FRK-Programm vom 28.07.2016 bis 04.08.2016

Donnerstag, 28.7.16:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

17 Uhr „ILF Eritrea“ (in Tigrinia).

18 Uhr „Kulturthemenwechsel“.

20 Uhr „Musica Latina“, Lateinamerikanische Musik (in spanischer und deutscher Sprache).

21 Uhr „Stadtlabor“.

22 Uhr „Borderline“, Musik für Grenzgänger.

23 Uhr „Input ist gleich Output“.

0 Uhr „Nachtprogramm“, Lange Queen-Nacht

 

Freitag, 29.7.16:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

18 Uhr „Themenwechsel“, u.a. Vortrag „Türkei: Dilettantischer Putsch - gescheiterter Putsch - inszenierter Putsch?" von Murat Cakir (Aufnahme aus dem Cafe Buch-Oase vom 21.7.2016).

20 Uhr „Borderline extra“, Musik für Grenzgänger.

22 Uhr „Kabarett live“.

1 Uhr „Nachtprogramm“, Grateful Dead live 1970.

 

Samstag, 30.7.16:

8 Uhr  Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr “Make Rave, Not Hate”.

17 Uhr “Melomania”, Elektronische Musik.

18 Uhr „Country Classics“.

19 Uhr “Long Distance Call”, Das Blues-Magazin; Heute: Chess-Legenden in London.

20 Uhr “Lili“, Libertäre Informationen lokaler Initiativen.

21 Uhr „Die Lange Rille“.

0 Uhr „Nachtprogramm“; Miles-Davis-Nacht, u.a. mit den LPs „Kind Of Blue“, „On The Corner“, “Bitches Brew“.

 

Sonntag, 31.7.16:

8 Uhr Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Kinderradio“.

18 Uhr “Plattenladen”.

19 Uhr „Lonesome Traveler“, Heute: A Rock’n’Roll Medley.

20 Uhr ,,Devil’s Kitchen“, Hard Rock, Metal, Rock’n’Roll.

22 Uhr „Welcome To Hell“, Das Metalradio.

0 Uhr „Nachtprogramm“, Little-Feat-Nacht, u.a. mit den LPs „Dixie Chicken“, „Time Loves A Hero“, „Sailin‘ Shoes“.

 

Montag, 1.8.16:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr: Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

17 Uhr „Jazzcafe“, Heute: Jazz querbeet.

18 Uhr „Excentric Radio“, Weirdos Of Sound.

19 Uhr “Monkeymusicmovement”, Eine Stunde Rapmusik.

20 Uhr „Fangschalltung“, Neue Musik und Improvisierte Musik.

22 Uhr “Ear Catcher”, Neue Platten und DVDs.

23 Uhr „Forum experimentell“.

1 Uhr „Nachtprogramm“, Weather-Report-Nacht, u.a. mit den LPs „Sweetnighter“, „Heavy Weather“, „Mysterious Traveller“.

 

Dienstag, 2.8.16:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr: Wiederholungen vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

18 Uhr „FRK spezial“, Zum Tod von Alan Vega.

19 Uhr „Frei hoch zwei“.

20 Uhr „Liederleute“, Das Magazin für Musik und Politik; Heute: Liederbestenliste, Ausgabe August 2016.

21 Uhr „Kreuzweise“, Das Schweizer Musikmagazin, Heute: Nur ein Verseschmied? – Der Schweizer Liedermacher Mani Matter.

22 Uhr „Only Vinyl“, Plattenspiele.

23 Uhr „Wortspiele“, Philosophische Reflexionen.

0 Uhr „Nachtprogramm“, Miles Davis live, mit Konzertaufnahmen von 1955-1975.

 

Mittwoch, 3.8.16:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholung des Programms von Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

17 Uhr 15 „Die Charlie-Grünhorn-Show“, Talk mit Gästen aus Kultur, Gesellschaft und Politik.

18 Uhr „Handmade“, Handgemachte Musik und Veranstaltungstips.

20 Uhr „Memories“, Hits aus Ost und West.

21 Uhr „Tanzparkett“; Heute: Zum 50. Todestag von R. A. Dvorský.

22 Uhr „Andres Radio“.

24 Uhr „Nachtstudio“.

2 Uhr „Nachtprogramm“, Herbie-Hancock-Nacht, u.a. mit den LPs „Crossings”, “Head Hunters”, “Mwandishi”.

 

