Sein Engagement für die kommunistische und sozialistische Sache, seine Unterstützung der Ideen Rosa Luxemburgs, Karl Liebknechts, des Marxisten John Maclean aus Glasgow und die Aufarbeitung der sogenannten „Red Clydeside“ von 1910 bis in die frühen Dreißigerjahre des letzen Jahrhunderts gefielen nicht allen. Der Sänger und Gitarrist der australischen Folkpunkband Roaring Jack prangerte Missstände an und schrieb Songs wie „He Fades Away“, der den Tod eines Kohleminenarbeiters an einer Minenlunge – aus der Sicht von dessen Sohn – besingt.
Huletts Familie wanderte Anfang Ende der Sechzigerjahre nach Neuseeland und anschließend Australien aus, wo er in den Achtzigern seine Karriere begann. Er tourte mit Billy Bragg, den Pogues und The Men They Couldn’t Hang, war aber auch auf Konzerten von Gewerkschaftern, der Anti-AKW-Bewegung und der Linkspartei aktiv. Hulett wurde am 5. Januar mit Verdacht einer Lebensmittelvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert, wobei aber ein Leberversagen diagnostiziert und ein aggressiver Krebs festgestellt wurde, der über den Magen bereits die Lunge angegriffen hatte, und zwar bereits so schwerwiegend, dass Hulett nur wenige Tage später verstarb. „Er hinterlässt ein schweres Erbe“, schreiben Folkfreunde im Nachruf auf ihn. „Wer sonst kann uns erzählen von den Wirren und Ränkespielen der Mächtigen des Ersten und Zweiten Weltkriegs, wer sonst hat sich mit den Problemen der Arbeiter in Europa von den Sechzigern bis heute beschäftigt und beständig dafür gekämpft? Alistair hinterlässt einen Hohlraum – politisch, musikalisch – und in unseren Herzen.“ Am Mikrophon: Dieter Kindl.
Sendetermin: „Liederleute“, Dienstag, 9.3.2010, 20 Uhr
Wiederholung: Mittwoch, 10.3.2010, 12 Uhr