Kassel flüstert - Pope.L: Whispering Campaign

Liebe Freunde des FRK,

die documenta läuft - und das Freie Radio ist dabei! Die "Whispering Campaign" des amerikanischen Künstlers Pope.L ist u.a. bei uns angesiedelt. Das heißt in der Praxis, daß es im Programm einige Änderungen geben wird. So entfällt die Wiederholung täglich von 14 bis 16 Uhr, außerdem das komplette Nachtprogramm. In dieser Zeit wird bis zum Ende der documenta "geflüstert" - Pausen und Phasen der Stille sind dabei ausdrücklich gewollt!

Für die documenta 14 entwickelte Pope.L ein neues Performance- und Sound-Kunstwerk mit dem Titel Whispering Campaign, das in Athen und Kassel in ähnlicher Form stattfindet und beide Städte miteinander in Verbindung setzt. Teilweise über existierende Lautsprecheranlagen wird Flüstern an öffentlichen Orten abgespielt, das zuvor Sprecherinnen und Sprecher in Athen, Kassel und Chicago aufgenommen haben. Das aufgezeichnete Material wurde von Pope.L geschrieben und zusammengetragen und enthält narrative Elemente sowie Mythen und Märchen, Tragödien, Slogans, obskure Text-Fragmente und Zahlenketten. Aus der Perspektive eines unbekannten Fremden erzählt, handeln die Texte von persönlichen und historischen Geschichten und Geographien, die in Athen und Kassel zu finden sind, ergründen mögliche oder unmögliche Zusammenhänge und lassen Eindrücke aus beiden Städten ineinander übergehen.

documenta-Besucher und ein zufälliges Publikum werden dieses Kunstwerk gleichermaßen erfahren, und zwar unvorbereitet, an unerwarteten Stellen. Auf einem alten Friedhof, in Restaurant-Toiletten, im Programm eines lokalen Radiosenders und an Kiosken wird das Flüstern überraschend auftauchen und geheimnisvoll und eindringlich Geschichten über Personen wie Ferdinand Grimm, Franz Rosenzweig oder Louis Spyros erzählen, den Marathon-Olympiasieger von 1896, der heutzutage im Panathinaiko-Stadion Wasserflaschen an Touristen verkaufen soll.

Das Flüstern wird vierundzwanzig Stunden täglich und sieben Tage die Woche zu hören sein. Zusätzlich ziehen Personen live-flüsternd durch die Städte und Autos verbreiten die Stimmen auf Parkplätzen und Straßen. Ein Art Partitur wird versuchen, dabei zu helfen, das Flüstern im Stadtraum aufzuspüren.

In Kassel kann man dem Flüstern u.a. in der Königsgalerie, im Kulturbahnhof und im Fridericianum lauschen. Zudem wird im Freien Radio geflüstert – täglich (außer montags) von 14 bis 16 Uhr sowie von Mitternacht bis sechs Uhr morgens strahlt der Lokalsender auf der Frequenz 105,8 MHz (Kabel 97,8 MHz) und über Livestream die geflüsterten Texte aus. Außerdem wird jeden Mittwoch von 15 bis 16 Uhr im Funkhaus des FRK in der Opernstraße live vor Publikum geflüstert – direkt aus dem Sendestudio in den Äther. Die documenta-Besucher haben die Möglichkeit, die Akteure bei ihrer Performance zu beobachten und ihnen über Lautsprecher zuzuhören.

FRK-Programm vom 19.07.2017 bis 27.07.2017

Donnerstag, 20.7.17:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholung des Programms vom Vortag.

14 Uhr „Whispering Campaign“; Kunstwerk von Pope.L zur documenta 14.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

17 Uhr „ILF Eritrea“ (in Tigrinia).

18 Uhr „Kulturthemenwechsel“.

19 Uhr „Bahnhof Damaskus“ (in arabischer Sprache).

20 Uhr „Irie Ites“, Reggae und Dub.

22 Uhr „Borderline“; Musik für Grenzgänger.

23 Uhr „Anorak City“, Indie-Pop, Britpop und Artverwandtes.

0 Uhr „Whispering Campaign“; Kunstwerk von Pope.L zur documenta 14.

 

Freitag, 21.7.17:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“,  Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholungen vom Vortag.