Donnerstag, 4.8.16:

6 Uhr „Maharishi Gandharva Ved“, Klassische indische Musik.

8 Uhr Wiederholung des Programms vom Vortag.

16 Uhr „Radyo Kassel“, in türkischer Sprache.

17 Uhr „ILF Eritrea“ (in Tigrinia).

18 Uhr „Kulturthemenwechsel“.

19 Uhr „Wanderzirkus Weltklang“; Heute: Die Welt ist ein Kino - und hier sind die Soundtracks.
 
20 Uhr „Irie Ites“, Reggae und Dub.

22 Uhr „Borderline“; Musik für Grenzgänger.

23 Uhr „Anorak City“, Indie-Pop, Britpop und Artverwandtes.

0 Uhr „Nachtprogramm“; Lange Queen-Nacht.

Aktuelle Programminfos

Putschversuch in der Türkei

War der Putsch inszeniert? Wieso verlief die Aktion dermaßen dilettantisch? Was steckt tatsächlich dahinter? Wie wird die türkische Regierung die Situation zur Zementierung ihrer Macht nutzen? Welche Rolle spielen Europa, die NATO, die USA und Rußland?
All diese Fragen (und noch einige mehr) erörterte Türkei-Experte Murat Cakir von der Rosa-Luxemburg-Stiftung in seinem Vortrag, den er wenige Tage nach dem gescheiterten Putschversuch im Cafe Buch-Oase in Kassel hielt.

  • Sendetermin: „Themenwechsel“, Freitag, 29. Juli 2016, 18 Uhr

 

Oberliga-Stars des Chess-Labels in London

Ein Vierteljahrhundert lang (1950 - 1975) war das Chess-Label aus Chicago der Cadillac unter den Blues-Experten. Gegründet und betrieben wurde die Firma von einem umtriebigen Immigranten-Brüderpaar aus Europa, Leonard und Philipp Chess aus dem früheren polnischen Galizien. Sie waren clevere Geschäftsleute mit einem guten Riecher für Neues. Aber nicht nur Blues wurde da in der Windy City gemacht, auch der Rock & Roll wurde von dort aus revolutionär befeuert. Von Chuck Berry über Willie Dixon, bis Bo Diddley und Howling Wolf reicht eine lange Künstlernamenliste von den 1950er Jahren bis in die Dekaden neuester technisch-aufgeblasener Musikproduktionen.
Einige der Genannten hatten gegen Ende der 60er Jahre ihre Bedeutung für ein weißes europäisches Publikum und etliche Musikadepten auf der britischen Insel verstanden. Und sie kamen als willkommene Gäste zu den Festivals, auch nach Deutschland. Einige gingen (gerne) in die Londoner Studios, um dort ziemlich hippe Sachen einzuspielen  - und ließen sich selbstredend von ihren mittlerweile prominenten Brit-Kollegen begleiten. So jammten denn beispielsweise Muddy Waters, Chuck Berry und auch Howling Wolf mit Jagger, Richards, Wyman, Watts, Clapton, Winwood, Gallagher, Beck und etlichen anderen. Herausgekommen sind echte Album-Klassiker. Auszüge aus eben diesen sind in dieser Folge zu hören.

  • Sendetermin: „Long Distance Call“, Samstag, 30. Juli 2016, 19 Uhr

 

