (Schlagzeug und Gesang). Different Sides präsentieren eine musikalische Mischung aus Rock und Pop mit einem Hauch von Soul. Im letzten Jahr erschien mit "Laß uns leben" die erste Single-CD.
In den späten 80 Jahren brachten die Eheleute Marczok in ihrem Heimatland Polen viele eigene Kompositionen in die Charts; sie standen mit Bands wie Saxon oder Iron Maiden auf der Bühne. Agata hat u. a. den "Young Talent"-Titel beim Internationalen Festival in Lahti (Finnland) gewonnen und bei nationalen Festivals mehrmals vordere Plätze erobert. Alle Musiker spielen verschiedene Instrumente und bieten zusammen ein Feuerwerk der musikalischen Emotionen.

Weitere Infos unter www.DifferentSides.eu

 

05.09.2019: Das Freie Radio trauert um Radiolegende "Atze" Hans-Karl Schmidt

Seine Fans nannten ihn "Atze". Der legendäre Radiomacher und langjährige Moderator Hans-Karl Schmidt ist am Morgen des 28. August im 89. Lebensjahr nach langer schwerer Krankheit gestorben. Gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Mathias Welp hat Atze über mehrere Jahre die Sendung „Matze und Atze“ moderiert, die u.a. auch im FRK lief. Wir sind froh und auch ein wenig stolz, daß dieses wahre Radio-Urgestein zumindest für eine gewisse Zeit im Programm des FRK zu hören war – schließlich war Atze eine wirkliche Legende. Jeder, der in den 60er und 70er Jahren aufgewachsen ist, kennt ihn aus dem HR-Programm und von anderen Sendern. Er war einer der großen Radiomacher, die uns damals ebenso kompetent wie unterhaltsam die aktuellen Trends der Pop-und Rockmusik nahegebracht haben. Seine unverkennbare sonore Stimme, seinen Berliner Mutterwitz und seine von Herzen kommende Freundlichkeit werden wir vermissen. Zur Erinnerung an Atze veröffentlichen wir nachfolgend ein Porträt seines langjährigen Freundes und TV-Journalisten Mathias Welp, mit dem er Atze am 85. Geburtstag würdigte. Zudem wird das FRK in Erinnerung an Atze im Lauf der nächsten Wochen einige seiner alten Sendungen ausstrahlen.

"Nerven Sie diese aufgedreht jugendlichen Radiostimmen, die sich mit gestelzter Heiterkeit selbst überschlagen? Ein bewährtes Gegenmittel heißt „Atze“. Wir hören ihn bis heute im Äther - und natürlich auch im Netz. Wenn Hans Karl Schmidt seine Wortbüchse der Pandora öffnet, entkommen noch immer gezielte Ironie-Schüsse aus einem fast 60-jährigen Radioleben. Besonders gerne richtet er den Lauf auf sich selbst und zeigt offene Freude, wenn er trifft. Oft sind es auch ganze Schrotladungen, eine Mixtur aus Wehmut, Emotion, Erinnerung. Serviert als persönlicher Wortsalat. Immer bunt und erfrischend, immer wohltuend viele Tonlagen neben tausendfach durchgekautem und ausgelutschtem Radiobrei. Am liebsten überrascht er sich in seinen Sendungen selbst („weiß der Himmel, wie das heute wieder endet“). Atze und Format-Radio von der Stange? Das wäre der Akrobat mit einem Rechenschieber.
Wir lehnen uns zurück und regenerieren mit einem Grande des deutschen Hörfunks. Hans Karl Schmidt wird 85. Seine Radiospuren hat er mit über 5.000 Sendungen bei RIAS, RTL („Atze & Co“), HR („Teens-Twens Top-Time“, „Guten Morgen allerseits“ „Mittagsdiskotheke“), WDR („Hallo Ü-Wagen“) hinterlassen. Wellenspuren, die mit winzigen Fußabdrücken in einem Berliner Hinterhaus begannen:
Danckelmannstrasse 43. Da leben die Schulzes und die Lehmanns. Und Hänschen mit seiner Mutter, einem Dienstmädchen. Jeden Tag muss sie zur Herrschaft. Wohin mit Hänschen? Aus der Not sperrt sie ihn den Tag über ins Zimmer ein. Die Welt ist eng, das Klo auf halber Treppe. Das Revier wird größer. Hänschens Kinderbande erobert die Charlottenburger Straßenzüge, die Spree, das Ufer vom Lietzensee. Mutproben. Hänschen durchlebt eine Kindheit, in der die Sonne bald durch düstere Wolken scheint, als Bomber über die Hinterhöfe donnern. Kleine Geschichten, die große Geschichte erzählen. Das sind die „Berliner Geschichten – Bomben und Bienenstich“, die Doppel-CD von Hans Karl Schmidt, auf hr4 gesendet wurden sie zum Bestseller. Die Kinderhorde hat der Krieg zerrissen. Hänschens Vetter wird neben ihm erschossen - beim Kohlenklauen. Er selbst kommt durch, mal wieder.