14 Uhr „Whispering Campaign“; Kunstwerk von Pope.L zur documenta 14.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

17 Uhr „Only Vinyl“, Plattenspiele.

18 Uhr  „Themenwechsel“, Bericht zur Eröffnung der Caricatura-Ausstellung „Schluß mit lustig – Aktuelle Karikaturen aus der Türkei“; Vorstellung des Buchs „documenta - A Brief History Of An Exhibition And Its Contexts“; mit Verleger Klaus Siebenhaar und HNA-Kulturredakteur Werner Fritsch (Aufzeichnung aus der Buchhandlung Vietor vom 1.6.17).

20 Uhr „Borderline extra“, Musik für Grenzgänger.

21 Uhr „Fast vorwärts“.

22 Uhr „Kabarett live“, Bill Mockridge.

1 Uhr „Whispering Campaign“; Kunstwerk von Pope.L zur documenta 14.

 

Samstag, 22.7.17:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholungen vom Vortag.

14 Uhr „Whispering Campaign“; Kunstwerk von Pope.L zur documenta 14.

16 Uhr „Minimalcityradio“, Club Culture.

18 Uhr “Country Classics”.

19 Uhr „Nightshift“, Dark Wave und Gothic.

20 Uhr “LILI”, Libertäre Informationen lokaler Initiativen.

21 Uhr „Die Lange Rille“, Heute: Banda Internationale, Hannes Wader.

0 Uhr „Whispering Campaign“; Kunstwerk von Pope.L zur documenta 14.

 

Sonntag, 23.7.17:

6 Uhr ,,Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr  Wiederholungen vom Vortag.

14 Uhr „Whispering Campaign“; Kunstwerk von Pope.L zur documenta 14.

16 Uhr „Kinderradio“, Radio Sternental – Die erste Woche; Berichte und Musik aus der Ferien-Kinderstadt Sternental in der Kasseler Nordstadt.

17 Uhr „Tanzparkett spezial“, Die Hausorchester der Deutschen Grammophon, Folge 6 - Das Orchester Ilja Livschakoff.

18 Uhr “Freisprechanlage”.

19 Uhr „Lonesome Traveler“, Heute: "The Swamp Fox": Tony Joe White.

20 Uhr “Devil’s Kitchen”, Hard Rock, Metal, Rock’n’Roll.

22 Uhr “Welcome To Hell”, Das Metalradio.

0 Uhr „Whispering Campaign“; Kunstwerk von Pope.L zur documenta 14.

 

Montag, 24.7.17:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

17 Uhr „Somaaliyay Toos“, (in somalischer Sprache).

18 Uhr „Endlich Montag!“; Das FRK-Wunschkonzert.

19 Uhr „Tom‘s Rock And Pop Specials", Songs und Songgeschichten.

20 Uhr „Fangschalltung“, Neue Musik und Improvisierte Musik.

22 Uhr „Ear Catcher“, Neue Platten und DVDs.

23 Uhr „Einheizradio”, Musik und Satirisches.

1 Uhr „Whispering Campaign“; Kunstwerk von Pope.L zur documenta 14

 

Dienstag, 25.7.17:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholungen vom Vortag.

14 Uhr „Whispering Campaign“; Kunstwerk von Pope.L zur documenta 14.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

18 Uhr „Campusradio“.

19 Uhr „Deutsch – Mein neues Hobby“.

20 Uhr „Liederleute“, Das Magazin für Musik und Politik.

21 Uhr „Dreamlands“.

22 Uhr „Only Vinyl“, Plattenspiele.

23 Uhr „Wortspiele”, Philosophische Reflexionen.

0 Uhr „Whispering Campaign“; Kunstwerk von Pope.L zur documenta 14.

 

Mittwoch, 26.7.17:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholungen vom Vortag.

14 Uhr „Whispering Campaign“; Kunstwerk von Pope.L zur documenta 14.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

18 Uhr „Hörbuch aktuell“.

19 Uhr „Handmade Classics“, in memoriam Cap K.

20 Uhr „Handmade“.

21 Uhr „Magic Moments“.

22 Uhr „FRK spezial“.

0 Uhr „Whispering Campaign“; Kunstwerk von Pope.L zur documenta 14.

 

Donnerstag, 27.7.17:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholungen vom Vortag.