A Rock & Roll-Medley

Dem Lonesome Traveler ist es aktuell ein echtes Bedürfnis, sich diesmal bei seinen geschätzten StammhörerInnen für ihre Treue und geteilte Musikleidenschaft zu bedanken. So, it´s Rock & Roll time again! Wir hören frühe Single-Hits von „King“ Elvis ("Don´t be cruel"/"Lawdy Miss Clawdy"/”My Baby left me" u.a.) sowie die genial den Originalen angepaßten Coverversionen von Neuzeit-Rocker Robert Gordon. Der durchgeknallte Rockabilly mit der beeindruckenden Baritonstimme wurde während der letzten Jahre vom englischen Ausnahmegitarristen Chris Spedding begleitet. Unter dem Arbeitstitel "The Voice meets The Guitar" haben die beiden, unterstützt von Elvis´ originaler Vokalgruppe, den Jordanaires, ein wahrlich erstaunliches Album rausgehauen, daß es einem nur so heiß und kalt den Rücken runterläuft. Geht bis runter in die Beine - rock & roll it!
Sozusagen in Ergänzung zur „Long Distance Call“-Bluesfolge von Vortag ("Chess-Legenden in London") ist auch der "Killer" Jerry Lee Lewis mit einigen Tracks aus seinem Meilenstein-Doppelalbum von 1973 dabei, das ebenfalls in der britischen Musikschaltzentrale London eingespielt wurde. Damalige Mitarbeiter waren Rory Gallagher, Peter Frampton, Albert Lee, Kenny Lovelace, Delaney Bramlett, Alvin Lee, Klaus Voormann u.a.  Wer konnte seinerzeit dorten wem das Wasser reichen? Chuck? Oder Jerry Lee? Anyway: Rockalbum-Klassiker allesamt.
Moderation: Wolf Silaff. Thank you, folks.

  • Sendetermin: „Lonesome Traveler“, Sonntag, 31. Juli 2016, 19 Uhr

 

Zum Tod von Alan Vega

Obwohl Alan Vega vielleicht nicht zu den prominentesten Stars im Musikgeschäft gehörte, war er doch ein Mann mit Einfluß – und zwar mit gewaltigem Einfluß: Zahllose Musiker aus den Bereichen New Wave, Punk, Techno und Elektronik berufen sich auf die Pionierarbeit des amerikanischen Duos Suicide, dessen eine Hälfte Alan Vega war. Mit seiner durchdringenden Stimme, seinem einzigartigen Gesangsstil und den apokalyptischen Texten beeindruckte er Generationen junger Bands. Gemeinsam mit seinem Kollegen Martin Rev produzierte Vega akustische Horrorvisionen, unterlegt lediglich mit elektronisch verfremdeten Keyboard-Sounds und Beats aus der Rhythmusmaschine. Suicide waren eine der ersten Bands, die ausschließlich elektronisches Instrumentarium einsetzten und damit – ähnlich wie Kraftwerk in Europa – den Boden für die Entwicklung der sythetischen und digitalen Klangerzeugung bereiteten. Wurden sie damals, in den 70er Jahren, noch vom Publikum angefeindet und bei Konzerten teilweise von der Bühne gejagt, so sind sie heute Klassiker, ihre wenigen Alben gelten als als visionäre Meisterwerke. Alan Vega starb kürzlich im Alter von 78 Jahren – wir würdigen den vielseitigen Künstler, der auch als Maler und Bildhauer tätig war.

  • Sendetermin: „FRK spezial“, Dienstag, 2. August 2016, 18 Uhr

 

Liederbestenliste, Ausgabe August 2016

Seit 1984 erstellt die Jury der Liederbestenliste monatlich eine ’Hitparade’ des deutschsprachigen Liedes. Jede(r) der 20 Jurorinnen und Juroren aus der Schweiz, Österreich, Belgien und Deutschland nennt monatlich sieben Lieder, denen er oder sie möglichst viele HörerInnen wünscht. Punkte werden nur für einzelne Titel vergeben, nicht für ein gesamtes Album. Aus der Addition ergibt sich die Monatsliste, die das Freie Radio Kassel einmal im Monat präsentiert. Wer es diesmal unter die besten 20 dieser etwas anderen Hitparade geschafft hat, erfahren Hörerinnen und Hörer in dieser Ausgabe von Liederleute, dem Magazin für Musik und Politik. Am Mikrofon: Dieter Kindl (Juror der Liederbestenliste).

  • Sendetermine: „Liederleute“, Dienstag, 2. August 2016, 20.00 Uhr
  • Wiederholung: Mittwoch, 3. August 2016, 12.00 Uhr

 

 

Nur ein Verseschmied?