Bomben und Bienenstich lässt Schmidt nach dem Krieg hinter sich, kommt über Umwege als Taxifahrer, Krankenpfleger und Koch nach Kanada. Er betreibt ein kleines Kino, probiert sich nachts als Radiosprecher aus - in einer „Deutschen Stunde“. Zurück in Berlin, macht er das Mikrofon zum Beruf seines Lebens. Seine Entdecker sind Hans Rosenthal (RIAS) und Camillo Felgen (Radio Luxemburg). Dort gehört er neben Frank Elstner und Dieter-Thomas Heck zur Stammbesetzung. Zu „Atze“ wird er mit einer eigenen Zwei-Stimmen-Parodie. Seine Stimmungslage macht er in der immer noch versteiften Radiolandschaft zum bunten Programm („ick bin nur authentisch, wenn ick och mal sinniere“). Ein erfolgreicher Wechsel mit Atzes Marken-Lachen („hua-hua-hua“), wie das die Hörer lieben! Waschkörbe mit Fan-Post sind ihre Antwort. Ein natürlicher Radioton ist geboren. Ein Unterhaltungsmedium darf laufen lernen. Noch auf der Mittelwelle der 60-er Jahre.
Wir erinnern uns an die natürliche Radiostimme unserer Jugend, die immer so klang, wie es uns selber ging. Uns die Hausaufgaben erträglicher machte und vielen späteren Kollegen eine erste Ahnung von diesem grenzenlos kreativen Medium gab. Und wir schalten noch immer gerne ein, etwa die „Ems-Vechte-Welle“ oder „Rundfunk Meissner“ an jedem zweiten Sonntagmorgen oder „radio-landeck.de“, Atzes eigenen Internetsender - on demand.

Seine Lesungen füllen öffentliche Säle – oft mit den Erlebnissen unter sechs Berliner Kindern in dramatischer Zeit. Die haben mit Atzes Radiosendungen gemein, dass sie wie ein Vermächtnis klingen - über die Zeitlosigkeit von Kinderträumen, über das Durchhalten und die Zuversicht. Über das kleine und das große Glück. Einer kam durch, auch im Radio. Ein Segen." (Mathias Welp) +++

 

Only Vinyl - Mathias Welp präsentiert seine 400. Sendung im Freien Radio Kassel (21.08.2019, ab 22 Uhr)

Auch unter jungen Leuten sind Vinyl-Schallplatten heutzutage wieder "in". Während die CD-Umsätze schwächeln, erfreuen sich die guten alten schwarzen Scheiben steigender Beliebtheit.

Mathias Welp, langjährig erfahrener Fernseh- und Hörfunkjournalist, ist bereits seit den 70er Jahren Vinyl-Sammler und präsentiert wöchentlich im Freien Radio Schätze aus seiner umfangreichen Kollektion. Am Dienstag, 21. August, ab 22 Uhr geht die 400. Ausgabe seiner Sendereihe "Only Vinyl" über den Äther - und die Hörer dürfen sich wieder auf zahlreiche in Plattenrillen gepreßte Hits und Raritäten freuen.

 

07.07.2018: Freies Radio künftig über DAB+ zu empfangen!

Das Freie Radio Kassel ist ab sofort über das neue Audio-Digitalnetz DAB+ zu empfangen. Nach Angaben des Netzbetreibers Hessen Digital Radio GmbH und der Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) wurden die Digitalsender Habichtswald und Hoher Meißner in Betrieb genommen. Neben dem Freien Radio und mehreren kommerziellen Privatsendern ist künftig mit Rundfunk Meißner/Eschwege ein weiteres Bürgerradio über DAB+ zu hören. Zum Empfang des neuen Digitalradios ist ein spezielles Gerät notwendig.

Nachdem im Raum Südhessen bereits seit einiger Zeit DAB+-Sender in Betrieb sind, kommt nun auch der Bereich Nordhessen in den Genuß des neuen Verbreitungsverfahrens. "Wir sind sehr froh, daß wir als nordhessischer Lokalsender nun auch digital zu hören sind", so Sebastian Lenth, IT-Leiter des Freien Radios Kassel. Allerdings sei DAB+ noch kein vollwertiger Ersatz für die traditionellen UKW-Frequenzen. "Vermutlich wird es noch einige Jahre dauern, bis die analoge Verbreitung über terrestrische-Frequenzen tatsächlich vom digitalen Rundfunk abgelöst wird", so Lenth. Die überwiegende Zahl der Hörer nutze weiterhin das traditionelle UKW-Radio. "Aber DAB+ ist eine gute Alternative, und wir rechnen damit, daß sich das Verfahren mittelfristig durchsetzt."

Durch die Abstrahlung vom Sendemast im Habichtswald verbessert sich die technische Reichweite des Freien Radios Kassel deutlich. Während das UKW-Signal, das von einer Sendeanlage im Tannenwäldchen abgestrahlt wird, lediglich den Kasseler Stadtbereich sowie umliegende Gemeinden versorgt, umfaßt das DAB+-Sendegebiet weite Teile Nordhessens und reicht bis nach Niedersachsen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen. Im Lauf des Jahres werden weitere Sendeanlagen in Gießen, Marburg, Fulda und Alsfeld in Betrieb genommen; auch dort wird der Kasseler Lokalsender dann digital zu hören sein. Auch die Empfangsqualität verbessert sich deutlich - allerdings kann es bei ungünstiger Wetterlage zu Problemen kommen.

Die bisherige Verbreitung über die analoge Kabelfrequenz 97,8 MHz entfällt.

Sendewege des Freien Radio Kassel:

  • DAB+ Kanal 6A/FRK
  • UKW 105,8 MHz

Freies Radio Kassel e.V.

Opernstraße 2
34117 Kassel

Telefon: 0561 / 57 80 63

E-Mail: verein(at)freies-radio.org



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