14 Uhr „Whispering Campaign“; Kunstwerk von Pope.L zur documenta 14.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

17 Uhr „ILF Eritrea“ (in Tigrinia).

18 Uhr „Kulturthemenwechsel“.

19 Uhr „Bahnhof Damaskus“ (in arabischer Sprache).

20 Uhr „Musica Latina“, Lateinamerikanische Musik (in spanischer und deutscher Sprache).

21 Uhr „Stadtlabor“; Thema: documenta 14, Studiogast: Harald Kimpel.

22 Uhr „Borderline“, Musik für Grenzgänger.

23 Uhr „Anorak City“, Britpop und Artverwandtes.

0 Uhr „Whispering Campaign“; Kunstwerk von Pope.L zur documenta 14.

Programminfos vom 21.07.2017 bis 23.07.2017

Schluß mit lustig – Aktuelle Satire aus der Türkei in der Caricatura

Die Kabinettausstellung ergänzt die rund 200 gezeigten Arbeiten der „caricatura 7“ um weitere 70 Zeichnungen türkischer Kolleginnen und Kollegen, die für die Istanbuler Satiremagazine LeMan und Uykusuz zeichnen sowie als freie Karikaturistinnen und Karikaturisten in der Türkei arbeiten. Die Kabinettausstellung reiht sich in die thematische Auseinandersetzung der Künstlerinnen und Künstler der „caricatura 7“ ein und gibt einen Überblick über die gesellschaftspolitischen Diskurse am Bosporus.
Die 46 prominenten Cartoonistinnen und Cartoonisten aus der Türkei positionieren sich mit ihren Arbeiten für Pressefreiheit und zeigen, wie originell, künstlerisch und progressiv in der Türkei zeichnerisch gearbeitet wird. Die Ausstellung präsentiert komprimiert die neuesten Arbeiten der zeichnerischen Avantgarde am Bosporus. Sie zeigt, wie künstlerische Arbeit in der aktuellen Lage in der Türkei möglich oder unmöglich ist und beschreibt, welcher Bild-Codes sich Satiriker bedienen, um weiterhin veröffentlicht werden zu können. Die Ausstellung ist zweisprachig (Türkisch/Deutsch) aufgebaut.
Die Türkei verfügt über eine lange Satire-Tradition, in der die Istanbuler Magazine eine zentrale Rolle einnehmen. Auch in der aktuellen Lage sind sie mehr als nur ein Seismograph für politische und gesellschaftliche Entwicklungen, sie sind auch Berichterstatter in unruhigen Zeiten, die jedoch, wie Kuratorin Sabine Küper-Büsch bemerkt, „im Unterschied zu den Kollegen von Charlie Hebdo und Teilen der deutschen Satire das Spiel mit politischen Unkorrektheiten“ vermeiden. Die Auswahl für die Ausstellung zeigt „Arbeiten aus dem Bereich der politischen Karikatur und des Comics, auch einzelne Illustrationen politischen Inhaltes sind dabei. Thematischer Fokus ist die aktuelle politische Situation“, so die Kuratorin.
Die Caricatura Galerie pflegt bereits seit einigen Jahren Kontakt zu den Kollegen in Istanbul und hat kurzerhand die Türkei zum Gastland der »caricatura 7« erklärt.
Die Ausstellung startet in dieser Woche und dauert bis Ende August – wir berichten von der Eröffnung.
Außerdem in der Sendung: die Vorstellung eines neuen, englischsprachigen Buchs über die Geschichte der documenta. Im Rahmen der Buchpräsentation in der Buchhandlung Vietor gaben Verleger Klaus Siebenhaar und Kulturjournalist Werner Fritsch einen ebenso unterhaltsamen wie informativen Überblick über mehr als 60 Jahre documenta.

  • Sendetermin: „Themenwechsel“, Freitag, 21. Juli 2017, 18 Uhr

 

Bill Mockridge live

Vielen ist er hauptsächlich durch die „Lindenstraße“ oder als Vater des Comedians Luke Mockridge bekannt. Aber der aus Kanada stammende, seit Jahrzehnten in Bonn ansässige Bill Mockridge ist vor allem ein hervorragender Kabarettist und Entertainer, der sich in seinen Bühnenprogrammen immer wieder auch mit dem Thema Alter befaßt. Kein Wunder: Er hat inzwischen selbst schon die 70 erreicht und weiß daher, wovon er redet.