Er war für die Schweizer Musikszene von großer Bedeutung und hat sie bis heute geprägt. 1972 ist der Berner Liedermacher bei einem Autounfall tödlich verünglückt. Seither ist in der Schweiz viel über ihn geschrieben, gesagt und nachgedacht worden. Und man hat ihn gewürdigt: Mani Matter, den Rechtsgelehrten, den Verseschmied, den Philosophen, den Dichter, den Menschen. Zuerst kurz nach dem Unfall, aus direkter Betroffenheit und Trauer. Später aus der Distanz und mit der Neugierde neuer Generationen. Das Freie Radio Kassel wird sich mit ihm und seinen Liedern den ganzen August über beschäftigen. In der ersten Sendung gibt es zunächst einmal ein Portait des Chansonniers zu hören. Am Mikrofon: Trudi & Dieter Kindl.

  • Sendetermine: „Kreuzweise“, Dienstag, 2. August 2016, 21.00 Uhr
  • Wiederholung: Mittwoch, 3. August 2016, 13.00 Uhr

 

Zum 50. Todestag von R. A. Dvorský

Am 2. August jährt sich zum 50. Male der Tod des in der Zwischenkriegszeit wohl bedeutendsten und bekanntesten tschechoslowakischen Orchesterleiters, Sängers, Komponisten, Arrangeurs, Musikverlegers und Schauspielers. Er wurde auch der Gentleman der tschechischen Tanzmusik genannt.
Am 24. März 1899 im ostböhmischen Dvu°r Králové/ Königinhof als Sohn eines städtischen Beamten unter dem Namen Rudolf Antonin geboren, galt er als Wunderkind, das bereits im Kindergartenalter die ersten Auftritte absolvierte. Mit fünf Jahren spielte er Geige, ein Jahr später kam das Klavier dazu, schließlich noch Akkordeon und Gitarre. Man sagte ihm später nach, daß er praktisch alle in einem großen Unterhaltungsorchester vorkommenden Instrumente beherrscht haben soll. Den Künstlernamen Dvorský legte er sich als Ableitung aus der tschechischen Bezeichnung seiner Heimatstadt zu.
Da die Musik zu allen Zeiten ein unsicheres Pflaster war, übte er nach Abschluß der Grund- und Oberschule in mehreren Firmen den Beruf eines Buchhalters aus, trat aber weiter in der Gegend um seine Heimatstadt, nun vorwiegend als Pianist, in verschiedenen Kapellen, als Begleiter für Laientheatertruppen und bei Tanzveranstaltungen auf.
Seine erste große Stunde schlug 1918, als das Prager Kabarett „Rote Sieben“ in Königinhof gastierte und der Pianist ausfiel. Dvorský, damals bereits eine lokale Größe, sprang ein.
Schon im folgenden Jahr fand er sich in Prag wieder - der Kabarettdirektor, begeistert von dem „Ersatz“ aus der Provinz, hatte ihn engagiert.
In den 20er Jahren war Dvorský mit mehreren eigenen Kapellen in Prager Kabaretts und Tanzcafés engagiert. Dazu gehörten auch vornehme Häuser, in denen das gehobene Bürgertum verkehrte.
Bereits in dieser Zeit komponierte er erfolgreiche Nummern, die sogar von ausländischen Kapellen ins Repertoire genommen und für die Schallplatte eingespielt wurden, z.B. von Londoner Tanzorchestern wie Jack Hylton oder dem Mayfair Dance Orchestra.
Sein Schallplattendebüt gab er als Sänger, zunächst in Berlin für die kleine Firma Menzenhauer und Schmidt, die die Kalliope-Schallplatte herausgab. Dabei wurde er von Personal des Sam-Baskini-Orchesters begleitet. Die Aufnahmen wurden von der Esta in Prag übernommen.
1929 gründete er die Melody Boys, die in Prag für die Esta und die Odeon erste Platten aufnahmen - und schließlich für die Ultraphon, bei der er fortan bleiben sollte.
Wie damals (nicht nur, aber in der Tschechoslowakei wohl besonders) üblich, brachte das Orchester Musik aus fast allen populären Genres, vom Jazz und später Swing (oder zumindest der davon beeinflußten Tanzmusik) über die Begleitung von Kleinkunstvorträgen und die in Böhmen noch heute äußerst beliebten Polkas und Walzer bis hin zu Märschen.
Dvorský war in der Unterhaltungsbranche der 30er und frühen 40er Jahre gut im Geschäft.
Er leitete sein Orchester, das zu Konzerten und Tanzveranstaltungen, auf Platten, am Rundfunk und im Film spielte. Zudem setzte er, wie schon bei seinen frühen Plattenaufnahmen, seine ansprechende Gesangsstimme ein. Er trat als ein gutaussehender Mann, dem die Bühne nicht fremd war, sogar selbst als Filmschauspieler auf. Ferner besaß er einen Musikverlag, in dem er nicht nur seine eigenen Nummern herausbrachte, sondern viele in der Tschechoslowakei überaus populäre Kompositionen. Endlich war er Anteilseigner der marktbeherrschenden Plattenfirma Ultraphon, bei der seit den frühen 30er Jahren auch seine Platten erschienen.