  • Sendetermin: „Kabarett live“, Freitag, 21. Juli 2017, 22 Uhr

 

Banda Internationale, Hannes Wader

In dieser Folge der „Langen Rille“ hören wir wieder komplette Alben. Da wäre zum einen die Neuerscheinung "Kimlik" (Trikont).  
KIMLIK, ein Begriff, den jeder, der über die Türkei geflohen ist, kennt. Es heißt soviel wie Identität und ist der türkische Ausweis, den leider nicht jeder Flüchtling dort bekommt. Die Zahl derer, die weder einen Ausweis und somit auch keine Gesundheitsabsicherung, noch eine Arbeitserlaubnis haben, dürfte in der Türkei bei einer Million Menschen liegen. 15 Jahre machte die Brassband „Banda Comunale“ in Dresden Musik, ehe sie sich 2015 entschied, in Zukunft als „Banda Internationale“ gemeinsam mit geflüchteten Musikern aus dem Raum Dresden auf der Bühne zu stehen:
„Unsere musikalischen Themen finden wir weltweit und beziehen uns dabei auf die unterschiedlichen Musiken vermeintlich fremder Länder und Völker. Unser Repertoire enthält zum großen Teil Musik aus den Krisenregionen der Welt: Nordafrika, Balkan, Naher Osten, Kolumbien, West-, Ost- und Zentralafrika, Osteuropa. Als mittlerweile fast 20köpfiges Kollektiv haben wir ein großes, gemeinsames Ziel: Heimatmusik, ganz egal wo diese Heimat ist oder war, neu zu interpretieren, Herzen zu öffnen, Vorurteile und Ressentiments abzubauen und zur Verständigung zwischen neuen und alten Sachsen, Deutschen und Europäern beizutragen.
Zwei Themen haben die Stadt Dresden und damit auch uns in den letzten beiden Jahren besonders bewegt und aufgebracht: Zum einen die fremdenfeindlichen PEGIDA-Spaziergänge, zum anderen das Schicksal der vielen geflüchteten Menschen, die auch in Dresden Schutz suchen. Nach über 40 Konzerten gegen PEGIDA, gegen „Nein-zum-Heim“-Initiativen und auf der anderen Seite für geflüchtete Menschen in Erstaufnahmeeinrichtungen in Dresden und Umgebung haben wir beschlossen, einen Schritt weiter zu gehen:
2015 starteten wir mit geflüchteten Musikern in unserer Stadt das Projekt “Banda Internationale“, welches wir auch dieses Jahr als feste Band fortsetzen werden. Neben dem “100. Deutschen Katholikentag” in Leipzig, den “Sächsischen Kulturtagen” in Wroclaw und dem „Heimatsound Festival“ in Oberammergau waren noch das „Kunstfest“ in Weimar, die “Jüdischen Achava Festspiele” im thüringischen Landtag oder das “Morgenland Festival” in Osnabrück auf unserer offiziellen Konzertliste. Deutlich wichtiger war und ist uns allerdings, an Orten wie Freital (gemeinsam mit Smudo und Laut gegen Nazis), Bautzen oder Plauen zu spielen, die seit Monaten als Synonyme für öffentlich ausgetragene Fremdenfeindlichkeit und rechtsextreme Übergriffe gelten. Hier sehen wir auch in Zukunft unser wichtigstes Betätigungsfeld: von nun an in doppelter Besetzung gegen Rechtsextremismus, Vorurteile und Ausgrenzung gemeinsam Musik zu machen, nicht nur in Sachsen und nicht nur in Deutschland. Neben Konzerten und Demonstrationen oder Benefizveranstaltungen werden wir uns auch weiterhin neuen Projekten und Workshops zuwenden, die an Schulen und soziokulturellen Jugendinitiativen stattfinden werden.“  (Banda Internationale).

Und zum anderen, mit besten Glückwünschen an den großen deutschen Liedermacher Hannes Wader zum 75., gibt’s dessen frühen Alben "7 Lieder“ (1972), "Ich hatte mir noch so viel vorgenommen" (1971) und "Hannes Wader ... singt" (Debütalbum 1969). Ohrwürmer und Biografisches.

  • Sendetermin: „Die Lange Rille“, Samstag, 22. Juli 2017, 21 Uhr

 

The Swamp Fox: Tony Joe White

Eine weiteres Geburtstagskind an diesem Sonntag ist Tony Joe White, der soulige Kratzstimmenbariton aus Louisiana (*23. Juli 1943 in Oak Grove / LA). Berühmt geworden ist er als Singer/Songwriter spätestens durch seine "Polk Salad Annie" aus den 70er Jahren. Aber auch "Rainy Night in Georgia" und "Soul Francisco" waren erfolgreich - und wurden von etlichen Großen des Pop-Geschäfts gecovert (Elvis, Ray Charles, Tina Turner, Brook Benton). Durch seine soulige Vortragsweise gepaart mit raffiniert funky angerissenen Gitarrensounds wurde der Künstler bekannt. Seinen markanten Erzählstil nennen sie seitdem "Swamp Rock". In dieser Folge gibt’s einiges aus den Warner-Archiven, Tony Joe White-Material aus den 1970er Jahren.

  • Sendetermin: „Lonesome Traveler“, Sonntag, 23. Juli 2017, 19 Uhr

 

Das Orchester Ilja Livschakoff

Der letzte Hauskapellmeister der Weimarer Republik bei der Grammophon war der Geiger Ilja Livschakoff.
Geboren am 15.November 1903 im russischen Jekaterinodar, studierte er das Violinspiel in Warschau.
1927 kam er nach Berlin und gründete ein Orchester, mit dem er bis 1932 im Hotel Bristol zu hören war. Bei der Grammophon war er ab Ende der 20er Jahre angestellt.
Auch nach der Machtübernahme der NSDAP änderte sich daran nichts, obwohl auch Livschakoff, wie seine Vorgänger und Kollegen bei der Grammophon, Jude war. Als Ausländer unterlag er zunächst nicht den für Reichsbürger jüdischer Herkunft geltenden Beschränkungen. Selbst die Erschwernisse, denen die deutschen Juden nach Erlaß der Nürnberger Rassegesetze von 1935 ausgesetzt waren, gingen zunächst an Livschakoff vorüber.
Erst 1937, als er sich in Karlsbad aufhielt, wurde ihm die Rückreise nach Deutschland verweigert.
(Diese Erkenntnisse sind recht neu, früher nahmen viele Forscher und Plattensammler an, Livschakoff sei Bulgare gewesen, so wie z.B. Ari Leschnikoff, der erste Tenor der Comedian Harmonists, der bis zum Kriege in Deutschland auftrat.)
Im Pseudonymdschungel der Plattenindustrie der Vorkriegszeit finden wir Livschakoff unter dem Decknamen „Fred Marley“ wieder, ein weiteres Pseudonym, nämlich „Harry Hiller“, teilte er sich auf den Plattenetiketten mit Paul Godwin.
Als die deutschen Behörden Livschakoff nicht wieder ins Land ließen, ging er nach Argentinien und fungierte weiter als Kapellmeister, wie etliche seiner Berliner Kollegen, die in Deutschland keine Zukunft mehr hatten. Er trat in Kaffeehäusern auf.
Am 10. Juni 1990 starb er in Buenos Aires.
Durch die Sendung begleitet Sie Thomas A. Sosna.

Wir bringen:

Du bist das süßeste Mädel der Welt
(Werner Richard Heymann)
(a.d. Tonf. „Liebeswalzer“)
Refraingesang: Helmuth Wernicke
ca. Jan. ’30

In der Heinzelmännchen-Bar
(Willy Rosen)
ca. April ’30

Zu jeder Liebe gehört ein Gläschen Wein
(Michael Krausz - Bruno Hardt-Warden)
(a.d. Tonf. „Die Lindenwirtin“)
Refraingesang: vermutl. Walter Jurmann
ca. August ’30

Im Weißen Rößl
(Ralph Benatzky)
a.d. gleichnam. Optte.
Refraingesang: Rolf Sandor
ca. Nov. 30

Es kommt der Tag, wo Rosen glüh’n
(Robert Stolz)
a.d. Optte. „Peppina“
ca. Dez. ‘30

Wenn der Wind weht
(a.d.Tonf. “Bomben auf Monte Carlo”)
(W. R. Heymann)
Refraingesang: Leo Monosson

Das ist die Liebe der Matrosen
(a.d.Tonf. “Bomben auf Monte Carlo”)
(W. R. Heymann)
Refraingesang: „Die Parker“
ca. August ‘31