Die deutsche Besetzung der sog. „Resttschechei“ im Jahre 1939 änderte an all dem wenig. Im Gegenteil, denn nun erweiterte sich seine Popularität noch auf Deutschland. Die Telefunkenplatte, 1932 aus der deutschen Ultraphon hervorgegangen und seitdem Mutterkonzern der tschechischen Ultraphon, ließ ab 1941 in Prag öfter Aufnahmen für den deutschen Markt einspielen und entwickeln. Dvorský und die - wenn man so will -  tschechische Ausgabe der Andrews Sisters, das Allan-Terzett, sangen dafür in mehreren Sitzungen etliche Titel auf deutsch ein. Beispiele sind in unserer Sendung enthalten.
Auf dem Zenit des Erfolges bog R. A. Dvorskýs Lebensweg jäh um. 1944 mußte er das Orchester auflösen, denn nun forderten die Jahrzehnte des nervenzehrenden Bühnenschaubetriebs und der Auftritte in der stickigen, rauchgeschwängerten Luft von Bars und Nachtklubs ihren Tribut. Dvorský war an Lungentuberkulose erkrankt und mußte die folgenden Jahre bis 1946 in Kliniken und Sanatorien zubringen. Eine völlige Wiederherstellung seiner Gesundheit gelang den Ärzten dennoch nicht.
Im Eiswinter 1947 starb sein Sohn Miroslav, Dirigent und große Hoffnung des Vaters, an einer Lungenentzündung.
Dies sollte nicht der letzte schwere Schicksalsschlag bleiben.
Nach dem kommunistischen Putsch von 1948 wurde die Tschechoslowakei wohl am radikalsten und schnellsten von allen Staaten in der Einflußsphäre Moskaus auf Linie gebracht. Dazu gehörte die sofortige und praktisch restlose Zerschlagung der Privatwirtschaft.
R. A. Dvorskýs Verlag wurde enteignet, woraufhin ihm die Mills Music Inc., die seine Auslandsrechte vertrat, den Vertrag kündigte, so daß die Tantiemen ausblieben.
Auch die Ultraphon wurde mit ihrer vorher schärfsten Konkurrentin ESTA und den Überresten der ausländischen Plattenfirmen zwangsvereinigt und zum nun einzigen tschechoslowakischen Plattenkonzern Supraphon verstaatlicht. Damit waren Dvorskýs Anteile über Nacht zu wertlosem Papier geworden.
1950 schließlich sah er keine Möglichkeit mehr, in der „neuen“ sozialistischen Tschechoslowakei sein Auskommen zu finden. Mit Freunden, die im II. Weltkrieg in der Royal Air Force gedient hatten, besprach er Fluchtpläne. Jedoch gab es offensichtlich nicht nur Freunde in diesem Kreis. Noch bevor an eine Ausführung zu denken war, wurde R. A. Dvorský von der tschechoslowakischen Geheimpolizei verhaftet. Aus den Mühlen des stalinistischen Terrorsystems gab es für ihn keinen Ausweg. 1953 wurde Dvorský u.a. wegen versuchten Hochverrats zu fünf Jahren verurteilt; die Betätigung in seinem Berufsfeld wurde ihm untersagt. Aufgrund seiner angegriffenen Gesundheit, die sich in der Haft natürlich nicht besserte, wurde er allerdings 1956 vorzeitig entlassen.
Hernach richtete er einen Bittbrief an den tschechoslowakischen Staatspräsidenten, woraufhin ihm 1957 eine erneute Berufsausübung im Musikgeschäft gestattet wurde.
Er ging wieder auf Tourneen und nahm noch einmal elf Plattenseiten für die Supraphon auf.
Für den Tschechoslowakischen Rundfunk diktierte er von 1962 bis 1964 seine Erinnerungen auf Band.
Mit gerade einmal 67 Jahren starb R. A. Dvorský am 02. August 1966 in Prag, und sein vorzeitiger Tod war sicher auch eine Spätfolge seiner Erkrankung und der Haftbedingungen in den Gefängnissen der Stalinzeit.
Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof seiner Heimatstadt Dvu°r Králové.
Sein Grab ist bis heute erhalten, geziert von einer Bronzeplastik seines Kopfes, die in Richtung seines Lieblingsberges blickt. Auch ist sein Geburtshaus durch eine Tafel gekennzeichnet.
Im „Prager Frühling“ 1968 wurde er posthum voll rehabilitiert.
Wir bringen zu R. A. Dvorskýs fünfzigstem Todestag die Wiederholung einer Sendung von 2007, in der wir einen kleinen Überblick über sein Schaffen auf dem Gebiet der modernen Tanzmusik der 30er und 40er Jahre geben.
 
Wir bringen:
-Ein Lied, ein Kuß, ein Mädel
-Lambeth Walk voc RAD
-Hrály Dudy voc RAD
-Rad si pískam voc RAD
-Fakir voc RAD & chor
-Dlouhy je mesic
-So wird’s nie wieder sein voc Allan-3
-So tanzt nur die Katja voc Allan-3
-Pergamino voc RAD & Allan-3
-Conchinella voc RAD & Allan-3
-Peter, Peter, wo warst du heute nacht? voc RAD & Allan-3
-Hm-hm, du bist so zauberhaft voc RAD & Allan-3
-Von mir aus kann’s regnen voc Allan-3
-Wer verliebt ist, braucht Musik voc Allan-3
-Für ein süßes Mädel voc RAD & Allan-3
-Das Froschkonzert voc Allan-3
-Budes mou voc RAD & Allanový Sestry

  • Sendetermin: „Tanzparkett“, Mittwoch, 3. August 2016, 21-22 Uhr
  • Wiederholung: Donnerstag, 4. August 2016, 13 Uhr

 

Die Welt ist ein Kino - und hier sind die Soundtracks

Schon immer übte das Kino eine gewaltige Faszination auf die Menschen aus. Doch schon in den Tagen, da die Bilder noch laufen lernten, stellte man bald fest, dass die emotional kongeniale Verbindung für das Publikum im Zusammenspiel von bewegter Cinematographie und Musik besteht. So wurden zu Zeiten der ersten Kinos Filme von Pianisten oder zeitweise von ganzen Orchestern live begleitet.
Auch nach dem Siegeszug des Tonfilms blieb Musik ein wichtiges Gestaltungsmerkmal der Filmkunst. Was wäre „Alexis Sorbas“ ohne die stimmungsvollen Kompositionen von Mikis Theodorakis, die Italowestern von Sergio Leone ohne Ennio Morricones dramatische Soundtracks oder …oder …oder.
Um Land und Leute eines Handlungsortes auch musikalisch zu porträtieren finden oftmals ethnische Klänge Eingang in die Soundtracks - und da kommt der Weltklang ins Spiel. Zirkusdirektor Günther Klößinger lädt ein zu einer filmisch-musikalischen Reise um den Globus und präsentiert anlässlich der aktuellen Vorstellung in der Weltmusikalischen Manege des „Freien Radio Kassel“ ausgewählte Kinomelodien. Dabei werden sowohl populäre Klassiker des Genres zu hören sein wie auch Perlen, die eher im Verborgenen schimmern. Also - Licht aus, Film ab und bitte nicht zu laut mit dem Popcorn knuspern.
Am Mikro: Günther Klößinger

  • Sendetermine: „Wanderzirkus Weltklang“, Donnertstag, 4. August 2016, 19 Uhr
  • Wiederholung Weltklang: Freitag, 5. August 2016, 11 Uhr