Ab hier unter Pseudonym „Fred Marley“

Das gibt’s nur einmal
(W. R. Heymann)
(a.d. Tonf. „Der Kongreß tanzt“)
Refraingesang: Grete Freund u. Alfred Strauß

Überlandpartie
(Hermann Leopoldi - Wauwau [Theodor Waldau])
Refraingesang: Grete Freund u. Alfred Strauß

Wenn der Frühling kommt ins Land
(Jurmann - Bernauer - Österreicher)
(a.d. Tonf. „Hirsekorn greift ein“; österr. Verleihtitel: „Ausflug ins Leben“)
Refraingesang: Alfred Strauß
ca. Oktober ’31

Schlaf‘, mein Liebling (Goodnight Sweetheart)
(Ray Noble)
Refraingesang: Marcel Klass
ca. Nov. ‘31

Kind, du brauchst nicht weinen
(Hans May - Kurt Schwabach)
(a.d. Tonf. „Der Draufgänger“)
Du bist das Liebste
(Emmerich Kalman - Ernst Wehlisch - Kurt Schanzer)
(a.d. Tonf. „Ronny“)
ca. November ‘31
Refraingesang: Leo Monosson

Ein Lied aus meiner Heimat
(Walter Jurmann - Dr. Bronislaw Kaper - Fritz Rotter)
(a.d. Tonf. „Melodie der Liebe”)
Refraingesang: Leo Monosson
18. Mai ‘32

Ich hab’ ein großes Heimweh
(a.d. Tonf. „Der Prinz v. Arkadien“)
(Robert Stolz - Walter Reisch)

Einmal möcht‘ ich keine Sorgen haben
(a.d. gleichn. Tonf.)
(Mischa Spoliansky - Max Kolpe)
ca. August ‘32
Refraingesang: Leo Monosson

Wer hat euch erdacht, ihr schönen Frau’n?
(Emmerich Kalman)
(a.d. Operettenverfilmung „Gräfin Mariza“)
Refraingesang: Leo Monosson

  • Sendetermin: „Tanzparkett extra“, Sonntag, 23. Juli 2017, 17 - 18 Uhr
  • Wiederholung: Montag, 24. Juli 2017, 9 Uhr

 

Vorstellung des neuen Albums „Defying Gravity“ von Mr. Big

Die Hardrock Band MR. BIG aus den USA wurde in 1989 gegründet und ist hauptsächlich durch ihre Hits wie „To Be With You“, „Just Take My Heart“ oder „Wild World“ aus den 90er Jahren bekannt. Nach einigen Jahren Pause tat sich die Originalbesetzung der Band um Sänger Eric Martin, Gitarrist Paul Gilbert, Bassist Billy Sheehan und Schlagzeuger Pat Torpey in 2009 wieder zusammen und legte ein erfolgreiches Comeback hin. Mit „Defying Gravity“ bringen sie nun im Juli 2017 ihr neuntes Studioalbum auf den Markt – das dritte Album seit der Reunion. Unterstützt werden die vier Ausnahmemusiker hierauf an den Drums von Matt Star, nachdem Pat vor einigen Jahren mit Parkinson diagnostiziert wurde und seinem Job nicht mehr im vollen Umfang nachkommen kann. Matt spielte daher den Großteil der Songs auf dem aktuellen Album ein, doch dennoch ist Pat immer mit an Bord, sei es an den Percussions oder den Backing Vocals. Auf den diesjährigen Tour sind MR. BIG daher ebenfalls zu fünft unterwegs, was die große gegenseitige Unterstützung und Freundschaft innerhalb der Band belegt.  
Die Songs auf „Defying Gravity“ zeigen alles von der obligatorischen Ballade zu Rock mit mitreißendem Groove. Die Stimme von Eric Martin ist und bleibt unvergleichbar, und das Talent von Paul und Billy an ihren Instrumenten zurecht weltweit bekannt. Das Album wurde in nur sechs Tagen eingespielt und zeigt einen beeindruckenden Querschnitt durch die Leidenschaft, Kreativität und das Talent aller beteiligten Musiker.
Das Album wurde am 21.07.2017 auf dem Label „Frontiers Records“ veröffentlicht.
Die Album-Vorstellung gibt es in Handmade.

  • Sendetermin: "Handmade", Mittwoch, 26. Juli 2017, 20 Uhr

Live-Stream.

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